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Formel 1: Kubica zu Williams? Kubica-Comeback nicht realistisch!

— 22.09.2017

Kubica-Comeback nicht realistisch!

Robert Kubica will 2018 bei Wiliams unterkommen. Allerdings wird es wohl scheitern. Das sind die Gründe. Plus: Diese Piloten wollen ein Williams-Cockpit.

Das Formel-1-Comeback von Robert Kubica (32) ist mehr Wunschdenken seines italienischen Managers Alessandro Alunni Bravi als Realität. AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr aus Renault-Kreisen: Der Pole war bei seinen Testfahrten Ende Juli in Ungarn beim Longrun (Rennsimulation) pro Runde eine Sekunde zu langsam, um ernsthaft als Nachfolger von Jolyon Palmer für 2018 eine Rolle zu spielen. Auf einer Runde könne der Sieger des Kanada-GP von 2008 zwar eine ordentliche Rundenzeit hinlegen, aber im Renntrim seien die Handicaps seines bei einem Rallyeunfalls 2011 schwer verletzten rechten Arms zu groß. Er müsse quasi mit einer Hand lenken, das sei auf Dauer aber nicht möglich. Auch deshalb habe sich Renault für den Spanier Carlos Sainz (22) entschieden.

Kubica testete in Ungarn für Renault

Kubica hofft jetzt bei Williams unterzukommen. Das britische Team will ihn deshalb am liebsten noch einmal mit einem Williams von 2014 testen lassen. Ein adäquater Test kann das aber nicht sein. Die Autos haben sich in den vergangenen drei Jahren zu stark verändert. Ein ernsthafter Kandidat für ein Formel-1-Cockpit ist der Pole nach den Erkenntnissen von Renault ohnehin nicht. Allein: Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg versucht dem 32-Jährigen bei der Cockpit-Suche für 2018 zu helfen.

Wer neben dem Kanadier Lance Stroll (18) 2018 im Williams sitzen wird, ist noch offen. Alles deutet darauf hin, dass Felipe Massa (36) endgültig in Rente geht. Insbesondere in seinen portugiesischen Presserunde ließ er das bereits mehrfach anklingen. Kandidaten für Massas Cockpit sind unter anderem Ersatzfahrer Paul die Resta (31) und Mercedes-Junior Pascal Wehrlein (22). Mercedes-DTM-Pilot Di Resta ist in diesem Jahr Ersatzfahrer bei Williams und ersetzte den erkrankten Massa in Ungarn. Wehrlein überzeugte in dieser Saison, indem er mit einem völlig unterlegenen Sauber fünf Punkte einfahren konnte. Aber auch Jolyon Palmer zeigt Interesse an einem Williams-Cockpit für 2018. Der Brite wurde vor der Fabrik des Traditionsrennstalls gesichtet.

Spannend ist auch, wer bei Williams am Ende das Sagen hat. Geldgeber Lawrence Stroll oder die Williams-Seite, die durch Teamchef und Anteilseigner Paddy Lowe und Vize-Teamchefin Claire Williams vertreten wird. Der kanadische Milliardär kaufte seinen Sohn Lance mit einer zweistelligen Summe ins Team ein. Stroll, so heißt es hinter den Kulissen, will keinen schnellen Piloten neben seinem Sohn und setzt sich deshalb für den älteren Massa und den gehandicapten Kubica ein. Lowe will dagegen einen Fahrer mit Speed.

Allein: Es ist nicht richtig, dass wegen Hauptsponsor Martini einer der beiden Stammpiloten mindestens 25 Jahre alt sein muss. ABMS erfuhr: Erstens ist dies nicht im Vertrag zwischen Williams und Martini fixiert. Zweitens, so heißt es aus Williams-Kreisen, reicht es Martini aus, wenn der Reservefahrer die Mindestaltersgrenze von 25 Jahren erreicht hat, um mit ihm werben zu können. Denn das Mindestalter von 25 Jahren für Alkoholwerbung gilt weltweit nur in fünf Ländern.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach