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IFA: Philips will HDR10+ von Samsung unterstützen, Dolby Vision derzeit kein Thema


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Philips will HDR10+ von Samsung unterstützen, Dolby Vision derzeit kein Thema


Ulrike Kuhlmann

Nach Panasonic scheint auch Philips das von Samsung entwickelte HDR-Format unterstützen zu wollen: Mit HDR10+ versucht Samsung derzeit, eine Konkurrenz zum dynamischen HDR-Format Dolby Vision in den Markt zu drücken.

Nachdem sich Panasonic zu Samsungs neuem HDR-Format HDR10+ bekannt hat, ließ nun auch Philips durchblicken, dass seine TVs künftig das von Samsung entwickelte Verfahren unterstützen werden. Anders als Panasonic gab Philips aber noch keine offizielle Verlautbarung heraus. Man sei jedoch gemeinsam mit Samsung in diversen Standardisierungsgruppen aktiv, erklärte Philips-Entwicklungschef Danny Tack. Insofern läge es nahe, dass man auch bei HDR zusammenarbeite.

Tack glaubt, dass sich HDR10+ als künftiges Standard für dynamisches HDR durchsetzen wird. Das Format sei seiner Meinung nach so gut wie das konkurrierende HDR-Format Dolby Vision – und lizenzfrei. Eine Unterstützung von Dolby Vision steht bei Philips nach eigenen Angaben in absehbarer Zukunft nicht auf dem Plan.

Dynamisch statt statisch

Bei dem aktuell von allen HDR-fähigen Fernsehgeräten und Zuspielern unterstützen HDR10 werden die grundlegenden Bildparameter einmal zu Beginn eines Films festgelegt – man spricht deshalb vom statischen HDR-Format. Bei dem von Samsungs entwickelten HDR10+ handelt es sich dagegen um ein dynamisches Format: Die Parameter für den Bildinhalt werden Szene für Szene oder sogar Bild für Bild dynamisch festgelegt. Das soll für noch bessere Kontraste und feinere Bilddetails vor allem in sehr hellen und sehr dunklen Szenen sorgen.

HDR10+ gleicht damit dem dynamischen HDR-Format Dolby Vision. Samsung führt allerdings zwei wesentliche Argumente gegen das vor geraumer Zeit eingeführte Dolby-Format ins Feld: Hersteller, die Dolby Vision nutzen wollen, müssen Geräteinterna gegenüber Dolby offenlegen, damit der AV-Spezialist die optimalen TV-Einstellungen festlegen kann. Und vor allem: Es werden Lizenzgebühren an Dolby fällig. Samsung schmeckt offenbar weder die Abhängigkeit von Dolby noch die fällige Gebühr.

Die Verwirrung um HDR wird für die Anwender dadurch auf die Spitze getrieben, dass es noch ein viertes HDR-Format gibt: Hybrid-Log Gamma, kurz HLG, das für die TV-Übertragung in 4K gedacht ist. HLG kommt ohne Metadaten aus und ist abwärtskompatibel zur Videowiedergabe mit Standardkontrast. Es ist ebensowenig wie HDR10+ für die Nutzung auf Ultra HD Blu-ray spezifiziert.

Kleinkrieg mit Folgen für die Zuschauer

Das dynamische HDR-Format Dolby Vision wird aktuell im Wesentlichen von LG unterstützt. Insofern ist HDR10+ auch eine konsequente Fortführung des Streits der koreanischen Unterhaltungselektronik-Riesen Samsung und LG: HDR10+ versus Dolby Vision, OLED versus QLED. Für die Nutzer ist dieser Kleinkrieg beziehungsweise dessen Folgen verwirrend. Das zeigen auch die diversen Fragen an die Redaktion.

So meinen viele, dass es sich bei QLED um eine ganz besondere Displaytechnik handelt, ähnlich wie OLED. Zumindest aktuell ist das aber nicht der Fall: In QLED-TVs von Samsung steckt wie in 95 Prozent aller Fernsehgeräte ein LC-Display. Das “Q” steht hier für Quantenpunkte – winzige Nanopartikel im Backlight-System, die für sattere Displayfarben im LCD sorgen. Die für LCDs typischen Eigenschaften wie begrenzter Kontrast und eingeschränkte Einblickwinkel, ebenso wie eine hohe Leuchtdichte findet man auch bei den mit Quantenpunkten aufgepeppten QLED-TVs.

Die mögichen Entwicklungen der Quantenpunkte beschreibt c‘t im aktuellen Heft 19/17:

(uk)