/Intel Celeron “Gemini Lake” mit HDMI 2.0 und SGX

Intel Celeron “Gemini Lake” mit HDMI 2.0 und SGX

Intel Celeron “Gemini Lake” mit HDMI 2.0 und SGX


Christof Windeck


Mini-PCs mit Intel Apollo Lake (Celeron N3450/Celeron J3455) und HDMI 2.0

Intels nächste Generation von Billigprozessoren ist mit HEVC-10-Decoder, HDMI 2.0 und den Software Guard Extensions SGX für Ultra HD Blu-ray und 4K-Streams mit Kopierschutz gerüstet.

Die derzeitige Generation von Intels “Atom-Celerons” heißt Apollo Lake; außer in Billig-Notebooks stecken Chips wie der Celeron J3455 auch in Mini-PCs wie Intels NUC6CAYH oder der Zotac ZBox CI327 nano. Um Smart-TVs per HDMI 2.0 mit dem Kopierschutz HDCP 2.2 ansteuern zu können, ist bei Apollo Lake ein Zusatzchip notwendig: Level Shifter/Protocol Converter (LSPCon) wie der MegaChips MCDP2800BC verwandeln einen DisplayPort 1.2 der integrierten HD Graphics in einen HDMI-2.0-Ausgang.



HDMI-2.0-LSPCon MegaChips-MCDP2800

HDMI-2.0-LSPCon MegaChips MCDP2800

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Im vierten Quartal wird Intel die dann etwa ein Jahr alte Chipgeneration Apollo Lake mit Gemini Lake ablösen, wie schon Ende 2016 berichtet. Die neuen Chips werden weiterhin mit 14-Nanometer-Strukturen gefertigt, allerdings deutlich aufgewertet. Von Intel veröffentlichte Linux-Patches haben verraten, dass Gemini Lake vier optimierte “Goldmont+”-Kerne haben wird, die vier statt drei Operationen decodieren. Der L2-Cache wird sich von 2 auf 4 MByte verdoppeln.

HEVC und VP9 mit HDR(10)

Die integrierte “Gen9”-GPU wird sicherlich abermals kein 3D-Kracher, bekommt aber weiter verbesserte Hardware-Decoder für HEVC-10 und VP9 mit 10 Bit Auflösung; letzteres wäre wichtig für HDR-Filme auf YouTube, die bislang aber nicht auf Windows-10- oder Linux-PCs abspielbar sind, sondern vorwiegend auf Smart TVs mit YouTube-App.

Netflix nutzt HEVC und beliefert via Windows-10-App und über den Microsoft-Browser Edge schon Apollo-Lake-Systeme mit HDMI-2.0-LSPCon mit Ultra-HD-Inhalten, allerdings ohne HDR: Hohe Kontraste gibts auch bei Netflix nur auf zertifizierten Geräten.

UHD BD nur mit SGX



Cyberlink Ultra HD Blu ray Advisor

Cyberlink Ultra HD Blu ray Advisor

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Ultra HD Blu-ray Discs (UHD-BD) lassen sich bisher theoretisch nur auf Rechnern mit Kaby-Lake-CPU (Core i-7000) und HDMI 2.0 – auch dort via LSPCon realisiert – abspielen. Das klappt nur theoretisch, weil es hierzulande noch kein geeignetes BD-Laufwerk gibt. Für Mini-PCs wäre das USB-Laufwerk Pioneer BDR-XD06J-UHD interessant, was bisher aber wohl nur in Japan erhältlich ist.

Damit er UHD-BDs unter Windows 10 abspielt, verlangt der bisher einzige Software-Player Cyberlink PowerDVD 17 Ultra außer einem kompatiblen Laufwerk und einer geschlossenen HDCP-2.2-Kette aber auch einen Prozessor mit Intels Software Guard Extensions (SGX). Damit kann das System geheime Schlüssel in einem verschlüsselten Bereich des RAM schützen. Laut einem Blockdiagramm, was bei cnx-software.com aufgetaucht ist, steckt in den Gemini-Lake-SoCs aber auch Intel SGX mit Memory Encryption Extensions (MEE).


(ciw)