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Formel 1: Hamiltons Psychokrieg gegen Vettel “Will, dass sein Lachen verschwindet”

— 31.08.2017

„Will, dass sein Lachen verschwindet“

Das Titelduell wird härter, die Worte werden rauer. Lewis Hamilton legt vor dem Italien GP verbal gegen seinen WM-Rivalen Sebastian Vettel nach.

Genau sieben Tage ist es her, da stimmte sich Lewis Hamilton mit ein paar Sticheleien gegen Sebastian Vettel auf den Start der Formel 1 nach der Sommerpause in Spa ein. Hamilton erinnerte an Vettels Rempler in Baku und erklärte, sich danach vorgenommen zu haben, den Deutschen auf der Strecke zu „zerstören“. Außerdem kündigte er an, „bis aufs Blut“ zu kämpfen. Das Rennen am Sonntag in Spa gewann Hamilton vor Vettel – und hat sich deshalb für dieses Wochenende scheinbar den gleichen Schlachtplan zurechtgelegt.

Vettel vs. Hamilton: Wer setzt wem die Hörner auf?

Auch am Donnerstag im Fahrerlager von Monza war es Hamilton, der von den beiden WM-Rivalen die aggressiveren Töne anschlug. Während Vettel über die Magie Ferraris und die Vorfreude aufs Heimspiel der Scuderia berichtete, haute Hamilton mal wieder eine Kampfansage raus: „Ich will, dass Sebastians Lachen verschwindet. Er hat schon zu lange das Lächeln des Spitzenreiters im Gesicht. Das will ich jetzt ändern.“

Vettel führt die WM schon seit seinem Auftaktsieg in Australien an – nie aber hatte Hamilton bessere Chancen, dem Deutschen die Führung abzunehmen als an diesem Wochenende: Denn der Hochgeschwindigkeitskurs von Monza kommt der Mercedes-Power entgegen. Auch ist Vettels WM-Vorsprung nach Spa auf sieben Punkte zusammengeschmolzen. Gewinnt Hamilton am Sonntag erneut vor Vettel, ist der Brite bei Punktegleichheit Spitzenreiter, weil er mehr Siege hat.

Hamilton am Donnerstag bei der Ankunft in Monza

Ferraris starke Form ist aber auch Hamilton nicht entgangen. Zuletzt in Spa bezeichnete er den Ferrari sogar als bestes Auto im Feld. Was aber neben 79 Prozent Vollgasanteil und der damit, im Vergleich zu Spa, noch einmal etwas Mercedes-freundlicheren Kurscharakteristik für den WM-Zweiten spricht: Viermal in den vergangenen fünf Jahren holte Hamilton in Monza den ersten Startplatz. 2017 ist dieser noch wichtiger als früher. „Weil das Überholen so schwer geworden ist“, erklärt Hamilton.

Wenig Zeit bleibt beim intensiven Titelduell dieser Tage indes für Gedanken um die weitere Zukunft. Rivale Vettel hatte seine zuletzt mit seiner Vertragsverlängerung um drei weitere Jahre bei Ferrari schon festgezurrt. „Meine Pläne hat er damit jedenfalls nicht durchkreuzt. Denn ich plane mit dem Team zu verlängern“, erklärte Hamilton am Donnerstag. Mercedes sei seine erste und einzige Ansprechstation. „Es gibt keine Eile, wir haben noch ein weiteres Jahr, also genug Zeit“, so Hamilton, der seit 2013 für die Silberpfeile fährt und zuletzt 2015 seinen Vertrag bis Ende 2018 verlängert hatte.

Autor: Frederik Hackbarth