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Formel E: Action-Auftakt in Hongkong Heidfeld holt Podestplatz

— 02.12.2017

Heidfeld holt Podestplatz

Der Auftakt der neuen Formel-E-Saison bot Action satt, Nick Heidfeld wurde Dritter und hatte zudem Ärger mit Jean-Eric Vergne.

Nick Heidfeld hatte einen dicken Hals. Der Ärger des Mahindra-Piloten richtete sich nach dem ersten Formel-E-Rennen der Saison in Hongkong gegen Jean-Eric Vergne. Denn: Heidfeld hätte beim Saisonauftakt durchaus gewinnen können, kam an dem Franzosen aber nicht vorbei. Der Deutsche war nach seinem dritten Platz nicht nur frustriert, sondern sauer. Auch wenn er sich treu blieb: Es ist das dritte Mal in Serie, dass er im Auftaktrennen Dritter wurde.

Einem Auftaktrennen, das es in sich hatte. Bereits kurz nach dem Start gab es die erste Aufregung, als Andre Lotterer (Techeetah) nach nur einer Runde seinen Renner in der Streckenbegrenzung parkte und so erst einen Stau und zudem einen längeren Abbruch verursachte. Beim Restart blieb Polesetter Vergne vorne, musste später aber den späteren Sieger Sam Bird (DS Virgin Racing) ziehen lassen. Der Brite gewann den Lauf trotz eines kuriosen Zwischenfalls. Bird bremste beim Autowechsel zu spät, verfehlte seine Box und rutschte mit dem Auto in ein Virgin-Teammitglied hinein. Der Mann blieb dabei unverletzt. Bird erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe, konnte seine Führung aber trotzdem verteidigen. 

Sam Bird gewinnt das erste Rennen der Formel E Saison 2017/2018

Dahinter lieferten sich Vergne und Heidfeld ein Duell mit Messern zwischen den Zähnen und am Rande des Erlaubten, das Vergne für sich entschied. Venturi-Pilot Maro Engel hatte Platz vier und damit sein bestes Ergebnis bereits vor Augen, kassierte nach dem Rennen aber eine Durchfahrtsstrafe und wurde nur 14. Audi, in dieser Saison als erster deutscher Hersteller mit einem Werksteam am Start, erlebte eine Enttäuschung. Daniel Abt wurde Fünfter, Titelverteidiger Lucas di Grassi hingegen nur 18. Bitter: Abts Auto sprang beim Wechsel nicht an, er schmiss so wohl einen Podiumsplatz weg. Lotterer landete bei seinem Formel-E-Debüt auf Rang 16.

Heidfeld war trotz Platz drei unzufrieden. „Er ist in meinen Augen nicht so gefahren, wie man das von den Regularien her tun sollte“, wetterte er. Lotterers Teamkollege Vergne habe außen zu wenig Platz gelassen, nachdem er zuvor innen die Tür zugemacht habe, sagte Heidfeld. Und: „Er ist vor mir auch Slalom gefahren, das darf man auch nicht.“ Sein Kontrahent sah das Duell traditionell komplett anders, erklärte, er habe Heidfeld genug Platz gelassen. Nur meckern wollte Heidfeld dann auch nicht, auch wenn die Rennleitung trotz seiner Hinweise am Funk nicht einschritt. „Das Wichtigste war, dass wir gesehen haben, dass wir wieder ein gutes Auto haben.“

Bitter dabei: Mit ein wenig Glück hätte Heidfeld durchaus seinen ersten Formel-E-Sieg einfahren können. Ironie der Geschichte: Bereits in seiner 183 Rennen langen Formel-1-Karriere war der 40-Jährige öfter mal nah dran, blieb bei 13 Podiumsplätzen aber sieglos. In der Formel E sind es inzwischen 34 Läufe ohne Sieg. An das Warten hat er sich also gewöhnt, auch wenn das manchmal schwerfällt, wie er bei ABMS einräumte. „Natürlich kommen manchmal die Gedanken auf. Aber so ist es halt, man darf dann nicht denken: ‚Du bist doch verflucht’. Ich bin aber davon überzeugt, dass ich Rennen und auch die Meisterschaft gewinnen kann, wenn alles passt“, sagte Heidfeld, der nach den Gesamtplätzen zwölf, zehn und sieben in seiner vierten Saison durchaus zu den Geheimfavoriten zählt.

Er stellt klar: „Mein Ziel ist es, die beste Saison meiner Karriere zu fahren. Die Karriere ist zwar schon lang, ich bin aber gefühlt viel motivierter als in den letzten Jahren. Die Extra-Motivation kommt von dem Gefühl und der Hoffnung her, dass in diesem Jahr mehr drin ist. Auch wenn es noch ein sehr, sehr, sehr langer Weg ist“, so Heidfeld.