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Gamescom: Cuphead: Stresstest für Reisetassen


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Cuphead: Stresstest für Reisetassen


Peter Kusenberg

Angekündigt wurde Cuphead schon vor zwei Jahren, Ende September soll es nun in den Handel kommen. Das Spiel vereint in einzigartigem Design den Stil alter Cartoons mit klassischen Sidescrollern. Nun gibt es das ganze auch im Koop-Modus.

Das Xbox- und Windows-exklusive Cuphead ist das Gegenteil eines entspannten Spiels. Der Titelheld in Gestalt einer menschenähnlichen Kaffeetasse läuft in diesem Sidescroller meist nach rechts, um den Ausgang des jeweiligen Levels zu erreichen und dabei nicht zu sterben – zumindest nicht zu früh. Auf der Gamescom präsentiert das Team von Studio MDHR Entertainment mehrere neue Level sowie den Koop-Modus. Wir durften beides rund 30 Minuten lang anspielen.

Direkt loslegen

Wie in dem Spielen der Super-Mario-Serie startet man die Level über eine interaktive Übersichtskarte, dann geht’s gleich ans Eingemachte. Der Tassenmensch springt, schießt und duckt sich, manchmal stößt er vorwärts, etwa um einem schnellen Feuerball auszuweichen. Im Sekundentakt führt man die geeigneten Aktionen aus, was den Spieler enorm unter Druck setzt. Denn kaum hat man einen Gift-spuckenden Pilz vernichtet, erscheint ein neuer Pilz an gleicher Stelle. Pflanzenwesen segeln vom Himmel, Stachelkugeln ruckeln auf und ab, Riesenpollen explodieren.

Der Spieler darf mitunter seine Waffe wechseln, meist jedoch ist er auf seine Standard-Wümme angewiesen. Das Hauptaugenmerk ist auf das Bewältigen der Level in sechs Spielwelten gerichtet sowie aufs Niederringen der Endgegner, von denen es mindestens 28 geben soll. Wenn diese Riesenmöhren und Rübenwesen auftauchen, hat man idealerweise einen reaktionsstarken Mitstreiter neben sich auf dem Sofa sitzen. Denn zu zweit geht’s leichter, da man erstens über die doppelte Feuerkraft verfügt, zweitens vermag der eine den anderen Tassenmenschen wiederzubeleben, sollte er seine drei Lebenspunkte frühzeitig verbrauchen. Dazu springt er, wie bei New Super Mario Bros., in den hier als Engel visualisierten Toten in einer Art Traumblase, und es geht zu zweit weiter.

Besser zu zweit

Idealerweise fokussiert sich der eine Spieler auf den Endgegner, während der andere die kleineren Schädlinge beseitigt, die von allen Seiten heran gesaust kommen. Dann heißt es ducken, springen und dashen – also ruckartig vorwärts sausen –, bis die Gegner hinüber sind. Gelingt es den Spielern oder dem Solo-Spieler, ist die Freude groß. Am Ende kann man den höheren der beiden Schwierigkeitsgrade ausprobieren oder eine dritte Stufe frei schalten – exklusiv für Masochisten. Immerhin hat man beliebig viele Leben zur Verfügung, und der Spielstand wird automatisch gespeichert.

Das Design sieht einzigartig aus, die Entwickler orientierten sich an Zeichentrickfilmen der 1930er und 1940er Jahren und zeichneten alle Figuren und Kulissen mit dem Bleistift, bevor sie die Flächen mit dezenten Wasserfarben füllten. Der Kenner schmunzelt über Kanonenkugeln mit Augen, wütende Baumwesen und aberwitzige Animationen im Stil von Daffy Duck & Co.

Cuphead erscheint am 29. September 2017 digital für Xbox One und Windows, der Kaufpreis beträgt rund 20 Euro.


(mho)