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IndyCar: Gommendy gibt Debüt Mit einem Mörder zum Indy 500

— 13.09.2017

Mit einem Mörder zum Indy 500

Tristan Gommendy wird 2018 das Indy-500 bestreiten – und wird dabei von einem ehemaligen Formel-1-Teamchef unterstützt, der seine Ehefrau erschossen hat.

Ein neuer Fahrer beim Indy 500: Tristan Gommendy. Der 38-Jährige wird Ende Mai 2018 einen rund 700 PS starken Dallara-Honda für das Schmidt-Peterson-Team fahren. Das Spezielle: Finanziert wird sein Einstand von Didier Calmels, ein ehemaliger Formel-1-Teamchef – und ein Mörder!

Es war der 28. Februar 1989. Calmels, ein erfolgreicher Rechtsanwalt und Geschäftsmann, erschießt in einem Eifersuchtsdrama mit einer Schrotflinte seine Frau Dominique, Mutter von vier Kindern. 1990 wird er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, kommt aber nach rund zwei Jahren frühzeitig aus der Haft. Auch seine Schwiegermutter begnadigt ihn: „Seine Kinder lieben ihn und er liebt sie. Ich habe meine Tochter verloren, aber habe noch meine Enkel.“

Calmels hat eine Leidenschaft für den Rennsport: In den 70er Jahren war der Franzose selbst Amateur-Rennfahrer, 1987 gründete er zusammen mit Gérard Larrousse ein eigenes Formel-1-Team. Aguri Suzuki erreichte beim Japan-GP 1990 in einem von Larrousse eingesetzten Lola-Lamborghini den dritten Platz.

Tristan Gommendy gibt 2018 sein Indy-500-Debüt

Inzwischen ist Calmels wieder verheiratet und wieder erfolgreicher Geschäftsmann. Er hat sich darauf spezialisiert, finanziell angeschlagene Unternehmen zu kaufen und wieder flott zu machen. „Ich habe mehr als 8000 Arbeitsplätze gerettet“, erzählt er in französischen Medien. Und: Er ist wieder im Rennsport aktiv. Zuletzt unterstützte er das LMP2-Projekt von Signature Alpine in der Sportwagenweltmeisterschaft. Dort ist auch Gommendy für das Team von Schauspielerlegende Jackie Chan im Einsatz, wurde Dritter beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 2007 fuhr Gommendy auch in der IndyCar, noch unter dem ChampCar-Banner. Aber auf einem Ovalkurs wie in Indianapolis war er noch nie unterwegs.

In der IndyCar dreht sich derzeit das Transferkarussell. 2018 stehen große Änderungen an: Le-Mans-Sieger Brendon Hartley dürfte mit Ganassi den Einstieg in die US-Formel 1 schaffen – als Teamkollege seines neuseeländischen Landsmannes Scott Dixon, der beim Indy 500 so übel abgeflogen ist. Tony Kanaan muss dafür weichen und zum Foyt-Team wechseln. Indy-500-Sieger Takuma Sato startet wohl in einen zweiten Dallara-Honda von Rahal Letterman Lanigan. Dafür übernimmt US-Aufsteiger Zach Veach seinen Platz bei Andretti.


Fotos:
@Calmessport/Facebook; @Tgommendy/Twitter