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Formel 1: Wolff schwärmt von Hamilton “Brauchen keinen deutschen Fahrer”

— 13.10.2017

“Brauchen keinen deutschen Fahrer”

Toto Wolff lobt seinen Schützling Lewis Hamilton und erklärt, warum Mercedes als deutsches Team keinen deutschen Piloten braucht.

Es war ein Streit, in dem es um Eier ging… Zuletzt zoffte sich Mercedes-Sportchef Toto Wolff via BILD mit Red Bull-Berater Helmut Marko über den Mut, Fahrer aus dem eigenen Juniorkader ins eigene Formel-1-Team zu hieven. Während Red Bull dem Franzosen Pierre Gasly ein Toro Rosso-Cockpit ermöglichte, verlängerte Mercedes mit dem Finnen Valtteri Bottas und hält eigene Junioren wie den Deutschen Pascal Wehrlein weiter in der Warteschleife. Dabei hätte man gerade mit dem jungen Schwaben die nationale Lücke, die Nico Rosberg bei Mercedes hinterlassen hat, füllen können.

Wolff rechtfertigt sich in der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT: “Wir sind ein globales Unternehmen, deshalb haben wir nicht den Anspruch, dass ein deutscher Fahrer im Auto sitzen muss. Wir wollen den schnellsten Mann haben. Mein Traum ist es, dass lange nach uns der Silberpfeil als Erstes genannt wird. So, wie es früher war oder bei Ferrari ist. Ferrari ist in Italien ein Mythos, der in den letzten 50 Jahren entstanden ist. Da ist es egal, wer im Auto sitzt.“

Hamilton holt 2017 wohl seinen dritten Titel mit Mercedes

Zumal Mercedes einen internationalen Star wie Lewis Hamilton in den eigenen Reihen hat. Wolff schwärmt vom dreifachen Champion als Mercedes-Aushängeschild: “Als Markenbotschafter ist er vor allem authentisch. Er ist ein Freigeist, man kann ihn nicht in einen Goldkäfig sperren. Fundamental ist er der Mann, den wir an einem schwierigen Tag im Auto haben wollen.“

Klar: Der Sportchef hält große Stücke auf seinen Superstar, der die WM derzeit mit 59 Punkten Vorsprung anführt. „Er ist sicher einer der besten Fahrer der Geschichte“, lobt Wolff weiter. “Er würde nicht den Pole-Rekord halten, wenn er das nicht wäre. Jetzt geht es nur noch darum, dass er mit Mercedes weitere Siege und Meisterschaften gewinnt. Er ist auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg.“

Dabei werde Hamilton “immer besser, in jeder Beziehung“, so der Silber-Boss. “Das liegt aber auch an Valtteri. Weil er und Lewis weniger kontrovers sind. Das war mit Nico Rosberg anders.“

Teamfrieden als Schlüssel zur WM 2017? “Wenn sich zwei Piloten verstehen, ist das gut für die Teamdynamik“, erklärt Wolff. “Man muss sich dann nicht mit irgendwelchen Scharmützeln beschäftigen oder irgendwelche Animositäten ausgleichen, die die Stimmung belasteten. Unser Problem früher war, dass immer einer glücklich und einer zu Tode betrübt war. Jetzt haben wir eine neue Dynamik und Zeit für andere Dinge. Die Frage ist, was danach kommt? Wollen wir diese Mischung beibehalten? Oder ist die nukleare Variante besser für uns?“

Für die Fans und die Formel 1 wäre eine nukleare Mischung in jedem Fall spannender…

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach