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Formel 3: Schumacher versus Habsburg “Mick ist der Streber der Formel 3”

— 07.09.2017

“Mick ist der Streber der Formel 3”

Mick Schumacher fährt in der Formel 3 auch gegen einen Blaublüter. Ferdinand Habsburg hat zuletzt Siegerqualitäten bewiesen. Das ist der adelige Nachwuchsfahrer.

Ein Blaublüter kämpft in der Formel-3-Europameisterschaft gegen Mick Schumacher. Ferdinand Habsburg hat zuletzt in Spa ein Rennen gewonnen. Mick ist noch sieglos – und trotzdem ein Vorbild für Habsburg: „Mick ist genauso, wie ich mir Michael Schumacher immer vorgestellt habe: Er will alles wissen, saugt alles auf, ist wie der Streber der Formel 3. Aber das finde ich gut, genauso will ich auch werden“, sagt er zu AUTO BILD MOTORSPORT.

Habsburgs Uropa war Karl I – Österreichs letzter Kaiser. In einer Zeit, in der Rennsport allmählich populär wurde. Und von vielen Adeligen betrieben wurde: Prince Bira, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Alfonso de Portago – zahlreiche adelige Rennfahrer schafften es zu Ruhm und Erfolg. Und auch in der Familie Habsburg ist Motorsport nicht völlig fremd: „Ich bin über zahlreiche Ecken mit Albert von Thurn und Taxis verwandt, dem GT-Masters-Meister von 2010. Und der Cousin meiner Mutter ist Jamie Campbell-Walter, ein fünfmaliger Le-Mans-Teilnehmer.“

Ferdinand Habsburg ist der adelige Rennfahrer in der Formel 3

Auf seine Familie ist Habsburg stolz: „Nicht jeder kann die Familiengeschichte der letzten 400 Jahre auf Wikipedia nachlesen. Ich habe das Glück einen solchen Namen zu tragen – und da will ich auch Respekt dafür zeigen.“ Trotzdem: Seine zwölf Namen muss Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen selbst auf Wikipedia nachlesen. Aber: „Auf der Rennstrecke ist es auch egal, ob du Habsburg, Hofer oder Schniwitzky heißt. Da zählt nur, was auf der Stoppuhr steht.“

Natürlich gibt es im Hochadel auch Widerstände gegen Habsburgs Sport. „Die meisten finden das cool, weil ich dafür auch eine so große Leidenschaft entwickelt habe. Aber andere sagen, ich sollte lieber was anderes tun. Aber wenn ich in die Formel 1 komme und dort gut unterwegs bin, dann ist das etwas, was man respektieren kann. Ich jedenfalls respektiere jeden, der es bis in die Formel 1 geschafft hat.“

Für seinen Traum ist der 20-Jährige nach England gezogen, weil er dort jede Woche sein Einsatzteam Carlin besuchen kann. Er testet im Simulator, treibt Fitness, schaut sich Rennen vergangener Jahre an, um theoretische Überholmöglichkeiten zu erspähen.

Adel hin oder her – Habsburg ist bodenständig geblieben. So weiß er: „Meine Eltern haben sicher gestellt, dass ich nicht alles einfach so kriege, sondern es mir hart erarbeiten muss. Daher bin ich Realist: Falls es nicht mit der Formel 1 klappt, dann gibt es mit DTM, WEC, IndyCar und so weiter zahlreiche Alternativen. Alles, was vier Räder hat, finde ich cool.“

Andere Rennfahrer träumen davon, eines Tages für Ferrari oder Mercedes zu fahren. Das Habsburg-Herz schlägt aber für Williams. Er erklärt: „Es ist ein Familienteam und ich liebe meine Familie und habe einen großen Bezug zu allem, was mit Familie zu tun hat. Es gibt nur ein Team, das den gleichen Stellenwert für mich hat – das mit dem schnellsten Auto.“ Am Nürburgring will er am Wochenende erst einmal wieder der schnellste Fahrer der Formel 3 sein.