/Indien will Windows-Rabatt um Erpressungstrojaner auszubremsen

Indien will Windows-Rabatt um Erpressungstrojaner auszubremsen

Indien will Windows-Rabatt um Erpressungstrojaner auszubremsen


Alexander Spier

Millionen alter Windows-Installationen gefährden die Sicherheit indischer Computernutzer. Um die Bedrohung insbesondere durch Erpressungstrojaner zu reduzieren, fordert Indien einen Rabatt auf Windows 10. Microsoft habe dem “prinzipiell” zugestimmt.

Indien fordert angesichts der steigenden Attacken auf ältere Windows-Versionen ein deutlich reduziertes Angebot für das Upgrade auf Windows 10. Das meldet der Nachrichtendienst Reuters. Demnach seien potentiell über 50 Millionen Windows-Nutzer in Indien gefährdet und sollten von dem Angebot profitieren können.

Die Forderung kommt vom indischen Cyber-Sicherheitskoordinator Gulshan Rai, der eine Senkung auf höchstens ein Viertel des üblichen Preises fordert. Ziel sei es, den Nutzern einmalig die Chance auf ein günstiges Upgrade zu gewähren. Rai zufolge hat Microsoft in Indien prinzipiell der Forderung zugestimmt. Details zum Umfang sollen in den nächsten Tagen folgen. Microsoft selbst kommentierte die Anfragen von Reuters jedoch nicht. Ginge Microsoft den potentiell Milliarden-schweren Deal ein, wären Forderungen anderer Länder aber wohl nicht weit.

Windows XP und die Ramsomware

Von den 57 Millionen PCs in Indien laufen 96 Prozent auf Windows, offenbar jede Menge noch mit alten Windows-Versionen. Das Sicherheitsteam von Rai hat nach eigener Aussage dafür gesorgt, dass auf 200.000 Geldautomaten der Patch für Windows XP installiert wurde, so habe man das Ausmaß des Petya/NotPetya-Ausbruchs im Land begrenzen können.

Seit der “WannaCry”-Attacke stehe man laut Rai in Verhandlungen mit Microsoft. Diese Erpressungstrojaner greift ebenso wie Petya und NotPetya hauptsächlich ältere Windows-Versionen an, bei denen oft Lücken ungepatcht bleiben. Gegen WannaCry veröffentlichte Microsoft zwar selbst für Windows XP noch einen entsprechenden Fix, doch das ändert nichts an der grundsätzlichen Gefährdung von nicht mehr unterstützten Systemen, die noch am Internet hängen.

Windows 10 Home kostet in Indien laut Reuters rund 8000 indische Rupien (umgerechnet 107 Euro), die Pro-Version 15.000 Rupien (201 Euro). Das wäre deutlich mehr, als man in Deutschland derzeit für Windows 10 im Handel bezahlen müsste, Microsoft selbst verlangt 135 respektive 280 Euro.


(asp)