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Internationaler Appell zum Datenschutz im vernetzten Auto

(Bild: Volkswagen)

Die Internationale Datenschutzkonferenz hat eine Resolution verabschiedet, in der sie zentrale Forderungen rund um die Privatheit in der Mobilität der Zukunft aufgestellt hat. Sie drängt auf Privacy by Design und Anonymisierung.

120 Aufsichtsbehörden aus 78 Staaten wollen verhindern, dass das vernetzte Auto zur unkontrollierbaren Datenschleuder wird. Die Internationale Datenschutzkonferenz hat dazu auf ihrem noch bis zum Freitag laufenden 39. Treffen in Hongkong in einer Entschließung grundlegende Datenschutzanforderungen an die digitale Mobilität aufgestellt. Sie appellieren an Automobilhersteller und -zulieferer, Gesetzgeber und Behörden sowie die Anbieter fahrzeugbezogener Internetdienste, das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Fahrer und Passagiere zu wahren.

Die Datenschützer fordern, die Privatsphäre der Fahrzeugnutzer und den Schutz ihrer personenbezogenen Daten in jeder Phase der Entwicklung und Herstellung neuer Produkte und Dienste sicherzustellen. So sollen die Insassen etwa umfassend informiert werden, welche Daten für welchen Zweck durch wen gesammelt und verarbeitet werden. Anonymisiert oder pseudonymisiert werden solle, um den Bestand persönlicher Daten zu minimieren. Personenbezogene Informationen dürften zudem nicht länger als notwendig gespeichert werden. Vor einem Verkauf eines Fahrzeugs müsse es möglich sein, persönliche Daten zu löschen.

Die Nutzer sollen es verhindern können, dass Standort- und Bewegungsdaten weitergegeben werden, trotzdem aber Warnungen über gefährliche Straßenverhältnisse erhalten. Einzusetzen und zu respektieren seien Prinzipien wie “Privacy by Default and Design“. Hersteller und Dienstleister müssten garantieren, dass selbstlernende Algorithmen fürs automatisierte Fahren transparent gemacht und vorab vor einer unabhängigen Stelle überprüft werden. Bei neuen, innovativen oder risikoreichen technischen Entwicklungen seien Datenschutz-Folgeabschätzungen nötig.

Den Vorschlag für die Resolution machte die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff, die im Juni bereits ähnliche Empfehlungen für den Datenschutz in automatisierten und vernetzten Fahrzeugen veröffentlicht hattee. Die Digitalisierung des Straßenverkehrs könnte das Verständnis vom Auto als Symbol von Freiheit und Unabhängigkeit grundlegend verändern, gab die CDU-Politikerin nun zu bedenken. In modernen Fahrzeugen sammelten bereits heute unzählige Sensoren Daten zum Fahrverhalten und den zurückgelegten Wegen. Daraus ließen sich detaillierte Persönlichkeitsprofile erstellen. Die nun propagierten gemeinsamen internationaler Standards seien wichtig, damit Nutzer “jederzeit die volle Hoheit über die Verwendung personalisierbarer Fahrzeugdaten haben”.


(anw)