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Formel 1: Stroll scherzt über Hamilton “Hatte Mitleid mit Lewis”

— 03.09.2017

“Hatte Mitleid mit Lewis”

Alle wichtigen F1-News im Überblick. NEU: Hat Lewis Hamilton Lance Stroll zu Vernunft am Start ermahnt? Oder ging es doch nur um die Grid-Girls?

+++ Stroll, Hamilton und die Mädels: Startplatz zwei für Lance Stroll in Monza war eine Sensation. Doch der Williams-Bubi wurde am Sonntag schnell durchgereicht. Stroll: “Ich hatte einen sehr guten Start, Lewis vor mir leider nicht. Deswegen kam es so, wie ich es befürchtet habe: Er hat mich innen abgeblockt, dadurch bin ich hinter Esteban (Ocon; d. Red.) zurückgefallen.” Am Ende wurde Stroll Siebter.

Start: Hamilton blockt Stroll, daneben kommt Ocon

Der Kanadier war trotzdem zu Scherzen aufgelegt: “Ich hatte wirklich Mitgefühl mit Lewis. Er muss ganz schön nervös gewesen sein, neben mir starten zu müssen – weil ich ja so unerfahren bin und er um die WM fährt.” Als die Ampeln ausgingen, ging aber alles glatt. Stroll: “Lewis und ich sind cool miteinander. Er weiß, dass ich nichts Unvernünftiges machen würde.”

Außer vielleicht mit den Grid Girls? Hintergrund: Schon bei der Fahrerparade vor dem Rennen wurden Hamilton und Stroll zusammen gesichtet. “Lewis und ich haben uns unterhalten”, berichtet der Kanadier. Worum es ging? “Das sollte ich lieber nicht erzählen.” Strolls Grinsen war dabei so breit, dass fast nur die hübschen Monza-Grid-Girls (s. oben) dahinterstecken können.

+++ Youngster überragen im Regen: Hätte man Lance Stroll und Esteban Ocon vor dem Qualifying in Monza gesagt, dass sie von den Plätzen zwei und drei starten, hätten sie einen wohl für verrückt erklärt. Doch eine starke Performance im Regen und die Rückversetzung beider Red Bulls wegen Motorstrafen macht es möglich. Somit darf Stroll am Sonntag aus Reihe eins neben Lewis Hamilton losfahren – mit 18 Jahren und 309 Tagen als jüngster Fahrer der F1-Geschichte!

Daumen hoch: Auch Ocon wusste zu überzeugen

“Ich habe zuvor noch kein Formel-1-Qualifying im Regen bestritten, deswegen bin ich sehr stolz”, freute sich Stroll. “Das Auto war toll, die Balance super – ich hatte wirklich Spaß da draußen.” Für den Kanadier eine schöne Belohnung für ihn und seinen Rennstall. Stroll: “Die letzten Wochen war es im Trockenen hart für uns mit dem Auto. Insofern war der Regen heute ein Segen.”

Ocon, auch erst 20 Jahre alt, rechnet sich für den Sonntag mit der Mercedes-Power im Heck seines Force India sogar Chancen aufs Podium aus. “Ich will auch morgen Gas geben”, erklärte der Franzose, für den der dritte Startplatz gerade zum richtigen Zeitpunkt kommt. “Nach dem ganzen Ärger zuletzt in Spa (Teamkollegen-Crash mit Sergio Perez; d. Red.) ist es die richtige Antwort und schön für das Team”, so Ocon.

+++ Hülkenberg droht Negativrekord: Kein guter Freitag in Monza für Nico Hülkenberg. Zwar konnte sich der Deutsche nach P17 im ersten Training auf Rang zwölf im zweiten Abschnitt steigern – mit einem Hydraulikproblem musste er seinen Renault allerdings vorzeitig in der Garage abstellen. Auch im weiteren Verlauf des Wochenendes droht Hülkenberg Ungemach: Schafft der Emmericher in Monza nämlich nicht das Unmögliche und fährt unter die Top-3, zieht er mit dem Rekordhalter für die meisten Grand-Prix-Starts in der Formel 1 ohne Podiumsplatzierung gleich: Bisher ist das Landsmann Adrian Sutil, der den Negativrekord von 128 Rennen ohne Top-3-Ankunft hält. Hülkenberg steht aktuell bei 127, Dritter ist der Italiener Pierluigi Martini (118).

+++ Leclerc darf für Sauber ran: Er gilt als zukünftiger Ferrari-Pilot und ist aktuell drauf und dran, den Titel in der Formel 2 einzufahren. Nun kann sich Charles Leclerc auch über weitere Einsatzzeiten im Formel-1-Renner freuen. Der Monegasse, der bereits vergangene Saison eine Handvoll Freitagstrainings für Haas bestritt, tut dies ab sofort für Sauber. Die Schweizer werden mit Ferrari-Motoren beliefert, Leclerc wird daher als potenzieller Stammfahrer für die nächste Saison gehandelt. Bei den ersten Trainings in Malaysia, den USA, Mexiko and Brasilien darf sich Leclerc nun für höhere Aufgaben empfehlen.

+++ Magnussen: Hat Ocon die Hosen voll? Lustiges Wortgefecht auf Twitter zwischen Esteban Ocon (Force India) und Kevin Magnussen (Haas). Hintergrund: Beim Restart in Spa wäre Ocon Magnussen fast ins Heck gerauscht, nachdem Lewis Hamilton an der Spitze immer wieder hart in die Eisen ging. “Da wollte Magnussen wohl meine Reaktionsfähigkeit testen”, twitterte der Franzose. Magnussens Konter: “Ich bring Dir neue Unterhosen mit!” Nach seiner Aufforderung an Nico Hülkenberg (“Lutsch meine Eier”) die nächste Magnussen-Aussage unter der Gürtellinie.

+++ Rosberg trifft auf Lahm: Sie teilen dasselbe Schicksal: Rücktritt von der aktiven Sportlerkarriere.

+++ Red Bull lässt Verstappen nicht ziehen: Pechvogel Max Verstappen: Er scheidet ein ums andere Mal aus. Hat er die Nase bald voll?

+++ Verstappen im Pech: Nach sechs Ausfällen in den ersten zwölf Rennen ist Max Verstappen auch beim Italien-GP gehandicapt. Der Niederländer braucht einen neuen, fünften Motor. Das ist jedoch nicht erlaubt. Daher muss er in der Startaufstellung mindestens zehn Plätze nach hinten. Teamkollege Daniel Ricciardo muss wahrscheinlich sogar noch weiter nach hinten.

+++ Vettel hat über die Zukunft der Konkurrenten entschieden: Sebastian Vettel hat seine Zukunft bei Ferrari bestätigt. Aber was bedeutet das für Hamilton, Verstappen und Co?

+++ Wo bleibt Kubica? Jolyon Palmer darf weiter Renault fahren, das Sensations-Comeback von Robert Kubica ist vorerst vom Tisch. Warum?

+++ Tips für den Karrieremodus für das F1-Spiel 2017: Sie wollen sich wie die echten Formel-1-Fahrer stetig weiterentwickeln? Auto Bild Motorsport hat zehn Tips um den Weg nach ganz oben zu erleichtern.

+++ Mercedes darf mehr Öl verbrennen als Ferrari: Motorenzoff in der Formel 1. Ist Mercedes für den Rest der Saison im Vorteil?

+++ Bottas jagt den Rekord von Timo Glock: Timo Glocks Rekord wackelt wieder. Dabei hat er ihn erst seit zwei Rennen wieder zurück.

+++ Alonso und McLaren: Hat Fernando Alonso so wenig Lust auf McLaren-Honda, dass er seine Motorprobleme im Großen Preis von Belgien nur vorgetäuscht hat? Einen Hinweis darauf gibt der Honda-Motorsportchef: „Nachdem er brilliant gestartet ist, hatte Fernando ein hartes Rennen“, sagt Yusuke Hasegawa. „Er hat uns per Funk mitgeteilt, dass er glaubt, ein Problem zu haben, und wir haben ihn vorsichtshalber reingeholt, ohne dass wir etwas in den Daten gesehen haben!“

Alonso ist für 2018 heiß auf Williams’ Mercedes-Motor

Hat Alonso so sehr am Funk gemotzt, dass Honda unsicher wurde? Nach dem Start war der Spanier schon Siebter, wurde dann aber durchgereicht und beschwerte sich bereits während des Rennens über den fehlenden Speed. Zwischenzeitlich schimpfte Alonso: „Es ist beschämend! Dies ist nur eine Testfahrt für mich.“

Hinterher gab der Spanier zu Protokoll: „Wir waren im Renntrimm nicht konkurrenzfähig. Das Auto war auf den Geraden zu langsam und es war unmöglich Zweikämpfe überhaupt zu führen. Wir mussten dann wegen eines Motorproblems aufgeben.“

Hasegawas Aussage könnte bestätigen, dass Alonso keine Lust mehr auf McLaren-Honda hat. Bereits gestern hatte ABMS berichtet, dass der Spanier mit Williams über einen Wechsel verhandelt. Nach ABMS-Informationen will er unbedingt einen Mercedes-Motor im Heck.

+++ Strafen über Strafen: Gleich ein Viertel des Feldes wird in der Startaufstellung für den Belgien GP am Sonntag zurückversetzt. Am härtesten trifft es ausgerechnet Lokalmatador Stoffel Vandoorne. Weil an seinem McLaren diverse Motorenkomponenten getauscht wurden, muss der Youngster insgesamt 65 Startplätze nach hinten! Manch einer im Fahrerlager unkte wegen Spas Nähe zur deutschen Grenze schon, Vandoorne sei der erste Fahrer in der F1-Historie, der bei seinem Heimrennen aus einem anderen Land losfahren muss.

An die eigene Nase muss sich derweil Felipe Massa fassen. Weil er nach einer Panne von Daniil Kvyat (der Russe erhält für neue Motorteile selbst 20 Plätze Strafe) trotz doppelt geschwenkter gelben Flaggen nicht verlangsamte, brummten die Regelhüter ihm fünf zusätzliche Plätze auf. Genauso wie den Sauber-Piloten Pascal Wehrlein und Marcus Ericsson – bei beiden wurde das Getriebe gewechselt. Die letzten fünf Startplätze lauten demnach: 16. Massa, 17. Ericsson, 18. Wehrlein, 19. Kvyat und 20. Vandoorne.

+++ F1-Boss staunt an der Mut-Strecke: Die Formel 1 anno 2017 macht wieder Spaß! Den Fahrern, aber auch ihrem Boss: Kein Geringerer als F1-Chef Ross Brawn begab sich im Training am Freitag mal wieder raus an die Strecke. Bei einem solchen Trackwalk hatte ihn ABMS dieses Jahr auch schon in Monaco getroffen. Während sich Brawn im Fürstentum vor allem von der Nähe zu den Autos beeindrucken ließ, stand in Spa am Freitag klar der Speed in den schnellen Passagen im Vordergrund.

F1-Boss Ross Brawn im Fahrerlager von Spa

“Egal, wo man hier steht: Das ist eine Strecke, wo sich die Performance der neuen Autos wirklich richtig zeigt”, freute sich Brawn. Der Brite zu Sky Sports: “Die Fahrer haben wieder mehr Spaß im Auto. Das müssen wir so beibehalten und sie in den Prozess, was die zukünftige Ausrichtung betrifft, auch mehr miteinbeziehen.” Brawn kündigt im Namen der neuen F1-Besitzer an: “Sicher machen wir auch mal Fehler. Aber wir wollen im Interesse des Sports handeln und wieder mehr Hardcore-Action für die richtigen Fans.”

Der F1-Boss bittet aber auch um Geduld: “Gerade die technischen Änderungen brauchen Zeit. Besonders, wenn es sich um große Einschnitte handelt, kann es schnell ein paar Jahre bis zur Umsetzung dauern.” Brawn: “Bei der Vermarktung, Übertragung und den sportlichen Änderungen geht es schneller. Da passiert ja im Moment schon einiges, zum Beispiel über die Sozialen Medien oder auf welchen Wegen die Fans an ihre Infos kommen.”

Die besten Bilder vom ersten Tag auf der Ardennen-Achterbahn von Spa in unserer großen Bildergalerie oben.

+++ Mehr Power für Silber: Mercedes legt im Entwicklungs-Wettrüsten wieder vor! Das Werksteam bringt zum Belgien GP in Spa eine weitere Ausbaustufe des Antriebs. In den Autos von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas werden bereits der jeweils vierte V6-Motor, Turbolader und MGU-H (Abgaswärmegenerator) verbaut. Damit geht Mercedes an die Grenze dessen, was erlaubt ist und bringt bereits kurz nach Halbzeit die letzte Ausbaustufe ohne Startplatzstrafe. Nach ABMS-Informationen wurde dabei nicht nur die Zuverlässigkeit verbessert. Der Verbrennungsmotor soll noch einmal ein paar PS mehr leisten. Damit dürfte die 1000-PS-Marke im Qualifying locker geknackt werden.

Ferrari hatte zuletzt in Silverstone die dritte Ausbaustufe des Motors gebracht. In Spa wird Haas das nächste Upgrade für die Scuderia testen. Da soll dann auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza zum Einsatz kommen. Vettel: “Wir geben im Entwicklungsrennen weiter Gas und ich bin zuversichtlich, dass wir das Tempo von Mercedes mitgehen können.”


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