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Formel 1: Überfall auf Mercedes-Teambus Hamilton: “Waffe an Kopf gehalten”

— 11.11.2017

Hamilton: “Waffe an Kopf gehalten”

Alle F1-News im Überblick. NEU: Mitglieder des Mercedes-Teams in Sao Paulo überfallen – Lewis Hamiltons äußert nach dem Vorfall Kritik via Twitter.

+++ Überfall auf Mercedes-Team: Mitglieder des Mercedes-F1-Teams sind bei einem bewaffneten Überfall in Sao Paulo ausgeraubt worden. Wie das Team am Samstag am Rande des Großen Preises von Brasilien bestätigte, ereignete sich die Attacke am Freitagabend bei der Fahrt von der Strecke in Interlagos zu den jeweiligen Hotels. Wertsachen und auch die Reisepässe seien gestohlen worden, bestätigte ein Teamsprecher.

Die insgesamt acht Personen, die sich in dem Van befanden, seien bei dem Überfall aber unverletzt geblieben. Einige der Insassen wurden gezwungen, den Wagen zu verlassen, bestätigte das Team. Laut Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, der sich nicht in dem Minibus befand, sollen auch Schüssen gefallen und einem Teammitlied eine Waffe an den Kopf gehalten worden sein. Hamilton äußerte sich via Twitter zu dem Vorfall und forderte Maßnahmen von der Formel 1 und den Teams:

Das Mercedes-Team wurde Opfer eines Raubüberfalls

Einen versuchten bewaffneten Überfall gab es zudem auf einen Wagen des Internationalen Automobilverbandes, wie die FIA bestätigte. Gerüchte, wonach auch Ferrari und Williams betroffen gewesen sein sollen, bestätigten sich indes nicht. Eine Williams-Sprecherin stellte aber klar, dass man einen bewaffneten Überfall beobachtet habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass es an einem Rennwochenende in Brasilien im dichten Verkehr zu solchen Überfällen und versuchten Attacken mit Waffen kommt. 2010 konnte der damalige McLaren-Pilot und Ex-Weltmeister Jenson Button nur dank seines Fahrers vor einem Raubüberfall flüchten. Auch unser Reporter Ralf Bach wurde im Vorjahr attackiert, entkam aber – darüber berichtet er in seiner aktuellen Kolumne:

+++ Hamiltons Privatjet ohne Steuern? Zahlreiche Superstars, Politiker und Promis sind mit den Paradise Papers entlarvt: Sie sollen Steueroasen als Schlupfloch benutzt haben, um Steuern zu sparen. Das ist nicht illegal, moralisch aber durchaus fragwürdig. Auch Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ist laut f1fanatic.co.uk dabei. Er soll durch verschiedene Firmen wie Stealth Aviation Limited, Stealth Limited und BRV eine Steuerzahlung von 3,27 Millionen britische Pfund (rund 3,7 Millionen Euro) für seinen Privatjet Bombardier CL605 Challenger Jet verhindert haben. Der Brite gilt mit einem Vermögen von 131 Millionen Pfund (rund 148 Millionen Euro) als reichster Sportler Großbritanniens.

+++ Kommt neues Team? Ein zweiter US-Rennstall will in die Formel 1 einsteigen.

+++ Newey mit Sohn in Le Mans? Adrian Newey, der beste Formel-1-Techniker aller Zeiten, klemmt sich wieder selbst hinters Steuer.

+++ Massa hört auf: Felipe Massa trifft zurück.

+++ Zwei neue Hersteller: Steigen Porsche und Aston Martin in die Formel 1 ein?

+++ Morddrohungen wegen Verstappen: Auch vier Tage nach der Strafe gegen ihn in Austin bleibt Max Verstappen dabei: “Ich denke weiterhin, es war nicht korrekt”, sagt der Holländer zum Urteil, das ihn Platz drei beim USA GP kostete. Weil Verstappen im Zweikampf mit Kimi Räikkönen in der letzten Runde eine Kurve schnitt, brummten ihm die Regelhüter fünf Strafsekunden auf. “Viele Fahrer kürzen die Kurven ab oder fahren wie in Kurve 19 weit”, rechtfertigt er sich. “Keiner wurde bestraft. Ich habe mir keinen Vorteil verschafft. Ich wollte Kontakt mit Kimi vermeiden. Und ihn natürlich überholen.”

Für Red-Bull-Berater Helmut Marko ist die Strafe ein Witz: “Eine ganz normale Rennsituation. Wir wollen ja spannende Rennen – wenn nicht, können wir gleich Playstation spielen!” Kurios: Verstappen hat sich den Rat seines Bosses offenbar zu Herzen genommen. Auf Formel 1 hatte er nach dem Ärger von Austin aber erst mal keinen Bock mehr. “Ich war in Houston, weil ich dort einen Termin hatte. Danach bin ich noch ein paar Tage geblieben und hab FIFA gespielt”, verrät der 20-Jährige seine Frustbewältigung.

Mittlerweile hat sich auch die FIA erklärt. Rennleiter Charlie Whiting verrät, dass die Entscheidung einstimmig gegen Verstappen gefällt wurde. “Es war ein klarer Fall. Max hat sich einen nachhaltigen Vorteil verschafft. Er hat Kimi nur überholt, weil er die Strecke abgekürzt hat und mit allen vier Rädern neben der Strecke war.” Für Verstappens verbale Entgleisung danach erwartet die FIA eine Entschuldigung. Whiting: “Noch hat er sich nicht entschuldigt, aber es wäre besser, wenn er es täte.”

Der Red-Bull-Pilot räumt mit Blick auf seine Kritik an den Stewards (“Idiot”) zumindest ein: “Ich hätte sicher andere Worte benutzen können. Aber es war auch nicht direkt an jemanden gerichtet, sonst hätte ich ja Namen genannt.” Das wollte Verstappen auch am Donnerstag in Mexiko nicht.

Mika Salo wurde nach der Strafe von “Fans” bedroht

Allein: Einige seiner Fans haben ihr Ziel längst auserkoren. Denn Ex-F1-Pilot Mika Salo, der in Austin als Fahrer-Steward fungierte und damit zu den Entscheidungsträgern der Strafe gehörte, hat nach dem Rennen Morddrohungen von Verstappen-Anhängern erhalten! Salo fordert: “Drohungen gegen mich oder andere Rennkommissare sollten nicht toleriert werden.”

Am Wochenende muss sich nun ein Deutscher auf polternde Verstappen-Fans gefasst machen, falls die Rennkommissare dem Holländer erneut eine Strafe erteilen. Neben Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen und dem ehemaligen IndyCar-Fahrer Felipe Giaffone gehört Gerd Ennser zum Rennsteward-Team für den Mexiko GP. Ennser ist Präsidiumsmitglied im Deutschen Motorsport Bund. Seit 2010 ist der gelernte Jurist und Rallyefahrer immer wieder für die FIA als F1-Steward im Einsatz.

+++ Knackt Alonso-Negativ-Rekord?: Fernando Alonso muss diese Saison viele Ausfälle verkraften. Elf Rennen konnte der Spanier nicht beenden. Diesen Rekord kann er 2017 knacken

+++ Mehr Rennen für die Formel 1?: Die Formel 1 ist die Rennserie mit den meisten Reisekilometern. Keine Serie legt während der Saison so viele Kilometer auf dem Weg von einem Ort zum anderen zurück. Für Formel-1-Sportchef Ross Brawn können es trotzdem nicht genug Rennen sein. Er zieht nun sogar in Erwägung, den Formel-1-Rennkalender zu erweitern. “Je mehr Rennen stattfinden, desto größer werden die logistischen Probleme der Teams”, weiß Brawn. Gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes erklärt er aber: “Wir schauen uns das Format des Rennwochenendes genauer an. Wir wollen herausfinden, ob wir es so ändern können, dass es logistisch einfacher wird, mehr Rennen zu bestreiten. Wir sind da sehr offen.”

Eine Maßnahme wäre die Abschaffung der Freitagtrainings. “Wir können uns fragen, ob wir die Trainingsfreitage wirklich brauchen. Wenn diese wegfallen würden, könnten wir sicher mehr Rennen veranstalten”, hofft der 62-Jährige. Allerdings glaubt Brawn, dass es bei der Abschaffung Unstimmigkeiten mit den Inhabern der TV-Rechte und den Streckenbetreibern geben könnte. 

+++ Statistiken zum USA GP: Sebastian Vettels Highlight war der Start, als er Lewis Hamilton überholte. Unterm Strich gewann der Deutsche 2017 in den ersten Runden sechs Positionen, doppelt so viel wie Lewis Hamilton. Die meisten Plätze machte aber Kevin Magnussen (38) gut, vor Lance Stroll (32) und Sergio Pérez (25). Auf der anderen Seite der Tabelle: Kimi Räikkönen, der 15 Ränge einbüßte. Diese und viele weitere Statistiken lesen Sie HIER

+++ Verstappen beleidigt Rennkommissar: Bekommt der Holländer jetzt eine Strafe? Hier nachlesen

+++ Formel 1 auf Netflix? Noch immer steht nicht fest, wo die deutschen Fans die Formel-1-Rennen 2018 verfolgen können. RTL und ARD/ZDF buhlen um die Fernsehrechte, aber noch ist unklar, ob alle 21 Rennen überhaupt im Free-TV laufen. Der Bezahlsender Sky behält nach ABMS-Informationen auf jeden Fall die Rechte, könnte einige Rennen sogar exklusiv übertragen. Mittelfristig könnte es ohnehin zu einer Revolution kommen. Der neue Formel-1-Boss Chase Carey will den Sprung ins digitale Zeitalter nicht verpassen und bei Streaming-Anbietern wie Netflix Pakete für Formel-1-Fans mit zusätzlichen Infos gegen Bezahlung schnüren. „Das ist eine unheimlich wichtige Möglichkeit“, sagt er. „Wir haben die Fähigkeit, einzigartige Pakete zusammenzustellen.“ Das Projekt befindet sich aber vorerst nur in der Planungsphase. Trotzdem sagt der neue Formel-1-Medienbeauftragte Sean Bratches: “Wir versuchen mit Netflix schon für nächstes Jahr einen Deal anzuschließen.”

+++ Wehrlein kämpft um Cockpit: Wie geht es mit Pascal Wehrlein 2018 weiter?

Historie macht Vettel Mut: Mathematisch ist die Situation von Sebastian Vettel nicht besonders hoffnungsvoll. Aber: Die Geschichte lehrt anderes.

+++ Alonso bleibt bei McLaren: Fernando Alonso hat einen neuen Kontrakt bei McLaren für 2018 und darüber hinaus unterzeichnet.

+++ Hat sich Kubica ins Aus gedreht? Robert Kubica durfte kürzlich für Williams testen – leistete sich dabei aber einen Patzer.

+++ Kommt eine Formel 1 für Frauen? Eine Frauen-Formel 1 – das fordert eine ehemalige F1-Testfahrerin. Ist das wirklich eine schlechte Idee?