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Intels Optane-SSD für Server im Test


Optane-SSD für Server

Test & Kaufberatung
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Der NAND-Flash-Nachfolger 3D XPoint kommt in Schwung: Intel bringt seine Server-SSD Optane DC4800X nun mit 750 GByte Kapazität. Die schnelle Karte könnte auch die RAM-Kosten für Server drastisch senken. c’t hat vorab ein Exemplar getestet.

Intels neuer Speichertyp 3D XPoint soll viel schneller sein als NAND-Flash und so haltbar wie DRAM – und dieses vielleicht einmal ersetzen. Im Frühjahr hatte Intel die erste Server-SSD mit 3D XPoint vorgestellt, die DC P4800X. Zunächst sollte die SSD ausschließlich mit einer Kapazität von 375 GByte erhältlich sein – im freien Handel war sie aber nie und Intel rückte auch keine Rezensionsexemplare heraus.

Die damals ebenfalls avisierte Version mit 750 GByte kommt nun auf den Markt und angeblich auch in den Handel. c’t hatte die Gelegenheit, vorab ein Exemplar zu testen. Zwei andere Optane-SSDs konnten wir bereits auf den Prüfstand holen: das Beschleunigermodul Optane-Memory Festplatten-Systemen und die Desktop-SSD Optane SSD 900P. Beide zeigten, dass 3D XPoint eine sehr geringe Latenz aufweist und vor allem bei niedrigen Anfragetiefen deutlich schneller ist als NAND-Flash. Daher waren wir auf die DC P4800X sehr gespannt.


Die Optane-Chips auf der Rückseite werden nicht gekühlt, SSD-Controller samt Chips auf der Front hingegen schon.

Die Optane-Chips auf der Rückseite werden nicht gekühlt, SSD-Controller samt Chips auf der Front hingegen schon.

Die 750-GByte-Version soll als PCIe-Steckkarte (AIC, Add-In Card) ab heute verfügbar sein, die 2,5-Zoll-Version mit U.2-Anschluss in ein oder zwei Wochen. Beide werden voraussichtlich rund 3000 US-Dollar kosten, Preise für den deutschen Markt standen noch nicht fest. Intel hat zudem auch eine 1,5-TByte-Version versprochen.

Die Anbindung erfolgt mit PCIe 3.0 x4, also mit maximal 4 GByte/s. Pro Tag darf die SSD mit maximal dem 30-fachen ihrer Kapazität beschrieben werden (30 Drive Writes Per Day, DWPD), die Garantiefrist liegt bei fünf Jahren. Die Leistungsaufnahme beträgt laut Intel 13 Watt beim Schreiben und 8 Watt beim Lesen, im Leerlauf nimmt sie 5 Watt auf.

Wie schon bei der Desktop-SSD Optane 900P konnten wir die SSD mit unserem Testsystem unter Windows nicht ausreizen; einmal mehr kam also das Benchmark-Programm fio unter Linux zum Einsatz. Damit erreichten wir beim Lesen 576.000 IOPS, beim Schreiben sogar 584.000. Der Vollständigkeit halber: Die sequenziellen Transferraten liegen mit 2600 MByte/s beim Lesen und 2400 MByte/s beim Schreiben im Rahmen einer guten PCIe-SSD.

Intel sieht die DC P4800X jedoch nicht als einfache SSD, sondern als einen Weg, die hohen Kosten für den RAM-Ausbau im Server zu senken. Ein vor dem Hypervisor geladener Treiber soll die Optane-SSD so einbinden, dass dieser auf die SSD zugreifen kann wie auf DRAM – der Hypervisor und darauf laufende Betriebssysteme sehen dann DRAM, keine SSD. 750 GByte Server-RAM kosten leicht einige zehntausend Euro, da erscheinen 3000 Euro für die SSD wie ein Schnäppchen. Noch steht dieser Treiber allerdings nicht zur Verfügung.

(ll)