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Formel 1: Mercedes’ wundersame Wende Alter Hamilton schlägt neuen Bottas

— 30.09.2017

Alter Hamilton schlägt neuen Bottas

Ein Mercedes auf Pole, der andere Fünfter. Für Lewis Hamilton zahlte sich die Risikovermediung aus: Mit konservativem Aero-Kit ging es nach ganz vorne.

Am Freitag war bei Mercedes noch vom „schlimmsten Freitag seit langem“ die Rede – keine 24 Stunden später stehen die Silberpfeile in Malaysia mal wieder wieder auf Pole. „Ich bin sehr dankbar, dass die guten Rundenzeiten zum richtigen Zeitpunkt gekommen sind. Vor allem die letzte Runde in Q3 war schnell. Ich weiß ehrlich nicht, woher das kam und bin selbst ziemlich überrascht“, so Rekord-Qualifyer Hamilton, der bereits seine 70. Pole in der F1 holt.

Nummer 70: Hamilton zelebrierte die nächste Pole

Dass es soweit aber nur kommt, weil WM-Rivale Sebastian Vettel am Samstag in Schwierigkeiten gerät, daraus macht auch Hamilton keinen Hehl. „Ich weiß gar nicht, was Sebastian passiert ist. Ich bin mir aber sicher, dass er vor uns gelandet wäre, weil er das ganze Wochenende schnell unterwegs war“, sagt Hamilton und zeigt Mitleid: „Für ihn ist das natürlich schlimm. Aber wir konzentrieren und auf uns. Wir hatten selbst Schwierigkeiten“, spielt er auf die schwache Trainingsleistung an. „Zum Glück hat mein Team das Auto rechtzeitig hinbekommen. Aber wir haben trotzdem noch viel Arbeit vor uns.“

F1-Aufsichtsrat Niki Lauda erklärt bei Sky: „Ich habe keine Ahnung, wie wir das Ruder herumgerissen haben. Aber ich glaube, es war heute mehr der Fahrer als das Auto.“ Beleg dafür ist auch: Hamilton-Teamkollege Valtteri Bottas schaffte es nur auf Platz fünf, noch hinter Kimi Räikkönen und beiden Red Bulls. Der Finne: „Lewis und ich waren am Ende mit ganz anderen Autos unterwegs. Das lief besser für ihn als für mich.“

0,6 Sekunden Rückstand: Bottas kam nicht in Fahrt

Hamilton klärt auf: „Anders als Valtteri bin ich heute nicht mit unserem neuen Aerodynamik-Paket gefahren.“ Der Grund: „Valtteri war zufriedener damit, der Unterschied zwischen den Konfigurationen aber nicht so groß.“ Deswegen scheute Hamilton das Risiko. „Einen Vorteil hatte ich dadurch aber sicher nicht, es hat nur einfach nichts ausgemacht“, glaubt der Brite. Teamchef Toto Wolff stellt klar: „Die Daten sagen, dass das neue Paket eigentlich besser ist. Deswegen werden wir es auch in Japan (beim nächsten Rennen; d. Red.) wieder fahren.“ Dann wohl mit beiden Autos.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff