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iOS 11: Apple sperrt Apps den Zugriff auf MAC-Adressen

iOS 11: Apple sperrt Apps den Zugriff auf MAC-Adressen


Ben Schwan

Zu den betroffenen Apps gehört der beliebte Fing-Netzwerkscanner.

(Bild: Entwickler)

Wer iPhone oder iPad zur Netzwerkanalyse verwendet, erlebt bei der Aktualisierung auf iOS 11 eine böse Überraschung.

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Apple erschwert mit iOS 11 Netzanalyseprogrammen die Arbeit. Wie Entwickler sowie Nutzer feststellen mussten, ist es für Apps von Dritten künftig nicht mehr offiziell möglich, MAC-Adressen im lokalen Netz zu erkennen und anzuzeigen. Betroffen ist unter anderem der beliebte Netzwerkscanner der Macher der Fingbox.

ARP-Table bleibt verschlossen

Dieser zeigt unter iOS 11 keine MACs mehr an und kann damit auch Geräte nicht mehr automatisiert erkennen. “Der Grund dafür ist, dass iOS 11 allen Apps verbietet, auf MAC-Adressen in der ARP-Table des Betriebssystems zuzugreifen”, schreibt Entwickler Domotz Ltd.

Ohne ARP-Table-Verwendung und MAC-Auslesung lassen sich Hersteller von Hardware schwerer identifzieren. Fing versucht, mit den verfügbaren Daten zu arbeiten und identifiziert auf Basis der IP-Adresse. Auch die Wake-on-LAN-Funktion im Fing-Netzwerkscanner funktioniert künftig nicht mehr.

Missbrauch durch Entwickler?

Eine Lösung für das Problem gibt es bislang noch nicht. Es handelt sich offensichtlich um eine bewusste Entscheidung Apples. Der Grund könnte sein, dass Entwickler das Auslesen der MAC-Adresse “missbraucht” haben könnten – unter anderem zum Erfassen des Netzwerkumfeldes zu Tracking- und Werbezwecken.

Apple neigt dazu, in solchen Fällen die Daumenschrauben anzuziehen. Dass legitime Netzwerktools darunter nun leiden müssen, ist ein für Betroffene äußerst störender Kollateralschaden. Fing selbst arbeitet laut eigenen Angaben bereits seit nicht ganz zehn Jahren (also seit Erscheinen des App Store) an Netzwerkanalysetools für die iOS-Plattform.

Feedback an Apple schreiben

Eine Änderung der neuen Apple-Politik in Sachen MAC-Adressen ist nicht absehbar – allerdings können sich Nutzer direkt beim Unternehmen beschweren. Die Domotz Ltd. empfiehlt, dass Betroffene sich an Apple wenden – über das iPhone-Feedback-Formular. Dort sollten sie dann “Problem with MAC address Blocking on iOS11” als Thema angeben und Fing oder ihr Lieblingsnetzwerktool erwähnen – und dass es für sie als iPhone-Nutzer wichtig ist.


(bsc)