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Formel 1: Shitstorm wegen Pilotin Ist eine Frauen-F1 wirklich so schlecht?

— 17.10.2017

Ist eine Frauen-F1 wirklich so schlecht?

Carmen Jordá fordert eine Frauen-Meisterschaft für die Formel 1. Doch damit zieht sie den Zorn anderer Rennfahrerinnen auf sich. Ist die Idee wirklich so schlecht?

Nur zwei der 758 Formel-1-Piloten waren Frauen. Drei weitere scheiterten an der Qualifikationshürde, zuletzt Giovanna Amati 1992. Rennfahrerinnen in der Königsklasse sind Mangelware. Carmen Jordá war zwei Jahre lang Testfahrerin bei Lotus, Rennen fahren durfte sie nie. Jetzt fordert die Blondine: „Ich glaube, eine Formel 1 für Frauen würde es uns ermöglichen, unsere Träume zu erfüllen und mit gleichen Voraussetzungen zu kämpfen. Alle Sportarten bringen erfolgreiche Weltmeisterinnen hervor – nur unsere nicht.“

Jordá ist nicht die einzige, die diese Idee hat. Auch der frühere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ist ein Fan einer solchen Rennserie. Nochmal Jordá: „Es ist nicht fair mit Männern verglichen zu werden, weil wir niemals auf dem gleichen Niveau konkurrieren werden.“

Doch mit diesen Aussagen zieht sie den Zorn anderer Pilotinnen auf sich. Sophia Flörsch, Deutschlands flottes Mädel in der Formel 4, meint zum Beispiel: „Das ist Unsinn. Die Herausforderung ist es, gegen die Besten anzutreten. Das ist keine Frage des Geschlechts.“

Giovanna Amati war die letzte Formel-1-Fahrerin

Aber: Ist die Idee einer Frauen-Formel 1 wirklich so schlecht? Weltmeister Nico Rosberg weiß: „Das Schwierige ist, dass es 100.000 Jungs gibt, die in die Formel 1 wollen, aber nur 50 Mädchen. Bis sich dann eine findet, die Talent hat, dauert es einfach länger.“

Eine Formel 1 für Frauen könnte helfen, wenn sie gut inszeniert wird. Mit einem Rennen gegen die Männer zum Beispiel. Als Rahmenrennserie innerhalb der echten Königsklasse. Oder mit einer Finanzspritze für die Meisterin auf der Suche nach einem Cockpit in der Männer-F1.

Frauen sind in der Herrenwelt Rennsport noch nicht akzeptiert. Sponsoren springen schneller ab, wenn sich Erfolge nicht auf Anhieb einstellen. Teams, Hersteller, Partner zweifeln am Talent der Damen. Eine Frauen-Serie könnte helfen, weil die Mädels dann Erfahrungen in GP-Rennern sammeln und damit für Formel-1-Teams schon allein deshalb attraktiver werden. Problematisch wäre es lediglich, wenn sich die Frauen-Serie als Parallelwelt etabliert und eine Frau in der WM nicht mehr erlaubt wäre.