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Formel 1: Weiter Rätsel um Alonso Honda-Toro-Rosso-Deal rückt näher

— 02.09.2017

Honda-Toro-Rosso-Deal rückt näher

Spannender Poker zwischen McLaren, Toro Rosso, Honda und Renault – denn davon hägt Fernando Alonsos Zukunft ab. ABMS erklärt die Hintergründe.

Sein 13. Platz im Qualifying von Monza juckte Fernando Alonso nicht. Schon in der langen Regenpause hatte der Spanier mit breitem Grinsen berichtet: „Ich bin ganz entspannt. Egal, was heute noch passiert – mich betrifft es ja nicht wirklich. Ich habe sowieso schon 35 Startplätze Strafe.“ Einmal mehr Galgenhumor bei Alonso, der wegen des Einbaus diverser neuer Motorteile nach hinten muss.

Flavio Briatore leitet noch immer Alonsos Geschicke

„Noch nichts Neues“, gibt es zur Zukunft des Spaniers, wie Flavio Briatore am Samstag im Fahrerlager von Monza verriet. Der Ex-Renault-Teamchef kümmert sich im Hintergrund immer noch um das Management Alonsos, der zuletzt von mehreren Optionen mit Sieggarantie berichtet hatte. „Erst muss McLaren entscheiden, was sie machen. Dann entscheiden wir, wie es mit Fernando weitergeht“, erklärte Briatore. Heißt: Hält McLaren an den kriselnden Honda-Motoren fest, wird Alonso das Team wohl verlassen.

Wie AUTO BILD MOTORSPORT bereits vor einer Woche berichtete, hat Alonso für diesen Fall Williams im Visier, die mit Mercedes-Power fahren und nächstes Jahr auch auf das Getriebe der Weltmeister zurückgreifen dürfen.

Besorgt um Renaults Konkurrenzfähigkeit: Alain Prost

Ob McLaren mit Honda bricht, hängt aber auch von Renault ab. Denn die Franzosen sind McLarens einzige Alternative. Doch noch haben sie ein Problem: zu viele Kunden. Renault-Aushängeschild Alain Prost: „Unsere Priorität ist der Erfolg als Werksteam, wir wollen eines Tages wieder Weltmeister werden. Wenn wir vier Teams ausrüsten müssen, wird es mit den Ressourcen sehr schwer. Wir wollen nicht an Konkurrenzfähigkeit verlieren.“ Bedeutet auch: Honda muss ab 2018 Toro Rosso ausrüsten, die aktuell noch von Renault beliefert werden. Ein Deal, der nach ABMS-Informationen auf einem guten Weg ist.

Und das muss er auch. Christian Horner, Teamchef von Renaults aktuellem Nummer-1-Kunden Red Bull gibt mit Blick auf Schwester-Rennstall Toro Rosso zu bedenken: „Jeder Tag zählt und die Zeit wird langsam knapp. Toro Rosso muss ja noch ein Auto und Getriebe um den Motor bauen und die Schlüsselrichtung der Konstruktion für 2018 muss in dieser Phase der Saison festgelegt werden.“

Die Verhandlungen entscheiden über Alonsos Zukunft

Für Red Bull selbst hätte der Honda-Toro-Rosso-Deal einen Vorteil: „Wir hätten dann für die Zukunft auch eine Option“, so Horner. „Im Moment haben wir keine, nur Renault.“

Ob Alonso ein McLaren-Wechsel zu Renault allerdings weiterhilft, wagt Prost zu bezweifeln: „Er muss wohl akzeptieren, dass er wahrscheinlich auch nächstes Jahr keine Siege einfahren kann. Und das ist sehr schwer für einen Fahrer seines Kalibers.“

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff