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Formel E: Buemi disqualifiziert Nach Crash war Auto zu leicht

— 30.07.2017

Nach Crash war Auto zu leicht

Jetzt hat Lucas di Grassi alle Trümpfe in der Hand: Sébastien Buemi wurde nach dem ersten Rennen in Montreal nachträglich disqualifiziert.

Der schwere Trainingsunfall von Titelverteidiger Sébastien Buemi in Montreal hat ein weiteres Nachspiel: Denn nach dem Rennen disqualifizierten ihn die Rennkommissare. Damit verliert Buemi den vierten Platz und zwölf Punkte. Sein Rückstand vor dem heutigen Finalrennen auf Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport) beträgt jetzt 18 Punkte. 28 Zähler sind maximal zu vergeben. Ein vierter Platz reicht Di Grassi also, selbst wenn Buemi gewinnt und die Bonuspunkte für Pole-Position und Schnellste Rennrunde abgreift.

Grund der Disqualifikation von Buemi: Sein Spark-Renault war um drei Kilogramm zu leicht. Renault e.dams musste nach Buemis Trainingsunfall eines der beiden Fahrzeuge komplett neu aufbauen. Dazu wurden auch diverse neue Teile wie Batterien und Motor gebraucht. Weil die Zeit bis zum Aufbau so knapp bemessen war, hatte Renault e.dams nicht mehr genug Zeit, das Fahrzeug neu zu wiegen.

Teamchef Jean-Paul Driot erklärt: „Wir haben aber vorsichtshalber vier Kilogramm Ballast eingebaut. Und trotzdem waren wir drei Kilo zu leicht. Das können wir uns nicht erklären.“

Einen Protest legt Renault e.dams nicht ein. Das heißt: Buemis Titelchancen sind vor dem heutigen Finale stark geschrumpft. Das Rennen gestern hat aber gezeigt: In der Formel E ist alles möglich!

So lief das Rennen am Samstag

Der eine jubelt, der andere ist stocksauer. Der Titelkampf in der Formel E ist auch in dieser Saison dramatisch. Weil sich die beiden Rivalen Sébastien Buemi und Lucas di Grassi spinnefeind sind. Schon vor dem Rennen hat Di Grassi auf die Fehlerquote Buemis unter Druck hingewiesen und damit zumindest im ersten Montreal-Rennen auch  Recht behalten. Denn während Di Grassi mit einem fehlerfreien Tag die Pole-Position und den Sieg holte, crashte Buemi schon im Training hart!

Der Unfall hatte Konsequenzen. Zwar blieb Buemi trotz des heftigen Einschlags unverletzt und Renault e.dams konnte auch das Auto wieder rechtzeitig für Quali und Rennen aufbauen. Aber es musste auch die Batterie getauscht werden. Das ist nur einmal im Jahr erlaubt. Bei Buemi wurde aber auch schon in Berlin die Batterie gewechselt. Daher musste er in Montreal zehn Plätze in der Startaufstellung zurück.

Di Grassi siegte beim vorletzten Saisonrennen der Formel E

Weil er im Qualifying hinter Abt-Schaeffler-Audi-Sport-Pilot Di Grassi nur Zweiter wurde, musste Buemi also von Rang zwölf losbrausen. Und verlor gleich am Start die nächsten Positionen. Danach legte er eine Aufholjagd hin, die durch eine Safety-Car-Phase in Folge eines Unfalls von José María López (DS Virgin) begünstigt wurde.

Und doch marschierte Buemi nach dem Rennen wutentbrannt durch die Boxengasse und beschimpfte zahlreiche Piloten: Antonio Felix Da Costa, Robin Frijns, aber vor allem auch Daniel Abt. Beim Boxenstopp fühlte er sich von Abt behindert, anschließend krachte Abt noch leicht ins Heck von Buemi. „Charakterlose Fahrer und ein charakterloses Team“, schimpfte Buemi am Bordfunk.

Di Grassi kam am Ende des Rennens nochmal in Bedrängnis von Jean-Eric Vergne im Renault-Kundenteam Techeetah. Aber der Brasilianer ließ sich nicht beirren und feierte seinen zweiten Saisonsieg nach Mexiko. Vor dem Finale morgen (wieder um 22 Uhr auf DMAX) führt er die Meisterschaft nun mit sechs Zählern Vorsprung auf Buemi an. Nur noch die beiden Piloten haben morgen mathematische Titelchancen.

Montreal Rennen 1
1. Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport)
2. Jean-Eric Vergne (Techeetah-Renault)
3. Stéphane Sarrazin (Techeetah-Renault)
4. Sébastien Buemi (Renault e.dams)
5. Daniel Abt (Abt Schaeffler Audi Sport)
6. Sam Bird (DS Virgin)
7. Nicolas Prost (Renault e.dams)
8. Mitch Evans (Jaguar)
9. Robin Frijns (Amlin Andretti)
10. Felix Rosenqvist (Mahindra)

Fahrerwertung
1. Lucas di Grassi 175
2. Sébastien Buemi 169
3. Sam Bird 108
4. Felix Rosenqvist 105
5. Jean-Eric Vergne 92
6. Nicolas Prost 90
7. Nick Heidfeld 78
8. Daniel Abt 57
9. José María López 50
10. Nelson Piquet jr. 33
11. Stéphane Sarrazin 32
12. Oliver Turvey 26
13. Robin Frijns 22
14. Mitch Evans 20
15. Loïc Duval 20
16. Pierre Gasly 18
17. Maro Engel 16
18. Jérôme D’Ambrosio 11
19. Antonio Felix da Costa 10
20. Tom Dillmann 10
21. Adam Carroll 5
22. Esteban Gutiérrez 5
23. Alex Lynn 3
24. Mike Conway 0
25. Ma Qing-Hua 0

Teamwertung
1. Renault e.dams 277
2. Abt Schaeffler Audi Sport 232
3. Mahindra 183
4. DS Virgin 161
5. Techeetah-Renault 127
6. NEXTEV 59
7. Amlin Andretti 32
8. Faraday Future Dragon 31
9. Venturi 28
10. Jaguar 25