/Hyperloop-Test: Münchener gewinnen erneut mit Geschwindigkeitsrekord

Hyperloop-Test: Münchener gewinnen erneut mit Geschwindigkeitsrekord

Hyperloop-Test: Münchener gewinnen erneut mit Geschwindigkeitsrekord


Martin Holland

Die schnellste Kapsel der Competition II

(Bild: WARR)

Zum zweiten mal führte der Raumfahrtkonzern SpaceX am Wochenende einen Testlauf für das futurustische Transportkonzept Hyperloop durch. Wieder stellte das Team aus München dabei die schnellste Kapsel.

Studenten der TU München haben auch beim zweiten Wettbewerb für Elon Musks Transportvision Hyperloop die schnellste Kapsel in die Röhre gebracht. Die Kapsel des Teams der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt, kurz WARR, erreichte 324 Kilometer pro Stunde, freute sich Elon Musk auf Twitter. Das gelang dem Team in der gleichen, rund 1250 Meter langen Teströhre, in der ihr Gefährt schon Ende Januar triumphierte, damals aber noch mit 94 Kilometern pro Stunde. Da in der Röhre und ohne menschliche Passagiere ein noch stärkeres Beschleunigen und Abbremsen möglich sei, hält Musk es sogar für möglich, darin Überschallgeschwindigkeiten zu erreichen.

Erfolg und Misserfolg

Der Wettbewerb war der zweite des Raumfahrtkonzerns SpaceX, der zwar nicht an der Entwicklung des Hyperloops arbeitet, die aber zumindest unterstützen will. Wieder waren Dutzende Teams aus aller Welt angereist, darunter neben dem aus München auch eins der Hochschule Emden/Leer. Denen erging es aber deutlich schlechter, so dass sie nicht am Finallauf teilnehmen konnten. In einer spannenden Vorrunde waren die norddeutschen Studenten am Samstag als eines von sieben Teams für den Testlauf in der Vakuumröhre bei Normaldruck zugelassen worden, berichtet die dpa.

Die Fahrt der WARR-Kapsel

“Leider gab es dann seitens der Firma SpaceX technische Probleme, so dass dieser abschließende Test nicht mehr durchgeführt werden konnte”, teilte die Hochschule später mit. Die jungen Leute aus Niedersachsen hätten so unverschuldet die Mindestanforderung für den Finallauf verpasst. Sie hatten monatelang an dem rund 300.000 Euro teuren Kapsel-Prototyp gebastelt und dafür auch viel Geld von Sponsoren eingeworben. Mit 85 Punkten lag das Team der Hochschule nur knapp hinter den drei Finalteilnehmern, die je 88 Punkte hatten, wie die Hochschule am Sonntag mitteilte.

Arbeit an der Realisierung

Elon Musk hatte das futuristische Transportkonzept Hyperloop publik gemacht und aus Zeitmangel für andere zur Realisierung freigegeben. Sein Konzern SpaceX will die mit den Wettbewerben für Hyperloop-Kapseln begleiten. Währenddessen arbeiten mehrere Unternehmen an der Transporttechnik und sind dabei schon unterschiedlich weit gekommen. Auf einer Teststrecke in Nevada etwa hat Hyperloop One bereits mehrmals eine Kapsel beschleunigt und hat mit der auch schon über 300 Kilometer pro Stunde erreicht. Das Unternehmen will nun bereits über kommerziell betriebene Strecken verhandeln, während einige grundlegende Fragen, etwa zur Sicherheit noch immer nicht beantwortet wurden.


(mho)