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Formel 1: Red Bull startet von hinten Opfer für Singapur-Chancen

— 01.09.2017

Opfer für Singapur-Chancen

Red Bull opfert den Italien GP in Monza – zur Belohnung soll zwei Wochen später in Singapur mindestens ein Podium her. Das steckt hinter Red Bulls Plan:

Obwohl das Monza-Wochenende für Red Bull unter denkbar schlechten Vorzeichen steht, werden Daniel Ricciardo und Max Verstappen in Italien wohl ihren Spaß haben. „Das ist der Plan. Denn was das Ergebnis betrifft, wird es hier schwierig für uns“, erklärt Verstappen am Freitag. 15 Plätze muss der Holländer in der Startaufstellung für das Rennen zurück, bei Teamkollege Daniel Ricciardo sind es sogar noch fünf mehr.

‘Opferlamm’ Monza: Red Bull macht es wie McLaren

Der Grund: Red Bull tauscht an beiden Autos fast den gesamten Motor aus, überschreitet dabei bei vielen Teilen aber schon die erlaubte Maximalanzahl – und muss deswegen die Strafen auf sich nehmen. Allein: Hinter Red Bulls Handeln steckt Kalkül. Ricciardo klärt auf: „Es ist kein Geheimnis, dass Singapur (das Rennen nach Monza, d. Red.) eine Strecke ist, auf der wir sehr stark sind. Ich will für das Rennen dort nichts riskieren, indem ich mit einem alten Motor oder Teilen fahre.“

„Wir müssen strategisch damit umgehen“, sagt der Australier in Bezug auf Red Bulls Motorschwäche. Mit den Renault-Aggregaten ist auf den langen Geraden der Highspeed-Strecke in Monza ohnehin kaum ein Kraut gegen die übermächtige Konkurrenz von Mercedes und Ferrari gewachsen. „Deswegen gehen wir auf Nummer sicher, und nehmen es hier in Kauf“, so Ricciardo. Die gleiche Vorgehensweise betreibt auch McLaren bei Fernando Alonso. Beim Spanier wird alles am Motor getauscht, damit er auf den Straßen Singapurs wieder Chancen hat. In Monza setzt es dafür bei ihm gleich 35 Strafplätze.

Daniel Ricciardo will im Rennen noch nach vorne rasen

Anders als McLaren, sieht sich Red Bull aber auch mit der Hypothek des Starts von hinten noch in der Lage, am Sonntag in Italien etwas Zählbares mitzunehmen. „Wir müssen es machen wie in Silverstone, das Feld von hinten aufrollen. Für die Fans wird es sicher aufregend, dabei zuzusehen. Es ist zwar nicht unser stärkster Kurs, aber wir sind gut und schnell genug, um wieder durchs Mittelfeld nach vorne zu kommen“, meint Ricciardo. „Das Ziel sind auf jeden Fall ein paar Punkte. Wenn wir es sogar in die Top-5 schaffen, wäre ich definitiv zufrieden.“

Teamkollege Verstappen sieht es ähnlich: „Wir geben unser Bestes. Vielleicht haben wir Glück und uns hilft der Regen.“ Kommt der nicht, heißt es eben gedulden bis Singapur zwei Wochen später. „Dort sollten wir Chancen auf das Podium haben“, glaubt der Holländer mit Blick auf den Downforce-Kurs in Asien. „Außerdem ist Singapur eine Strecke, für die meistens viele Updates kommen. Dann sehen wir, wie konkurrenzfähig wir sind.“ Während das Team dann mit einer ganz anderen Aero-Konfiguration als in Monza antreten wird, versucht sogar Sprit-Lieferant ExxonMobil die letzten Zehntel für Red Bull rauszuquetschen und hat bereits ein Benzin-Update für das Nachtrennen angekündigt.

Autor: Frederik Hackbarth