/Formel 1: Hamilton verpasst Podium “Die WM war immer ein Dreikampf”

Formel 1: Hamilton verpasst Podium “Die WM war immer ein Dreikampf”

— 09.07.2017

“Die WM war immer ein Dreikampf”

Lewis Hamiltons Ausholjagd endet in Spielberg auf Platz vier. Nun kämpft er in der WM nicht nur gegen Sebastian Vettel sondern auch seinen Teamkollegen.

Lewis Hamilton und die letzte Runde in Spielberg. 2016 holte er sich auf dieser den Sieg beim Österreich GP – nach dem Kontakt mit Nico Rosberg. Auch 2017 hing er auf den letzten Metern wieder einem Rivalen im Getriebe. Doch diesmal, so Hamilton, „war wenig für mich zu machen. Daniel (Ricciardo; d. Red.) hat sich sehr gut verteidigt. Vielleicht hätte ich ihm Rang drei noch abnehmen können, wenn ich ein wenig aggressiver gewesen wäre. So ist es natürlich ein bisschen ernüchternd“.

Auch die ultrasoften Reifen am Schluss halfen nichts

Doch der Brite ging kein überzogenes Risiko – auch, weil er auf den WM-Stand schaut. „Ich liege 20 Punkte hinten, das ist natürlich nicht so toll. Aber es könnten auch 30 oder 40 sein.“ Für Hamilton stand das Österreich-Wochenende von Beginn an unter dem Motto Schadensbegrenzung für seine Grid-Strafe, hervorgerufen durch einen Getriebewechsel. „Das ist natürlich ein Schlag, wenn man eine Strafe kriegt und nur als Achter startet“, sagt Hamilton.

Der Brite erklärt: „Egal, ob man das Zweiter oder Fünfter wird. Man ist immer unglücklich, wenn man alles gibt, um das bestmögliche Resultat zu holen, persönlich abliefert – und dann solche Dinge gegen einen laufen, die man nicht beeinflussen kann. Da ist es dann schwer, lachend rauszugehen.“

Hamiltons Aufholjagd endete am Sonntag auf P4

So sei der Sonntag in Spielberg einer der Tage, „die mehr wehtun“, erklärt Hamilton. „Ich will die WM holen. Ich habe keine Kristallkugel, aber natürlich sieht der Rückstand nicht so toll aus. Klar, wir haben noch nicht mal Halbzeit und in einem Rennen kann sich alles drehen – auch Sebastian (Vettel; d. Red.) kann und wird aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann mal technische Probleme haben. Trotzdem ist es so: Je größer die Lücke wird, desto größer wird der Druck.“

Zumal Hamilton in Zukunft wohl nicht mehr auf Teamkollege Valtteri Bottas als Helfer im WM-Kampf zählen kann. Denn der Finne steckt seit seinem Sieg am Sonntag selbst wieder mittendrin, hat nur 15 Zähler weniger als Hamilton. „Valtteri hat hier gestern und heute einen fantastischen Job gemacht, er verdient den Sieg. Und wenn man sich die Resultate anschaut, hatte er dieses Jahr auch schon einen Ausfall. Jeder kann sich ausrechnen, wo er sonst stehen würde.“ Hamilton geht sogar noch weiter: „Es gab nie einen Punkt, wo er nicht im Titelkampf war. Das haben nur die Medien geglaubt. Aber die WM war immer ein Dreikampf.“

Autor: Frederik Hackbarth