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Formel 1: Vettel mit Mega-Qualifying Pole-Position dank Hilfe aus Maranello

— 16.09.2017

Pole-Position dank Hilfe aus Maranello

Ferrari-Star Sebastian Vettel rast zur Pole in Singapur – inklusive Mauerkontakt. Wie Ferrari zurückschlagen konnte und was das für den Grand Prix heißt.

Sebastian Vettel muss zweimal durchatmen. Noch im Raum der Pressekonferenz tauscht er sein durchnässtes feuerfestes Unterhemd gegen ein Ferrari-Teamshirt. “Sixpack-Wettbewerb”, ruft ein Journalist aus dem Publikum. Daniel Ricciardo, Dritter im Qualifying von Singapur, schüttelt den Kopf. “Lieber nicht”, flüstert er. Eine locker-flockige Anspielung auf den Austausch von Penis-Grüßen im Vorfeld des Wochenendes auf dem Marina Bay Circuit.

Pole-Mann Vettel neben Verstappen und Ricciardo

Die Stimmung, sie stimmt nach dem Qualifying zum Singapur GP. Trotz eines durchwachsenen Freitagstrainings startet Sebastian Vettel morgen von der Pole. Drei Zehntelsekunden nimmt er im Zeittraining dem Zweitplatzierten Max Verstappen im Red Bull ab. Wichtiger aber: Der große WM-Gegner Lewis Hamilton fährt nur von Platz fünf aus los. Vettel erschöpft aber glücklich: “Mir ist noch nicht ganz klar, was passiert ist. Wir hatten in den freien Trainings Mühe, aber im Abschlusstraining ist der Wagen richtig lebendig geworden. Und wenn du das hier in Singapur spürst, dann ist das im Auto ein unschlagbares Gefühl.”

Aber wie schaffte Ferrari die Wandlung vom Underdog am Freitag zum Dominator am Samstag? “Unsere Jungs in der Fabrik haben uns dabei geholfen”, verrät Vettel. “Charles (Leclerc, Ferrari-Tester; d. Red.) saß die ganze Nacht im Simulator und hat die noch bestehenden Fragezeichen weggetestet.” AUTO BILD MOTORSPORT weiß: Auch die Ferrari-Techniker an der Strecke schoben Nachtschichten, verließen das Fahrerlager erst kurz nach sechs Uhr in der Früh. Die Technikführung indes war schon gestern sicher, dass das Potential zur Pole im roten Renner vorhanden ist und nur heraus gekitzelt werden muss.

Ferrari hat rechtzeitig zum Quali den Speed gefunden

Eine Schrecksekunde muss Vettel auf dem Weg zu seiner vierten Singapur-Pole und der 49. insgesamt allerdings überstehen. In seinem letzten Umlauf rammt er mit seinem linken Hinterrad die Mauer. Vettel: “Ich habe sie nicht nur geküsst, sondern bin richtig hart eingeschlagen. Aber das Auto war ok, also bin ich weiter voll auf dem Gas geblieben. Erst in der letzten Kurve habe ich gemerkt, dass nicht mehr alles perfekt ist. Glück gehabt.”

Der Deutsche geht nun optimistisch, aber nicht überheblich in den Nacht-GP am Sonntag um 14 Uhr deutscher Zeit: “In diesem Rennen kann so viel passieren. Wenn unser Auto heute gut war, dann ist das vielversprechend für Sonntag, aber es ist noch keine Garantie für ein gutes Ergebnis. Ich darf zuversichtlich sein. Aber mein erster Gegner ist Max, dann muss ich auf Ricciardo achten. An Hamilton denke ich dann nach dem Grand Prix.”

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach