/Formel E: Porsche kommt Darum machen elf Hersteller mit

Formel E: Porsche kommt Darum machen elf Hersteller mit

— 28.07.2017

Darum machen elf Hersteller mit

Die Formel E boomt. Nach Mercedes hat auch Porsche den Einstieg in die Öko-Formel offiziell verkündet. Wieso machen elf Hersteller mit?

Das hat es selbst in 67 Jahren Formel 1 noch nie gegeben! Elf Marken mischen 2019 in der Formel E mit, das Maximum an Herstellern in der Formel 1 liegt bei zehn (1985/1986 mit Porsche, Honda, Ferrari, Renault, BMW, Ford, Motori Moderni, Alfa Romeo, Zakspeed und Hart). In der Formel E kommen neben Renault, Audi, Mahindra, DS, NEXTEV, BMW, Faraday Future, Venturi und Jaguar 2019 auch noch Mercedes und Porsche dazu. Macht allein vier Autobauer aus Deutschland. Und das Ende der Fahnenstange könnte damit noch nicht erreicht sein. Es wird auch über den Einstieg eines japanischen Konzerns spekuliert.

Doch warum ist die Formel E bei den Herstellern so beliebt? Die Gründe sind vielschichtig:

Erstens: Die Elektro-Mobilität boomt. Weniger in Deutschland, wo nur rund 0,08 Prozent der Straßenfahrzeuge Elektroautos sind. Aber die Politik unterstützt die E-Mobilität. Innerhalb der Europäischen Union wird das Ziel diskutiert, 2030 nur noch emissionsfreie Autos als Neuzulassungen zuzulassen. Das wäre das Aus für Benziner und Diesel. Die Autobauer müssen sich also verstärkt auch im E-Wettbewerb beweisen. Dazu dient die Formel E. Sie ist eine Marketing- und Werbeplattform für E-Mobilität. In Ländern wie China und USA werden immer mehr E-Autos verkauft.

Sieht so der neue Porsche Formel E aus?

Zweitens: Noch sind die Kosten in einem vertretbaren Rahmen. In der Sportwagen-WM ist das Budget zehn Mal, in der DTM mindestens drei Mal so hoch wie in der Formel E. Bei elf Marken ist klar: Es wird zehn Verlierer geben. Verlieren zum Spottpreis ist vertretbar. Aber wer über Jahre horrende Summen ausgibt und keinen Erfolg hat, der steigt aus. Noch hat die Formel E außerdem nicht den riesigen Zuschauerstamm wie etwa die Formel 1. Das heißt, dass der Werbegegenwert für ein Engagement in der Öko-Formel noch gering ist. Daher müssen auch die Kosten niedrig bleiben. Die Frage wird sein, ob mit immer mehr Herstellern die Kosten auch wirklich dauerhaft auf einem vertretbaren Level bleiben werden.

Drittens: Die Formel E geht völlig neue Wege. Sie kommt zu den Fans inmitten der Metropolen wie Hongkong, New York oder Paris und schafft sich damit selbst Prestigeevents. Und: In den Städten macht die E-Mobilität am meisten Sinn, hier sind die Schadstoffbelastungen am höchsten, hier sind die Streckenlängen für Autofahrer noch kompatibel zu den Reichweiten der Batterien. Dazu bindet die Formel E die Fans auch aktiv ins Renngeschehen ein (Stichwort Fan-Boost, Sim-Rennen gegen Fans). Keine Rennserie passt sich so sehr auf die sich wandelnde Gesellschaft an wie die Formel E.

Viertens: Die Stärke der Formel E begründet sich auch durch die Schwäche der anderen Rennserien. Die DTM versinkt in politischen Spielchen und Machtkämpfen. Selbst die Formel 1 hat nur vier Hersteller und ist damit auf einem äußerst niedrigen Niveau. Die Sportwagen-WM war zu komplex und zu teuer für ein zu kleines Publikum und konnte die Hersteller damit nicht wirklich locken. Das größte Problem der meisten Rennserien sind die hohen Kosten. Das treibt sie in die Formel E.


Fotos:
Picture-Alliance; Sean Bull , picture-alliance ; Hersteller