/Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus

Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus

Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus


Leo Becker

Apple setzt auf erneuerbare Energien für seine Rechenzentren in Irland und in Dänemark.

(Bild: dpa, Maja Hitij)

Die von der EU-Kommission geforderte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro, die Apple an Irland zu leisten hat, wird in festverzinsliche Wertpapiere investiert – bis der Streit entschieden ist. Ein Investment-Manager soll helfen.

Die von den Brüsseler Wettbewerbshütern gegen Apple verhängte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro liegt bereits auf einem Treuhandkonto und soll in “wenig riskante festverzinsliche Wertpapier investiert werden”, wie Irlands Steuerbehörde nun mitteilte. Das vorrangige Investitionsziel sei, den Milliardenbetrag “in Anbetracht der vorherrschenden Marktkonditionen soweit möglich zu erhalten”. Dies berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Investment-Manager soll den geparkten Milliardenbetrag bewahren

Für den Milliardenbetrag sucht die irische Steuerbehörde einen oder mehrere Investment-Manager, an der Auswahl der Kandidaten ist auch Apple beteiligt. Dies sei wohl ein Eingeständnis der irischen Regierung, die sich gegen ein eventuell auftretendes Investmentminus absichern will, so die Finanznachrichtenagentur.

Der gesuchte Investment-Manager müsse bereits Assets von mindestens 500 Milliarden Euro verwalten, davon 100 Milliarden Euro in festverzinslichen Wertpapieren, so die Vorgabe der Steuerbehörde. Der Betrag wird als Fonds verwaltet, dessen “exakte Bedingungen” noch vertraulich ausgehandelt werden.

Sollte die angeordnete Steuernachzahlung durch den europäischen Gerichtshof aufgehoben werden, geht der komplette Betrag an den iPhone-Konzern zurück. Die Entscheidung über Apples Berufungsantrag könne bis zu fünf Jahre dauern.

Irland will angeordnete Steuernachzahlung nicht



Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die Steuernachforderung im vergangenen Jahr als “politischen Scheiß”.

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dpa, Christoph Dernbach



Die EU-Kommission hat Irland im August 2016 aufgefordert, 13 Milliarden Euro an Steuern plus Zinsen von Apple einzufordern. Gegen diese Entscheidung geht sowohl Apple als auch die irische Regierung vor. Nach mehrjähriger Prüfung waren die Wettbewerbshüter zu der Ansicht gelangt, dass die Steuervereinbarungen zwischen Apple und Irland als unzulässige staatliche Beihilfe zu werten sind. Apple habe deutlich weniger als den für andere Firmen geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt.

Der Kommission seien “schwerwiegende Fehler” in Hinblick auf Apples Tätigkeiten außerhalb Irlands unterlaufen, erklärte das Unternehmen Anfang des Jahres: Sie habe nicht erkannt, dass gewinnbringende Geschäftstätigkeiten wie die “Entwicklung und Vermarktung geistigen Eigentums” von den USA aus “kontrolliert und verwaltet” werden – und die Gewinne entsprechend dem Heimatstandort “zuzuordnen” seien statt Irland. Die irischen Niederlassungen würden nur “Routineaufgaben” erledigen.

Über Tochterfirmen wickelt Apple in Irland große Teile des internationalen Geschäfts ab. Der Konzern betont seit längerem, man wolle die im Ausland geparkten Gewinne in die USA überführen, “wenn die Steuerquote vernünftiger ist”. Derzeit werden über 35 Prozent fällig. Apple erwartet eine Steuersenkung.


(lbe)