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HTTP-Status 418 “Ich bin eine Teekanne” darf bleiben

HTTP-Status 418 “Ich bin eine Teekanne” darf bleiben


Daniel Berger

Der HTTP-Status 418 ist eigentlich ein Scherz. Trotzdem nutzen ihn viele Websites, darunter Google.com.

Der HTTP-Statuscode 418 “I’m a tea pot” war eigentlich als Aprilscherz gedacht und drohte, aus dem Netz zu verschwinden. Doch nun könnte der sinnlose Fehlercode sogar zum offiziellen IETF-Standard werden.

Kommt beim Kaffeekochen eine Teekanne anstelle einer Kaffeekanne zum Einsatz, sieht das “Hyper Text Coffee Pot Control Protocol” (HTCPCP) den “Fehler 418” vor: “Ich bin eine Teekanne”. Das Protokoll war als Erweiterung für HTTP gedacht – aber nur als Aprilscherz, der nie offizieller Teil von HTTP geworden ist. Doch auf zahlreichen Websites taucht die eigentlich sinnlose Statusmeldung trotzdem auf. Humorvolle Entwickler implementierten den “Fehler 418” außerdem in bekannte Software-Projekte, darunter Node.js, ASP.NET sowie Googles Programmiersprache Go.

Bereits 1998 hatte Larry Masinter das Kaffee-Protokoll mit seiner 418er-Fehlermeldung erfunden. HTCPCP war gedacht für “die Kontrolle, die Überwachung sowie die Diagnose von Kaffeekannen”. Jeder Versuch, Kaffee mit einer Teekanne aufzubrühen, sollte mit dem Fehlercode 418 beantwortet werden. Das sah die Spezifikation vor. Der Aprilscherz war als Reaktion auf die vielen schlechten HTTP-Erweiterungen gedacht, die vorgeschlagen worden waren. Bis heute führt der Fehlercode im Internets ein erstaunliches Eigenleben als obskurer Insider-Witz.

Doch einer war von diesem Easter-Egg so gar nicht begeistert: Mark Nottingham. Er ist Chef der HTTP-Arbeitsgruppe bei der Internet Engineering Task Force (IETF). Nottingham hatte mehrmals vorgeschlagen, den 418-Code zu löschen, denn dieser könne eines Tages benötigt werden. Schließlich sind die 4xx-HTTP-Statuscodes begrenzt. Im Repository von Go schrieb Nottingham deshalb: “Bitte erwägt, den Code aus Go zu entfernen, weil es sich nicht um einen HTTP-Status handelt […]. Ich weiß, es ist lustig, ich weiß, dass ihn viele Leute aus Spaß implementiert haben, aber er sollte nicht den Kernprotokoll verschmutzen.” Der Scherz-Statuscode drohte aus dem Netz zu verschwinden.

Rettet Fehler 418!

Doch die Entwickler-Communitys hatten den Teekannen-Statuscode längst in ihre Herzen geschlossen. Mit dem “Save 418 Movement” und dem Slogan “We are the teapots” formierte sich Widerstand gegen den Löschvorschlag von Nottingham. Der humorvolle Protest zeigte Wirkung: Alle drei erwähnten Projekte beschlossen, dass der Fehlercode bleiben sollte. Und so konnte Save 418 stolz verkünden: “For the history books: Node.js has ruled in our favor! Asp.net is keeping in 418! We won the Request scuffle! Go as well! (for the time being)”. Wobei Google sich der Sache noch nicht ganz so sicher ist, man wolle die Situation mit dem nächsten Versionssprung beurteilen.

Auch Nottingham hatte schließlich ein Einsehen – und reichte bei der IETF sogar einen Antrag ein, den lustigen Statuscode zu “reservieren”. Somit kann der Statuscode zunächst nicht für irgendeinen anderen Fehler verwendet werden. Und so bleibt Fehler 418 ein charmanter Teil des Internets. In Zeiten der vernetzten Haushaltsgeräte ist ein solcher Fehlercode vielleicht nicht die allerdümmste Idee.


(dbe)