/Frauke Petry und Marcus Pretzell treten aus AfD aus

Frauke Petry und Marcus Pretzell treten aus AfD aus

Einen Tag nach der Absage der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry an eine Beteiligung an der künftigen Bundestagsfraktion wollen die neuen Abgeordneten der Rechtspopulisten zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen. Dabei wird an diesem Dienstag auch eine erste Klärung erwartet, ob es unter den 94 AfD-Parlamentariern weitere gibt, die sich abspalten wollen.

Update: Frauke Petry und Marcus Pretzell wollen aus der AfD austreten

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry wird aus ihrer Partei austreten. “Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird”, sagte sie am Dienstag in Dresden, allerdings ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Zuvor hatte Petry bereits angekündigt, dass sie ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag aufgeben werde. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter in der Fraktion “mit Ablauf des heutigen Tages” aufgeben, sagte Petry.

Im Nachgang bestätigte auch Marcus Pretzell, AfD-Chef in NRW und zugleich Petrys Ehemann, dass er sowohl Partei als auch Fraktion verlassen will. Diesen Schritt habe Pretzell, der auch die Fraktion leitet, für deren nächste Sitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf

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Petry-Putsch bei der AfD: Was steckt dahinter?

Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte am Montagabend in der ARD, er könne nicht abschließend beurteilen, ob sich andere AfD-Abgeordnete Petry anschließen wollten. Aber auch bisherige Unterstützer Petrys im Vorstand hätten ihre Entscheidung nicht verstanden. Bis zum Abend wollte jedoch keiner der 94 neuen AfD-Abgeordneten Petry folgen. Laut “Bild”-Zeitung sollen nur zehn von ihnen “Petry-nah” sein.

Petrys Mann Marcus Pretzell verlässt offenbar die AfD-Fraktion

Petry hatte ihr Bundestagsmandat als Direktkandidatin in Sachsen gewonnen, war also nicht über die Parteiliste ins Parlament eingezogen. Am Montag kündigte sie an, sich nicht der Bundestagsfraktion anzuschließen, sondern fraktionslos zu bleiben. Zugleich kritisierte sie – offenbar in Anspielung auf rechtsnationale Töne – “abseitige Positionen” einiger Parteifreunde. Gründet sie jetzt eine neue (vielleicht moderate) Partei?

Vielleicht mit ihrem Mann Marcus Pretzell, immerhin AfD-Chef in NRW. Ganz auszuschließen ist das wohl nicht. Nach Informationen von “rp-online” könnte auch Pretzell die AfD verlassen. Am Dienstagvormittag soll er offenbar die Landtagsfraktion in Düsseldorf verlassen haben. Ausgerechnet gestern verließen zudem vier AfD-Landtagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Fraktion.

Frauke Petry: Ausschluss aus der AfD möglich

Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen forderte Petry auf, aus der AfD auszutreten und so einem möglichen Ausschluss zuvorzukommen. “Ich würde Frau Petry empfehlen – nach dem, was sie heute getan hat – die Konsequenz zu ziehen und die Partei zu verlassen und ihr Parteiamt niederzulegen”, sagte Meuthen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Mit diesem Schritt könne sie “ein mögliches Parteiausschlussverfahren verkürzen, wie es manche in der Partei nun fordern”. Gauland hält einen Rauswurf aber für schwierig umsetzbar, wie er deutlich machte: “So schnell wirft man keinen heraus.”

Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erreicht und zieht nun erstmals ins Parlament ein. Im Fall Petry sieht der Politikwissenschaftler Herfried Münkler erste Anzeichen von Zerfallserscheinungen. “Die AfD wird es aufgrund ihrer Zerrissenheit nicht schaffen, sich auf Dauer als politische Kraft rechts von der Union zu etablieren”, sagte er der Oldenburger “Nordwest-Zeitung” (Dienstag). Für die aus dem EU-Parlament in den Bundestag wechselnde AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch soll nach Informationen der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Dienstag) der Bundesvorstand Dirk Driesang nachrücken.

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rut/news.de/dpa