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Formel 1: Red Bull will V12-Motoren Lamborghini statt Mercedes

— 08.08.2017

Lamborghini statt Mercedes

Die Frage, mit welchen Motoren die Fahrer 2021 an den Start gehen werden, beschäftigt die Formel 1. Red-Bull-Teamchef Christian Horner fordert Rückkehr der V12-Motoren.

Er ist einer der jüngsten Teamchefs in der Formel 1. Aber er fordert alte Zeiten zurück. Zumindest die alten Motoren: Red-Bull-Rennleiter Christian Horner spricht sich für die Rückkehr von hoch drehenden Saugmotoren mit zehn oder sogar zwölf Zylindern aus. „Was werden die Leute 2030 auf der Straße fahren? Wenn man der Politik glauben darf, werden es Elektroautos sein. Die Formel 1 sollte deshalb das Gegenstück sein. Purer Rennsport, Mann und Maschine, ein Wettbewerb der besten Fahrer der Welt mit einem hoch drehenden Saugmotor, entweder V10 oder sogar V12. Wir haben für unser Aston Martin-Supercar viel Marktforschung betrieben. Sie hat uns gezeigt, was die Leute wollen. Die überwiegende Mehrheit der künftigen Käufer will einen hochdrehenden Sauger und keinen Hybrid-Antrieb“, sagt er in einer Interviewrunde mit AUTO BILD MOTORSPORT.

Die Hersteller lassen sich vom Marketing treiben. Und wechseln daher verstärkt in die Formel E. Doch Horner hat auch dafür Lösungen parat. Der Brite: „Ich kann mir vorstellen, dass die Großserienhersteller in die Formel E abwandern und Sportwagenhersteller wie etwa Ferrari, Aston Martin oder Lamborghini sich in der Formel 1 tummeln, denn die ist deren Umfeld.“

Horner wünscht sich wieder die alten V10- und V12-Motoren zurück

Dafür müssen aber die Kosten gesenkt werden: „Im Moment ist die Formel 1 aus wirtschaftlicher Sicht für niemanden sinnvoll. Die Kosten, ein Team wettbewerbsfähig an den Start zu bringen können von Sponsoren, den TV-Einnahmen und mit Antrittsgeldern von den Rennen nicht mehr getragen werden. Deshalb müssen wir dieses Modell modifizieren. Um die Formel 1 für Teams attraktiv zu machen, müssen wir die Kosten runterbringen, die Einnahmen erhöhen und ein größeres Publikum ansprechen“, weiß Horner.  „Brauchen wir wirklich noch 1.000 Leute, um zwei Autos im Kreis fahren lassen? Ich hoffe, dass die Regeln nach 2021 den Fahrer in den Vordergrund stellen. Das Team soll schon auch noch den Unterschied ausmachen, aber nicht mehr in dem Maß wie heute. Es darf auf jeden Fall keine Motorenformel mehr sein.”

Doch wie realistisch sind die Wünsche von Horner? Der Konsens unter den Herstellern ist bereits erzielt – aber er ist ein anderer als von Horner gefordert. Das weiß auch der Brite: „Ich zweifle, dass wir wieder einen Saugmotor bekommen. Wir werden uns mit einem V6-Biturbo begnügen müssen.“