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Geldmangel: Soundcloud übersteht Lostag

Geldmangel: Soundcloud übersteht Lostag

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Daniel AJ Sokolov

Ohne Geld ka Musi

Soundcloud braucht dringend Geld. Am heutigen Freitag müssen sich die Investoren entscheiden, ob sie frisches Kapital zuschießen und teilweise auf bisherige Ansprüche verzichten, oder ob sie die Firma ihrem Schicksal überlassen.

Soundcloud steckt in der Klemme. Obwohl vor einem Monat 40 Prozent der Belegschaft gekündigt wurde, braucht der Musikdienst dringend Geld. Am Dienstag ist laut Axios ein Rundschreiben an bestehende sowie zwei neue Investoren ergangen: Bis zum heutigen Freitag müssen sie entscheiden, ob sie 169,5 Millionen US-Dollar einzahlen. Diese Summe ist fast so hoch wie die fünf bisherigen Wagniskapitalrunden eingebracht haben (etwa 193 Millionen US-Dollar).

Soundcloud will mit dem frischen Geld seine Schulden tilgen und “eine starke, unabhängige Zukunft sicherstellen”. Sollten die Teilhaber aber nicht bereit sein, weitere Münzen einzuwerfen, droht der Firma “in der nahen Zukunft” das Geld auszugehen, heißt es in dem Rundschreiben – es sei denn, es finden sich andere Geldgeber.

Neuer Chef soll es richten



Alex Ljung

Soundcloud-Mitgründer Alexander Ljung im Jahr 2012

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Bild: kmeron CC BY 2.0



Teil des Rettungsplans ist auch eine neue Geschäftsleitung. CEO und Mitgründer Alexander Ljung soll sich auf den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden zurückziehen, wie Recode berichtet. Neuer Chefmanager würde demnach der ehemalige Vimeo-Chef Kerry Trainor.

In dem Rettungsplan Soundcloud vor der Finanzspritze mit 150 Millionen US-Dollar bewertet. Nach der bislang letzten Finanzierungsrunde vor gut einem Jahr war Soundcloud noch mit 700 Millionen Dollar bewertet worden. 2014 hatte das Management sogar davon gesprochen, die Firma für mehr als eine Milliarde Dollar an Twitter verkaufen zu können. Der Deal kam damals nicht zustande.

Vergangenes Jahr investierte Twitter schließlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Soundcloud. Wie üblich wurde Twitter dabei ein Anspruch auf einen Anteil an etwaigen Dividenden und Erlösen aus einem zukünftigen Verkauf Soundclouds zugesichert. Diese Ansprüche würden im Zuge der nun angestrebten Rettungsaktion um 40 Prozent reduziert.

[Update 18:05 Uhr:] Soundcloud vorerst gerettet

Freitagabend hat Soundcloud mitgeteilt, dass die Rettungsaktion gelungen ist. Unter Federführung der New Yorker Bank The Raine Group und der in Singapur beheimateten Temasek Holdings sei die “größte Finanzierungsrunde in der Geschichte Soundclouds” gelungen. Das schreibt Soundcloud-Mitgründer Ljung in seinem Blog.

Er bestätigt dabei auch, dass er den CEO-Posten an Trainor abgibt aber Vorsitzender des Verwaltungsrates bleibt. Trainor erhält zudem einen Sitz im Verwaltungsrat. Neuer Chief Operating Officer (COO) wird Mike Weissmann, der diese Rolle ebenfalls bei Vimeo ausgeübt hat. Der zweite Soundcloud-Mitgründer, Eric Wahlforss, bleibt als Chief Product Officer im Management. Der Mitteilung ist überdies zu entnehmen, dass Soundcloud im laufenden Jahr Umsätze von mehr als 100 Millionen US-Dollar erwartet. [/Update]


(ds)