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Formel 1: Rückschlag für Vettel Ferrari säuft in Monza ab

— 02.09.2017

Ferrari säuft in Monza ab

Sebastian Vettel und Ferrari gehen ausgerechnet beim Heimspiel im Regen von Monza unter. Immerhin Strafen für die Konkurrenz verbessern die Lage.

Sebastian Vettel nur Achter, Kimi Räikkönen gerade mal Siebter. Die gute Stimmung der Ferrari-Bosse, die zum 70. Geburtstag der Marke in Monza eine Feierlichkeit nach der anderen organisiert haben, war mit einem Mal futsch. FIAT-Präsident Sergio Marchionne trottete nach dem Qualifying mit seinem blauen Pullover, Regenschirm, Pressesprecher und Bodyguard fast unbemerkt durchs Fahrerlager zurück ins Ferrari-Motorhome. Wenige Schritte dahinter und ganz alleine: Piero Ferrari, der Sohn des großen Enzo. Auch seine Gesichtszüge wirkten wie eingefroren. Der Regen hatte beiden die Laune verhagelt – denn Ferrari ist im Qualifying ausgerechnet beim Heimrennen in Monza so richtig abgesoffen.

Platz acht: Nicht das Ergebnis, das Vettel wollte…

Angefressen war auch Sebastian Vettel. 2,5 Sekunden hatte er im Regen auf Pole-Mann Lewis Hamilton verloren. Und wusste noch nicht mal warum. Vettel extrem kurz angebunden: “Dass es am Ende nicht so schnell ist, hätte ich nicht gedacht. Wir kamen einfach nicht so gut zurecht. Der Abstand war riesig. Vielleicht haben wir die Reifen nicht so zum Arbeiten gebracht wie die anderen.” Teamkollege Räikkönen ergänzt: “Es war einfach zu rutschig da draußen. Mit wenig Abtrieb kriegt man nicht genug Druck auf die Reifen und dann ist das eine never ending story.”

Einige Experten spekulieren, Ferrari habe ganz auf ein Trocken-Set-Up gesetzt. Vettel: “Unsinn, so etwas gibt es heutzutage nicht mehr.” Ein Insider: “Das würde ich auch sagen, wenn ich eines hätte.” Unwahrscheinlich, dass Ferrari blufft. Fürs Rennen ist Vettel trotzdem optimistischer: “Wir haben ein gutes Auto und keine Angst, aber heute ist es nicht gelaufen, wie wir wollten. Trotzdem: Es ist ein langes Rennen, wir müssen ein bisschen überholen, das dürfte spaßig werden.” Der Hesse startet nach der Rückversetzung beider Red Bulls von Rang sechs, Räikkönen einen Platz weiter vorne. Und besonders wichtig: Im Freitagstraining fuhr Ferrari mit Mercedes auf Augenhöhe.

Abgesoffen: Für Ferrari lief die Quali denkbar schlecht

Die allgemeine Euphorie beim Heimrennen ist dennoch erst einmal verflogen. Kurz zuvor hatte Marchionne Vettel noch Rosen gestreut. Der Italo-Kanadier über den Heppenheimer: “Er ist sehr mit der Zeit gereift, obwohl er schon Weltmeister ist. Im vergangenen Jahr hat er sich noch weiterentwickelt. Er ist ein Ferrari-Mann und das liegt ihm im Blut.” Bewundern würde er Vettel auch für dessen Verhandlungsgeschick. Marchionne: “Wir entschädigen ihn gut dafür, was er tut. Ich habe ihm schon immer zugetraut, einen guten Deal auszuhandeln. Aber das trifft auf viele Fahrer dieses Kalibers zu. Ich beneide sie dafür.”