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IndyCar: Kritik nach Crashrennen Ist die IndyCar zu gefährlich?

— 23.06.2017

Ist die IndyCar zu gefährlich?

Am Wochenende steht mit Elkhart Lake ein Rundstreckenrennen auf dem Plan. Doch die Ovalschlacht von Texas hallt nach. Es wird wieder über Sicherheit diskutiert.

Es ist die gefährliche Formel-Serie der Welt: Tempo bis nahe 400 km/h, Mauern nur wenige Meter von den rasenden Piloten entfernt – und dazu noch Rad-an-Rad-Duelle. Schon beim Indy 500 gab es zwei alarmierende Unfälle: Sébastien Bourdais brach sich im Qualifying die rechte Hüfte und das Becken. Scott Dixon flog im Rennen meterweit durch die Luft, blieb aber unversehrt.

Und im Crashfestival in Texas zuletzt kamen nur neun Fahrer ins Ziel. Allein ein Massencrash hat acht Autos aus dem Rennen gerissen. Sébastien Bourdais verfolgte das Rennen verletzte zuhause auf der Couch und tobte hinterher: „Haben wir denn nichts vom tödlichen Unfall von Dan Wheldon 2011 gelernt? Damals haben wir uns geschworen, dass wir diese Art von Rennsport nicht mehr machen. Offenbar haben manche Fans, die das Racing in Texas tollfanden, kein gutes Gedächtnis. Ich hab die ganze Zeit nur gebetet, dass kein Fahrer sich verletzt.“

Bourdais baute beim Indy500-Training einen heftigen Unfall

Das Problem: Ein neuer Asphaltbelag führte dazu, dass die Reifen kaum Verschleißerscheinungen zeigten. Die Fahrer konnten also permanent gegeneinander kämpfen und auf dem Oval verschiedene Linien fahren. Das führte zum so genannten Pack-Racing: Drei, vier Fahrer nebeneinander – und direkt dahinter die nächsten Piloten, das ganze Feld ganz eng beisammen. Wer einen Fehler macht, räumt viele weitere Piloten mit ab. Ein Massencrash ist kaum zu verhindern.

Bourdais: „Wir können mit den Formel-Fahrzeugen nicht so tun als wären wir die NASCAR und machen Stockcar-Racing. Wir wollen hart kämpfen und viele Manöver sehen, aber wir müssen auch sicherstellen, dass den Fahrern nichts passiert.“

So sehen die neuen IndyCar-Renner für 2018 aus: HIER

IndyCar-Techniker glauben, dass mit dem neuen Aero-Kit, das 2018 eingeführt wird, Pack-Racing nicht mehr so leicht möglich sein wird. Die IndyCar verbessert auch permanent die Sicherheit der Chassis. Nur so konnten Dixon und Bourdais ihre Indy-Unfälle überleben. Selbst über einen Kopfschutz am Cockpit für 2018 wird nachgedacht.

DTM-Pilot Robert Wickens testet IndyCar

Am Wochenende steht in Elkhart Lake ein Rundstreckenrennen an (19 Uhr Sport 1 US, DAZN). Dort ist Pack-Racing kein Thema. Die Meisterschaft ist eng: Es führt Scott Dixon, ohne aber in den bisherigen neun von 17 Rennen wenigstens ein Rennen gewonnen zu haben. Vorjahressieger in Elkhart Lake ist Will Power, der auch das Crashrennen von Texas gewonnen hat.

Zumindest im Training wird es außerdem ein überraschendes Debüt von DTM-Pilot Robert Wickens geben. Er ersetzt Mikhail Aleshin bei Schmidt Peterson (Honda), der wegen Visa-Problemen außer Gefecht gesetzt ist. Der Russe ist aber optimistisch, dass er die Probleme noch vor dem Qualifying aussortieren kann.