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Gamescom: State of Decay 2: Wechselnde Partnerschaften


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State of Decay 2: Wechselnde Partnerschaften


Peter Kusenberg

Auch im zweiten Teil von State of Decay ist die Welt verseucht mit Zombies und die Spieler müssen sich um das Wohl einer handvoll Überlebender sorgen. Auf der Gamescom gab es eine erste Exkursion ins Zombieland.

Das Survival-Action-Spiel “State of Decay 2” gehört zu den originelleren in der Flut aktueller Zombie-Spiele. Auf der Gamescom zeigte Hersteller Undead Labs in einer anschaulichen Demo, inwiefern sich ihre Zombie-Sause von jener der Konkurrenz unterscheidet.

Am grundsätzlichen Spielprinzip haben die Entwickler aus dem US-Staat Washington nichts geändert. Der Spieler managt eine Community überlebender Menschen in den USA der näheren Zukunft. Eine Seuche ist ausgebrochen und hat den größten Teil der Menschheit zombifiziert. Die Überlebenden müssen sich einerseits gegen die Untoten zur Wehr setzen, andererseits benötigen sie profane Dinge wie Essen, Medikamente, Waffen und Werkzeug.

Wie im ersten Teil, den Hersteller Undead Labs im Jahre 2013 veröffentlichte, managt der Spieler eine festungsähnliche Basis und kümmert sich um die Bedürfnisse seiner Schützlinge. Dabei fehlt es in der Demo-Präsentation an allem, insbesondere ein Bauer oder Gärtner könnte die langfristige Lebensmittelversorgung drastisch verbessern helfen. Also reisten die sportliche Jenni und ihre Begleiterin Brown ins Umland, um Medikamente für den infizierten Landon zu beschaffen, der als gelernter Chirurg einen großen Nutzen für die Community darstellte. Alternativ konnten die beiden Frauen nach Essen suchen, Vorrang hatte jedoch die Arznei. Die beiden begegneten unterwegs der jungen Maria, die sich ihnen anschloss, als via Funkgerät ein Hilferuf aus der Basis eintraf: Landon sei kurz davor, sich zu verwandeln, die beiden mögen sofort mit Medikamenten zurück kehren.

Jenni ist tot. Hallo Marie!

Jenni und Brown kamen ohne Arznei zurück und mussten gleich am Eingang der Basis einen gigantischen Zombie-Koloss erledigen. Im Verlauf des Kampfes starb Jenni, dann verlosch Landons Lebenslicht, und die Basis bestand nunmehr aus zwei Bewohnern. Als Glück im Unglück erwies sich, dass Neuzugang Maria eine gelernte Obstgärtnerin war. Die beiden Mitarbeiter des Studios lenkten jeder eine der beiden Frauen, denn “State of Decay 2” erlaubt Co-of-Partien via Drop-in-Drop-Out-Funktion. Das heißt, ein zweiter Spieler darf jederzeit in eine laufende Partie einsteigen.

Anders als in Spielen wie “7 Days to Die” spielt der Kampf eine Nebenrolle in “State of Decay 2”. Zwar muss man bei den Exkursionen ständig Stich- und Hiebwaffen einsetzen, um Zombies zu bekämpfen, doch manchmal gelingt eine Mission ohne Blutvergießen, indem man einfach an den tumben Untoten vorbei schleicht. Alternativ fährt man sie mit einem Automobil über, oder man nutzt Granaten und Schusswaffen, was indes einen Heidenlärm verursacht, der alle Zombies in der Umgebung herbei lockt.

Bevor der Spieler die sichere Basis verlässt, muss er sich überlegen, welche Aktionen seiner Community am meisten nutzen. Dann ist es vielleicht nötig, einen stark infizierten Mitmenschen wie besagten Landon zu verbannen; alternativ gibt man ihm den Gnadenschuss, oder man ignoriert die Gefahr, die von dem zukünftigen Zombie ausgeht.

Jede Figur ist einzigartig, doch wenn sie stirbt, dann ist sie tot – oder untot. In einer Übersicht kann man detaillierte Informationen abrufen über die Fähigkeiten, Schwächen und Stärken jedes Mitbewohners. Im Idealfall baut man die Stärken aus und behebt Missstände, sucht etwa einen Arzt für die Community, verbessert die Verteidigungsanlagen und stärkt das Wir-Gefühl der Überlebenden. Entsprechen wachsen einem die Menschen ans Herz, und man ist umso mehr gewillt, sie um jeden Preis überleben zu lassen.

Handel und Wandel

Dabei ist es vielleicht nötig, seine Basis wechseln zu verlegen, was indes mit großem logistischem Aufwand verbunden ist. Die Spielwelt ist frei zugänglich, die Kulissen sehen akzeptabel aus, wenn es auch an Objekt-Details mangelt. Dafür kann man Handel mit anderen Basen betreiben, was nicht von ungefähr an die jüngeren Staffeln der Zombie-Serie “The Walking Dead” erinnert, wo ja ebenfalls das Gemeinschaftsgefühl der beste Garant ist fürs Überleben. Spieler des ersten Teils dürfen sich hier auf einen durchdachten Co-op-Modus freuen sowie eine stärkere Personalisierung der Überlebenden. Einen Player-vs-Player-Modus gibt’s nicht, doch die weitläufige Spielwelt verheißt genügend Abwechslung für langfristiges Einigeln in der Zombie-Endzeit.

State of Decay 2 soll im Frühjahr 2018 für Xbox One und Windows 10 erscheinen. Ob das Spiel eine USK-Freigabe erhalten wird, steht noch nicht fest, doch wäre in Anbetracht der blutigen Inszenierung ein “USK 18” wahrscheinlich.


(axk)