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Formel 1: Mercedes tappt im Dunkeln “Nicht gut genug fürs Podium”

— 16.09.2017

“Nicht gut genug fürs Podium”

Das Rätselraten bei Mercedes geht weiter: Der Silberpfeil ist in Singapur nicht schnell genug. Während Bottas kein Blatt vor den Mund nimmt, setzt Hamilton auf Geduld.

Schon vor dem Qualifying herrschte Unruhe bei Mercedes. In der Hospitality steckten die Techniker die Köpfe zusammen. Von Überraschung war das etwas zu hören. Offenbar ging es darum, dass Ferrari im dritten freien Training plötzlich wieder so stark war. Die böse Vorahnung wurde im Qualifying zur Gewissheit. Hamilton wird mit sechs Zehntelsekunden Rückstand Fünfter, Bottas mit weiteren 0,7 Sekunden dahinter Sechster. 

Während Lewis Hamilton sich ratlos zeigte, analysiert Bottas die Situation: „Vor zwei Wochen in Monza waren wir Erster und Zweiter. Jetzt haben wir riesigen Rückstand. Das zeigt, dass wir noch Probleme haben mit der Downforce und dem mechanischen Grip auf solchen Strecken. Daran müssen wir arbeiten.“  Der Finne gibt aber auch Preis, dass Mercedes beim Nacht-Qualifying trotz Flutlicht im Dunkeln tappte. Der Mercedes fiel vom Unter- ins Übersteuern. „Wir haben viele verschiedene Set-ups probiert, dabei viel größere Veränderungen vorgenommen als sonst. Nichts hat geholfen.“ 

Hamilton kam nicht über P5 im Qualifying raus

Hat Mercedes also das gleiche Problem wie 2015, als Vettel trotz eines eigentlich dominierenden Silberpfeils gewann? Mercedes-Sportchef Toto Wolff meint nein: „Es ist leider, was wir erwartet haben. Realistisch sind das die Positionen, auf denen wir in Singapur stehen.“ Der Österreicher: „Es gibt diese Saison das klare Schema, dass manche Autos auf den engen und verwinkelten Kursen besser sind, nämlich Ferrari und Red Bull – und wir auf den schnellen. Ich denke, wir haben trotzdem den besten Kompromiss.“ Bottas knallhart: „Wir wissen, dass wir morgen nicht schnell genug fürs Podium sind.“ 

Bottas rutschte noch mehr rum als Hamilton

Wolff will trotzdem die Flucht nach vorn antreten: „Ich hoffe, von unserer Longrun-Pace am Freitag ausgehend, dass sich Lewis morgen an die Spitzengruppe dranhängen kann.“ Hamilton weiß: „Der Start, die Strategie und vielleicht ein Safety-Car sind die einzigen Möglichkeiten. Es wird ein Geduldsspiel, kein Sprint.“ Mercedes baut darauf, dass sich Ferrari und Red Bull gegenseitig ans Limit treiben. Wolff: „So können wir vielleicht mit einer alternativen Strategie mit den weichen Reifen die Nutznießer sein.“ 

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff, Ralf Bach