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Formel 1: Pérez und Ricciardo sauer Vettel blockiert Transfermarkt für drei Jahre

— 30.08.2017

Vettel blockiert Transfermarkt für drei Jahre

Sebastian Vettel hat seinen Vertrag mit Ferrari um drei weitere Jahre verlängert. Das behindert auch die anderen Topstars für viele Jahre.

Sebastian Vettel bleibt bis Ende 2020 bei Ferrari. Mit der Entscheidung über seine weitere Zukunft hat der viermalige Formel-1-Weltmeister auch über die Zukunft seiner Konkurrenten entschieden. Daniel Ricciardo weiß: „Jetzt sind die Türen für mich bei Ferrari erst einmal zu. Ich glaube nicht, dass Sebastian will, dass ich ins Team komme.“ Was der Australier damit meint: Zwei absolute Spitzenfahrer in einem Rennstall, die sich gegenseitig aufreiben und Punkte wegnehmen, sind nur dann sinnvoll, wenn ein Team wie Mercedes von 2014 bis 2016 dominiert. Und auf gleich zwei Topstars zu setzen, entspricht auch nicht der Ferrari-Teampolitik.

Sergio Pérez ist im Mittelfeld gefangen

Nicht nur für Daniel Ricciardo, auch für Max Verstappen ist die Tür bei Ferrari damit zu. Lewis Hamilton hat sich längst dafür entschieden bei Mercedes zu bleiben. Blöd für die Verhandlungen: Alternativen hat er nicht wirklich. Theoretisch könnte der Brite mit Ricciardo oder Verstappen das Cockpit tauschen. Aber auch das ist unwahrscheinlich. Seit dem Aus von Mark Webber setzt Red Bull nur noch auf eigene Junioren. Nur so kann das sündhaft teure, aber auch sehr erfolgreiche Juniorenprogramm gerechtfertigt werden. Soll heißen: Hamilton sitzt bei Mercedes fest, wenn er in einem Topteam bleiben will. Weil Ferrari und Red Bull dicht sind.

Und: Auch für starke Mittelfeldfahrer sind die Türen dicht bei den Top-Mannschaft. Sergio Pérez zum Beispiel ist frustriert: „Es gibt drei Teams an der Spitze, die gewinnen alles. Und da reinzukommen ist einfach nicht möglich. Die Teams haben alle ihre eigenen Junioren. Dass Bottas zu Mercedes kam, ist eine Ausnahme gewesen.“ Ferrari plant beispielsweise nach Kimi Räikkönen mit dem eigenen Zögling Charles Leclerc.

Fahrerwechsel bei Topteams sind ohnehin selten geworden. Seit dem Beginn des Jahrzehnts, also seit acht Jahren, fuhren gerade mal je vier Piloten für Mercedes und Ferrari, nur fünf für Red Bull. Im gleichen Zeitraum setzte Sauber zum Beispiel elf Piloten ein, Williams acht.

Vettel hat den Transfermarkt für die nächsten drei Jahre lahmgelegt. Weil auch die Umstände nicht hilfreich sind für die restlichen Fahrer: In den 90er Jahren waren unter den Top-Rennställen immer wieder andere Teams. Mal Williams, dann Benetton, plötzlich McLaren, dann wieder Ferrari. Kein Fahrer wusste, wer im nächsten Jahr die beste Anlaufstelle sein würde. Keiner wollte sich daher langfristig binden. Heute ist klar: Der Sieg führt nur über Mercedes und Ferrari, sonst ist nur noch Red Bull der Sprung nach vorn zuzutrauen.

Der Transfermarkt kann also nur unter zwei Bedingungen wieder in Schwung geraten. Erstens: Ein Team wie Renault oder McLaren schafft es überraschenderweise doch in den Kreis der Favoriten. Zweitens: Vettel hat Ausstiegsoptionen in seinem Ferrari-Vertrag und löst diese auch ein.

Fahrer mit den meisten Rennen für ein Team
1. Michael Schumacher (Ferrari) 180
2. David Coulthard (McLaren) 150
3. Felipe Massa (Ferrari) 139
4. Nico Rosberg (Mercedes) 136
5. Jenson Button (McLaren) 136
6. Jacques Laffite (Ligier) 132
7. Mika Häkkinen (McLaren) 131
8. Mark Webber (Red Bull) 129
9. Kimi Räikkönen (Ferrari) 123
10. Sebastian Vettel (Red Bull) 113