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Hardware Studio: Unterstützung fürs Crowdfunding

Hardware Studio: Unterstützung fürs Crowdfunding


Helga Hansen

(Bild: Martina Paukova/Kickstarter)

Tolle Produktidee und keine Ahnung, wie es hergestellt werden soll? Kickstarter will aufstrebende Hardware-Entwickler mit einer neuen Initiative stärker unterstützen. Hardware Studio bietet Tutorials, Software und Beratung.

Fehlende Features, verzögerte Auslieferung oder ganz eingestellte Produkte – nach einem erfolgreichen Crowdfunding kann immer noch einiges schief gehen. Gerade wenn es um Hardware geht und eine Unterstützung meist eine Vorbestellung bedeutet, unterschätzen Projektstarter oft die Hürden auf dem Weg vom Prototypen zur Massenfertigung. Speziell für neue Hardware-Entwickler hat Crowdfundingpionier Kickstarter nun eine Initiative ins Leben gerufen, die bei den Stolperfallen helfen soll.

Kickstarter & Co.

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Hilfe für Starter

Unter dem Namen Hardware Studio gibt es ab sofort Unterstützung auf mehreren Ebenen: Entwickler können sich für das Programm Hardware Studio Connection bewerben, um sich dort beraten zu lassen. Sie sollten allerdinge eine Produktion von 2000 Geräten und mehr planen. Auf der Seite Hardware Studio Toolkit werden außerdem Erfahrungsberichte aus erfolgreichen Firmen veröffentlicht sowie Webinare und Tutorials angeboten. Bei beiden Angeboten arbeitet die US-amerikanische Plattform mit dem Elektronik-Distributor Avnet und dessem neu erworbenen Dienstleister Dragon Innovation zusammen.

Zu den Problemen, bei denen Hardware Studio Hilfestellung leisten soll, gehören die Kosten und realistische Berechnung der Kampagne. Teilnehmer des Programms können dazu die Software Product Planner von Dragon Innovation nutzen. Auch bei der Auswahl von Herstellern in China, nötige Sicherheitszertifizierungen und der Planung einer erfolgreichen Crowdfundingkampagne werden die aufstrebenden Firmen beraten. Nicht zuletzt Fehler bei den Aufgaben abseits der Hardware, wie dem Verpackungsdesign und der Lagerhaltung, sollen so vermieden werden.

Crowdfunding mit Tücken

Negativbeispiele für gescheiterte Kickstarter-Projekte sind etwa die Mini-Drohne Zano und der 3D-Drucker Peachy Printer. Der Prototyp, der 2015 mit 3 Millionen Euro finanzierten Zano, verfügte beim Crowdfunding nicht über alle versprochenen Funktionen. Selbst wenn – für die pünktliche Auslieferung der 12.000 vorbestellten Einheiten hatte die Firma Torquing nie die nötigen Produktionskapazitäten. Probleme mit der Zeritifizierung des Lasers gab es 2016 beim Peachy Printer. Zu Fall brachte das Projekt dann ein Mitgründer, der sich von der Hälfte des Crowdfundinggelds ein Haus kaufte und so 300.000 kanadische Dollar veruntreute. Mehr Unterstützung für erfolgreich finanzierte Projekte war daher seit Jahren eine Forderung an Kickstarter.


(hch)