/Gibt es ein Comeback für die Doofen?

Gibt es ein Comeback für die Doofen?

Im Animationsspaß “Der kleine Vampir” leiht Wigald Boning (50, “Bekenntnisse eines Nachtsportlers”) der Figur Manni, dem Assistenten des Vampirjägers, seine Stimme. Ab 26. Oktober läuft der Film in den deutschen Kinos. Die Buchvorlage stammt aus der Feder von Angela Sommer-Bodenburg (68) und wurde weltweit millionenfach verkauft. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news hat Wigald Boning unter anderem erzählt, welche Bücher er als Kind verschlungen hat, ob es seine Kinder ins Rampenlicht zieht und ob er und Olli Dittrich (60) die Doofen zurückbringen werden.

Herr Boning, Sie sind unter anderem als Komiker, Moderator, Musiker, Autor, Schauspieler und Synchronsprecher tätig, zudem sind Sie Ausdauersportler. Welche Berufsbezeichnung würden Sie sich selbst geben?

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Wigald Boning: Ich glaube, dass ich professioneller Wigald bin. Ich kann nichts wirklich richtig gut, aber alles ein bisschen und komme gut durchs Leben, in dem ich mich als begeisterter Dilettant auf verschiedenen Gebieten versuche. Dadurch habe ich einen Vorteil: Ich kann manchmal das eine mit dem anderen verknüpfen.

Gibt es etwas, das Sie noch ausprobieren wollen?

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Wigald Boning: Ich hoffe, dass ich, so lange ich lebe, immer wieder etwas Neues finde.

Fällt Ihnen spontan etwas ein?

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Wigald Boning: Ich habe von einer Vintage-Dance-Schule in München gehört, bei der man zum Beispiel Charleston oder Steppen lernen könnte, das wäre doch mal interessant.

“Der kleine Vampir” basiert auf einer erfolgreichen Kinderbuchreihe. Welche Bücher haben Sie als Kind gelesen?

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Wigald Boning: Erstmal das, was von der Augsburger Puppenkiste verfilmt wurde, “Lukas der Lokomotivführer” und “Jim Knopf und die Wilde 13”, aber auch “Kleiner König Kalle Wirsch” oder “Urmel aus dem Eis”. Ich habe mich aber bereits früh auf Sachbücher spezialisiert. Da gab es die “Erklär mir”-Reihe und “Was ist was”. In der vierten Klasse hatte ich zudem ein Fischer-Schüler-Lexikon, das habe ich, glaube ich, komplett auswendig gelernt, so ein großer Fan war ich.

Haben Sie “Der kleine Vampir” auch gelesen?

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Wigald Boning: Dafür bin ich etwas zu alt. Aber meine kleine Schwester, die drei Jahre jünger ist als ich, hat das Buch auswendig gelernt.

“Der kleine Vampir” dreht sich um eine ungewöhnliche Freundschaft. Wie wichtig sind Ihnen Freunde?

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Wigald Boning: Ich zähle nicht so viele Menschen zu meinen engen Freunden, aber diese sind mir natürlich wichtig. Oftmals erkennt man ja gute Freunde durch dramatische Erlebnisse im Leben -wem man davon erzählen und wer einem helfen kann. Umgekehrt habe ich natürlich auch Freunde, denen ich bedingungslos helfe.

Haben Sie selbst ungewöhnliche Freundschaften?

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Wigald Boning: Also mit einem Vampir bin ich nicht befreundet. Meine Freundschaften sind in dem Sinn alle sehr gewöhnlich. Im Facebook-Zeitalter ist Freundschaft sowieso eigentümlich. Ich hatte zeitweilig mal 5.000 Freunde. Dann habe ich meinen Facebook-Account aufgelöst und nun habe ich gar keinen mehr.

Waren Sie in jungen Jahren eher brav und folgsam oder auch mal rebellisch wie Rüdiger von Schlotterstein?

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Wigald Boning: Ich war eigentlich eher brav und folgsam. Als Jugendlicher habe ich auch mal verbotene Sachen gemacht, aber das habe ich meinen Eltern nie erzählt. Das wissen sie bis heute nicht. Ich konnte mich jedoch in der Figur des Manni in “Der kleine Vampir” sehr gut wieder finden. Er ist jemand, der sehr beflissen ist, den Anforderungen der Erwachsenenwelt zu genügen und sich dann im Laufe des Films davon freischwimmt. Ich habe sozusagen durch meine Arbeit an “Der kleine Vampir” meine Jugend noch einmal neu durchlebt.

Zieht es eigentlich Ihre Kinder ins Rampenlicht bzw. Showbusiness?

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Wigald Boning: Einer meiner Söhne studiert visuelle Gestaltung, der wird beruflich damit wohl mal zu tun haben. Der andere ist professionell mit Tourismus beschäftigt. Beiden geht Gott sei Dank das Rampensäuische komplett ab.

Sind Sie froh darüber?

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Wigald Boning: Ja, da bin ich ganz froh. Ich bin auf Bühnen zu Hause, weil sich das so ergeben hat. Ich wollte eigentlich Wissenschaftler werden. Ich beneide gute Wissenschaftler bis heute. Im Showgeschäft hatte ich, wenn ich ehrlich bin, ganz viel Glück.

Es hagelt in den letzten Jahren förmlich Comebacks und Revivals – ganz gleich ob in der Musikwelt oder bei Film und Fernsehen. Gab es jemals die Überlegung, die Doofen wieder aufleben zu lassen?

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Wigald Boning: Ganz vage Überlegungen gab es mal. Aber ich bin bei Revivals grundsätzlich skeptisch. Wenn ich mir meinen eigenen Lebensweg so anschaue und ihn mit einer Wanderung vergleiche, dann gehe ich ungerne freiwillig zurück und wiederhole ein Wegstück. Ich gehe gerne von A nach B und das auf dem direkten Weg. Sonst hätte ich den Eindruck, dass ich mich wiederhole, was man ja nur macht, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. So reizvoll der Gedanke im Zusammenhang mit den Doofen ist, da treibt mich – und Olli genauso – nichts wieder hin.

Da sind Sie und Olli Dittrich sich also einig?

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Wigald Boning: Ja, er ist da genauso skeptisch wie ich. Und wenn wir mal drüber nachdachten, dann war es sowieso so, dass entweder er ganz viel zu tun hatte oder ich und es nie passte.

Wie ist Ihr Verhältnis heute? Haben Sie noch Kontakt?

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Wigald Boning: Ja, wir haben Kontakt. Wir haben aber beruflich wenig miteinander zu tun. Vielleicht kommt er ja mal zu “Genial daneben”, das könnte ich mir gut vorstellen. Wir laufen uns immer mal wieder über den Weg, auch durch Zufall. Neulich war ich in einer Garderobe, in der wir zu Zeiten von die Doofen auch waren. Da habe ich ein Foto vom Fenster aus gemacht und ihm mit der Frage “Wo bin ich?” geschickt. Er wusste es natürlich sofort.

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