/Hetze nach rechtem Anschlag: US-Webhoster GoDaddy verbannt Neonazi-Seite

Hetze nach rechtem Anschlag: US-Webhoster GoDaddy verbannt Neonazi-Seite

Hetze nach rechtem Anschlag: US-Webhoster GoDaddy verbannt Neonazi-Seite


Martin Holland

Eine bekannte Neonazi-Seite aus den USA hat am Wochenende in einem Artikel massiv gegen eine junge Frau gehetzt, die am Wochenende offenbar das Opfer eines rechtsterroristischen Anschlags geworden war. Nun zieht der Hoster der Seite die Reißleine.

Der US-Webhoster GoDaddy hat die Betreiber einer bekannten US-Neonazi-Seite aufgefordert, sich einen neuen Anbieter zu suchen. Die Macher von “The Daily Stormer” hätten gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, erklärte das US-Unternehmen auf Twitter. Die rechtsradikale Seite – und schließlich auch der Hosting-Anbieter – waren am Wochenende einmal mehr in die Kritik geraten, nachdem dort ein abstoßender Artikel über die junge Frau veröffentlicht worden war, die am Samstag Opfer eines Anschlags eines offenbar rechtsextremen Autofahrers geworden war. Internetnutzer hatten GoDaddy nach den Ereignissen vom Wochenende zu diesem Schritt aufgefordert und fordern nun Vergleichbares von Cloudflare, das als CDN für die Seite fungiert, wie The Register erläutert. Vorher hatte AirBNB rechtsextreme Nutzer verbannt, die über die Seite Unterkünfte suchen wollten.



Die Überschrift des Hetzartikels

Die Überschrift des Hetzartikels

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Bild: Screenshot


“The Daily Stormer” wurde von dem US-Neonazi Andrew Anglin gegründet, dessen rechtsradikale Ansichten die Anti-Rassismus-Organisation SPLC zusammengefasst hat. Seine Seite hatte für einen Aufmarsch von Neonazis und Rechtsradikalen am Wochenende in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia geworben – dort wendeten sie sich gegen den geplanten Abbau einer Statue des Südstaatengenerals Robert E. Lee. Gegen den Aufmarsch der Neonazis hatten sich wiederum Gegendemonstrationen gebildet, von denen eine am Samstag von einem Autofahrer angegriffen wurde – er raste mit seinem Auto in die Menge. Der Fahrer tötete dabei eine 32-Jährige, die daraufhin in einem Artikel des “Daily Stormer” massiv beleidigt und erniedrigt wurde. In der Folge zog GoDaddy nun offenbar Konsequenzen und kündigte eine Verbannung der Seite an, deren Name sich auf das Hetzblatt “Der Stürmer” aus dem Dritten Reich bezieht.

[Update 14.08.2017 – 10:05 Uhr] Die jüngste Meldung auf “The Daily Stormer” behauptet, die Seite sei nun unter der Kontrolle von Hackern unter dem Anonymous-Label. Darin steht, mit dem Hass sei nun Schluss, die erbeuteten Daten sollen veröffentlicht werden. Inwieweit das stimmt, ist derzeit noch unklar.


(mho)