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Gamescom: Grafikkartenmarkt explodiert dank Ethereum-Mining


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Grafikkartenmarkt explodiert dank Ethereum-Mining


Martin Fischer

AMD-Grafikkarte mit Polaris-GPU

Erstmals seit 20 Jahren gab es in einem zweiten Jahresquartal einen derartigen Absatzanstieg bei GPUs. Der Grund: Schürfen von Kryptowährung.

Das Schürfen von Ethereum hat den Grafikchipherstellern AMD und Nvida ein historisches zweites Quartal beschert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte der GPU-Absatz um 6,4 Prozent zu, davon entfällt ein Plus von 5 Prozent auf Desktop-GPUs und ein Plus von 7 Prozent auf Notebook-GPUs. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des US-Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research hervor. Demnach soll es das erste Mal seit mehr als 20 Jahren in einem zweiten Quartal einen solchen Absatzanstieg gegeben haben. Grafikkarten-Hersteller lieferten im Vergleich zum vorherigen Quartal rund 31 Prozent mehr Grafikkarten aus.



Jon Peddie

Ein historisches, zweites Quartal.

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Bild: Jon Peddie



AMD und Nvidia liefern mehr GPUs aus

Im Vergleich zum vorherigen Quartal konnte AMD rund 8 Prozent mehr GPUs absetzen, Nvidia sogar 10 Prozent. Selbst Intel konnte 6 Prozent mehr integrierte GPUs ausliefern, was in diesem Fall allerdings nicht mit dem Schürfen von Kryptowährung begründet ist. In gut 35 Prozent aller Desktop-PC-Systeme steckt mindestens eine separate, diskrete GPU – auch dieser Wert stieg laut Peddie um gut 4 Prozent an. Der gesamte PC-Markt stagniert laut Peddie im Quartalsvergleich allerdings (+0,12 Prozent), im Vorjahresvergleich schrumpft er um rund 4 Prozent. Die Auslieferungen von Tablets gingen im zweiten Quartal 2017 zurück – eine konkrete Prozentzahl teilte Peddie dazu jedoch nicht mit.

Kryptowährungen beschleunigen den GPU-Markt

Für das Schürfen von Ethereum eignen sich besonders gut aktuelle AMD-Grafikkarten des Typs Radeon RX 470/480 sowie Radeon RX 570/580 (Polaris-GPUs), allerdings auch Nvidia-Modelle der Serien GeForce GTX 1000 (Anleitung zum Ethereum-Mining). Letztere bieten lediglich ein etwas schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis beim Schürfen. Insgesamt legte die Nachfrage seit Anfang Juni derart zu, dass zahlreiche Grafikkarten-Modelle kaum noch erhältlich waren und die Preise deutlich stiegen.

AMD hat vor Anfang August erste Gamer-Grafikkarten der Serie Radeon RX Vega vorgestellt: die Radeon RX Vega 56 und RX Vega 64. Diese bieten eine hohe Mining-Leistung, sind allerdings wesentlich teurer als ursprünglich von AMD kommuniziert und haben eine vergleichsweise hohe Leistungsaufnahme.


(mfi)