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Formel 1: Kolumne zur Palmer-Saga Sainz ab Malaysia nicht mehr im Toro Rosso?

— 16.09.2017

Sainz ab Malaysia nicht mehr im Toro Rosso?

Palmer, Sainz, Gasly: Wer fährt beim nächsten Rennen in Malaysia für Renault und Toro Rosso? ABMS-Reporter Ralf Bach analysiert die Situation.

Ein Mann, ein Wort? Das gilt ganz sicher für Red-Bull-Chefberater Helmut Marko aber nicht für Renault-Teamchef Cyril Abiteboul. Die Posse um Carlos Sainz und Jonathan Palmer wurde dank des Franzosen zur Farce. Wer die wahren Hintergründe kennt, fühlte sich bei der Pressekonferenz der Teamchefs am Freitag ins Reich der Fabeln versetzt.

Kann einem leid tun: Jolyon Palmer in Singapur

Eigentlich nämlich war klar: Sainz fährt schon beim nächsten Rennen in Malaysia statt Jolyon Palmer im Renault, Red-Bull-Junior Pierre Gasly übernimmt dessen Cockpit bei Toro Rosso und Palmer ist draußen. Kritische Fragen darüber lächelte Abiteboul locker weg: “Die Realität ist: Carlos wird in Melbourne 2018 in unserem Auto sitzen”. Dann wurde es regelrecht absurd. Der Mann, der am liebsten schon in Ungarn Sainz in seinem gelben Staatsrenner sitzen haben wollte, machte auf kollektives Mitleid.

“Jolyon und das Team müssen schon seit Monaten mit diesen Spekulationen leben. Das ist unfair und hatte vielleicht sogar Einfluss auf seine Performance. Wir fokussieren uns jetzt darauf, dass wir in Singapur die Möglichkeit haben, Punkte zu holen. Mit Jolyon haben wir einen laufenden Vertrag bis zum Ende der Saison.”

Palmer nebst seinem Renault-Chef Cyril Abiteboul

Die meisten fielen auf die trügerischen Worte des Mannes herein, der sich als Opferlamm verkaufte obwohl er der Schlachter ist. Denn: Es gab eine klare Abmachung zwischen Helmut Marko und Abiteboul, dass Sainz schon in Malaysia zu Renault wechselt. Marko hat das seinem Schützling Gasly auch schon erzählt. Jetzt musste der Österreicher wieder zurückrudern. Marko selten so wütend: “Weil er (Abiteboul war gerade auf dem Bildschirm zu sehen; d. Red.) ständig seine Meinung ändert.”

So weit, so gut. Fakt ist: Abiteboul hatte die Anwälte Palmers unterschätzt, die ihm kurz die Kosten vorrechneten, falls Renault vertragsbrüchig würde. Da bekam der Franzose kalte Füße. Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende. Wer Marko kennt, weiß, dass er alles tut, um zu seinem Wort zu stehen. Deshalb bin ich mir sicher, dass Gasly trotzdem in Malaysia für Toro Rosso an den Start gehen wird.

Muss Carlos Sainz ab Singapur zuschauen?

Sainz, durch unglückliche Aussagen in der Vergangenheit besonders bei Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz in Ungnade gefallen, kann ab dann entweder Urlaub machen oder darauf hoffen, dass Renault Palmer einen Schadensersatz in Millionenhöhe bezahlt, damit der Brite doch noch für Malaysia das Cockpit räumt.

So oder so: Wie Unschuldslamm Abiteboul wirklich tickt, kann Opferlamm Palmer nicht besser beschreiben. Der Brite hat von dem Ende seiner Zeit bei den Franzosen nämlich aus den Medien erfahren. “Ich wusste davon, als ich es im Internet gelesen habe. Anschließend war mir klar, dass es stimmt”, so Palmer. “Schade drum. Keine Ahnung, wer es an die Medien gegeben hat.”