/Handy des Schützen von Texas könnte Streit über Verschlüsselung anheizen

Handy des Schützen von Texas könnte Streit über Verschlüsselung anheizen

Handy des Schützen von Texas könnte Streit über Passwortschutz anheizen

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Der Attentäter, der in einer texanischen Kirche 26 Menschen erschoss, besaß ein iPhone, dessen Daten die Ermittler gerne auslesen würden. Doch das ist ihnen nicht möglich.

Der Konflikt um den Passwortschutz und die Verschlüsselung von Smartphones zwischen US-Regierung und IT-Industrie könnte sich nach dem Massaker in einer texanischen Kirche wieder zuspitzen. Die Ermittler beschwerten sich am Dienstag, dass sie nicht in das Handy des Mannes reinkämen, der am Sonntag 26 Menschen erschossen hatte. Inzwischen wurde bekannt, dass es sich dabei um ein iPhone handelt. Apple weigert sich vehement, den Passwortschutz und die Verschlüsselung auf seinen Geräten grundsätzlich auszuhebeln, mit der Begründung, dass dies die Sicherheit für alle Nutzer gefährden würde.

Der Schütze wurde nach dem Massaker tot in seinem Wagen gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst erschoss. Nach Einschätzung von Experten hätte es innerhalb der ersten 48 Stunden die Chance gegeben, das iPhone auch mit dem Fingerabdruck des Toten zu entsperren – sofern jedenfalls auf dem Gerät die Touch-ID-Funktion zur Identifikation per Fingerabdruck aktiviert war. Dazu ist bisher nichts bekannt geworden. Spätestens nach zwei Tagen ohne Entsperrung verlangt ein iPhone die Eingabe eines Zahlencodes.

Aus einer Reaktion von Apple geht hervor, dass die Behörden den Konzern nicht kontaktiert hatten, das Unternehmen habe sich selbst an die Ermittler gewandt, nachdem es bei einer Pressekonferenz gehört habe, dass sie keinen Zugriff auf ein Telefon hätten, hieß es in einer Stellungnahme an die Website “Buzzfeed”.

Die US-Ermittlungsbehörden beschweren sich immer wieder, dass bei ihnen tausende Telefone lägen, auf die sie nicht zugreifen können. Im vergangenen Jahr hatte Apple eine Klage des US-Justizministeriums in Kauf genommen als es darum ging, das iPhone eines getöteten Attentäters zu entsperren. Der Konzern weigerte sich, eine spezielle Software zu entwickeln, die den Passwortschutz umgeht. Am Ende konnten die Ermittler mit Hilfe eines externen Dienstleisters die Sperre des iPhones überwinden. Wie genau, wurde nicht öffentlich. Allerdings handelte es sich damals um ein älteres iPhone 5c, das deutlich schwächer geschützt ist als neuere Modelle.
(dpa) /


(anw)