/Innerhalb von vier Wochen: Ethereum-Kurs bricht um 50 Prozent ein

Innerhalb von vier Wochen: Ethereum-Kurs bricht um 50 Prozent ein

Innerhalb von vier Wochen: Ethereum-Kurs bricht um 50 Prozent ein


Martin Fischer

Der Ethereum-Kurs ist seit Anfang Juni um rund 50 Prozent eingebrochen. Das könnte mittelfristig für eine Entspannung auf dem Grafikkartenmarkt sorgen.

Der Kurs der Kryptowährung Ethereum ist innerhalb der vergangen vier Wochen um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Mittlerweile ist eine Ethereum-Einheit noch rund 170 Euro wert; am 12. Juni waren es noch rund 350 Euro.

Über die Gründe lässt sich lediglich spekulieren: Möglicherweise ist der Kursverfall zu Teilen auch jenen Crowdfunding-Projekten geschuldet, die sich über Ethereum unterstützen lassen (Initial Coin Offerings/ICOs). Da ICOs normale Finanzierungen jedoch über herkömmliches Geld laufen lassen müssen, tauschen sie ihre Ethereum-Einheiten regelmäßig in Dollar oder Euro, was wiederum den Kursverlauf beeinflusst. Großes Gewicht im Ethereum-Geschäft soll derzeit Südkorea haben: Die dort angesiedelten Börsen Bithumb, Coinone und Korbit stellen nach Angaben von Coinmarketcap.com 25 Prozent des gesamten Ethereum-Handelsmarktes dar. Insgesamt sind aber auch andere Kryptowährungen auf Talfahrt – die Marktkapitalisierung aller von Coinmarketcap erfassten Währungen fiel vom Ende Juni erreichten Höchsstand von 116 Milliarden US-Dollar auf aktuell rund 80 Milliarden US-Dollar.

Kursverfall könnte für Entspannung auf Grafikkarten-Markt sorgen

Sollte der Ether-Kursverfall anhalten, könnte dies mittelfristig für Entspannung auf dem Grafikkartenmarkt sorgen. Die teils dramatische Knappheit bestimmter Grafikkarten ist zu großen Teilen dem erhöhten Schürfaufkommen von Ethereum-Einheiten geschuldet – im Unterschied zur Bitcoin-Währung sind Grafikkarten dazu noch immer gut geeignet.



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Ethereum-Euro-Kurs seit Anfang Juni.

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Bild: Finanzen.net



Besonders nachgefragt sind dabei Karten der Serien AMD Radeon RX 470/480 und Radeon RX 570/580. Sie bieten eine höhere Schürfleistung im Vergleich zu Nvidia-Grafikkarten der gleichen Preisklasse. Dennoch sind mittlerweile auch bestimmte Nvidia-Grafikkarten knapp, besonders die GeForce GTX 1070. Die starke Verknappung hat überdies die Preise hochgetrieben. So wechseln Grafikkarten der Serie GeForce GTX 1070 auch schon für mehr als 500 Euro den Besitzer. AMD-Grafikkarten führen die Mining-Berechnungen über die OpenCL-Schnittstelle durch, Nvidia-Grafikkarten nutzen dazu CUDA. Manche Händler wollen bereits Mining-Grafikkarten ohne Display-Anschlüsse anbieten, etwa Sapphire.

Kaum noch Karten kommen nach Europa

Wie der Händler Mindfactory mitteilte, erreichen aufgrund der Mining-Nachfrage kaum noch Stückzahlen der betreffenden Grafikkarten den europäischen Markt. Sie würden bereits an der Quelle abgekauft, also noch bevor sie Europa erreichen. Mindfactory zufolge hat das GPU-Mining mittlerweile ein großes Ungleichgewicht des Verbrauchermarktes verursacht. AMD und Nvidia seien sich der Lage bewusst. Mindfactory hatte zunächst bestimmte Grafikkarten aus dem Sortiment genommen und offene Bestellungen storniert.

Falls der Ethereum-Kursverfall anhält, könnte das dazu führen, dass zahlreiche Schürfer ihre Mining-Grafikkarten anbieten – schließlich hängt ihr monatlicher Gewinn und die Profitabilität an sich direkt am Kursverlauf. Das könnte nicht nur zu einem erhöhten Angebot führen, sondern auch zu einer Preissenkung der betroffenen Grafikkarten an sich.


(mfi)