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Formel 1: Sebastian Vettel exklusiv Vettel wechselt Stromanbieter selbst

— 29.09.2017

Vettel wechselt Stromanbieter selbst

Sebastian Vettel spricht mit ABMS exklusiv über sein Privatleben, die Rolle als Ferrari-Star, lange Arbeitstage und Fehler, die man anschließend bereut.

Sebastian Vettel ist im Formel-1-Fahrerlager der große Ferrari-Star. Im normalen Leben ist er ein Familienvater wie jeder andere. Das verrät der Heppenheimer im Interview in der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT. Vettel: “Man steht vielleicht mehr im Rampenlicht, und die Leute kriegen von dem, was ich mache, mehr mit als in einem anderen Beruf. Was auch ganz normal ist. Aber ich bin ja ein ganz normaler Mensch, habe Dinge im Alltag, die mir wichtig sind, mit denen ich mich befasse. Es ist ja nicht so, dass mich das normale Leben nicht mehr berühren würde, nur weil ich Formel-1-Fahrer bin.”

Das Beispiel, das er dann bringt, erinnert an Michael Schumacher, der zum Einkaufen meist aus der Schweiz sogar extra nach Deutschland fuhr. Der Hesse: “Irgendwie war mir die Stromrechnung im Winter zu hoch. Da habe ich den Anbieter gewechselt.”

Das ganze Vettel-Interview jetzt in der neuen ABMS

Dass seine Töchter die Rennen ihres Herrn Papa am TV verfolgen, gibt Vettel indirekt ebenfalls zu. Seine Antwort auf die Frage, ob seine zwei Mädchen schon unterscheiden können zwischen silbernen und roten Autos: “Auch wenn sie lieber mit anderen Sachen spielen: eindeutig ja!”

Fakt ist aber auch: Selbst wenn er seine Familie versucht außen vor zu halten; Vettel selbst lebt als Vierfach-Weltmeister im roten Renner unterm Brennglas. “Ja klar, aber das kann und darf einem dann nicht immer bewusst sein”, sagt er. “Sonst wäre man wie der gläserne Mensch und nicht mehr man selbst. Es wird uns ja oft vorgeworfen, dass wir zu viel Roboter sind. Alles, was ich tue, mache ich freiwillig und authentisch. Der Fan erlebt mich so, wie ich bin. Mich muss keiner überreden, länger an der Rennstrecke zu bleiben und mehr zu machen. Weil ich weiß: Die Arbeit bringt einen weiter, macht einen schneller. Deswegen schaue ich länger in die Daten und spreche mit den Ingenieuren. Manchmal denke ich sogar, ich könnte noch mehr arbeiten, noch länger bleiben – aber ich brauche auch mal Zeit für mich, meine Ruhe und meinen Schlaf. Um die Batterien aufzuladen.”

Vettel will in Malaysia im WM-Kampf zurückschlagen

Kritik gehe ebenfalls nicht spurlos an ihm vorbei. “Ich denke darüber nach”, gibt Vettel zu. “Abende wie der in Singapur oder Baku sind nicht so leicht zu verdauen. Vor allem, weil ich in den Rennen besser hätte abschneiden können. Nach Baku war das der Hauptbrocken, an dem ich zu kauen hatte. Die Situation und wie sie entstanden ist, war mir ziemlich klar, und in dem Moment habe ich so reagiert, wie ich reagiert habe. War das falsch? Hätte ich es besser machen können? Diese Frage kann man sich oft stellen. Aber es ist eben passiert.”

Geht der Hesse im Kampf um Siege und Titel manchmal über die Grenze? Vettel ganz ehrlich: “Das kann jeder für sich selbst am besten einschätzen. Wenn einem Dinge zu Herzen gehen und man viel Ehrgeiz entwickelt, dann gibt es vielleicht mal den Moment, wo man nicht zu 100 Prozent Herr über sich selbst ist. Jeder hat seinen Ehrgeiz, egal ob man den im Sport auslebt oder woanders. Wenn das nicht passieren würde, wäre das Leben dann immer so lebenswert? Für mich nicht. Wenn ich danach was auf die Mütze bekomme, dann muss ich damit leben.”

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach


Fotos:
ABMS / Picture-Alliance