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Formel 1: Hamilton übertrifft Schumi Von der Playstation auf die Pole

— 02.09.2017

Von der Playstation auf die Pole

Mit seiner 69. Karriere-Pole ist Lewis Hamilton jetzt alleiniger Rekordhalter. Warum der Druck am Sonntag in Monza trotzdem groß ist verrät Niki Lauda.

So ausgelassen hat man Lewis Hamilton selten gesehen: Der Brite knackte am Samstag in Monza mit seiner 69. Pole-Position in der Formel 1 die ewige Pole-Bestmarke von Michael Schumacher, ist jetzt alleiniger Rekordhalter – und jubelte entsprechend: „Unglaublich! Ich habe davon geträumt, eines Tages so etwas zu schaffen wie er.“

Bottas und Hamilton zocken in der Pause Playstation

Eine Stunde zuvor war er noch mit Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas in einem Hinterzimmer der Mercedes-Box gesessen und hatte während der Regenpause Playstation gespielt! Als das Qualifying dann aber weiterging, war Hamilton voll da – und ließ die Konkurrenz in Monza baden gehen. Satte 1,1 Sekunden Vorsprung hatte der Regen-Spezialist auf den Zweitplatzierten Max Verstappen im Red Bull.

„Ich wusste nicht, ob es reicht. Meine Runde fühlte sich aber ziemlich gut an“, lachte Hamilton nach seiner Rekord-Pole. „Dass ich das auf so einem historischen Kurs wie diesem hier schaffe, ist besonders toll“, meinte der Mercedes-Star. „Obwohl das hier Ferraris Heimatland ist, habe ich viel Unterstützung. Darauf werde ich heute Abend auf jeden Fall eine Portion Pasta essen!“

Niki Lauda (r.) ist weiterhin besorgt um Mercedes

Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda lobte seinen Schützling in den höchsten Tönen. „Ich habe keine Worte für diese Runde im Regen, unfassbar“, sagte der Österreicher. „Man muss bei diesen Bedingungen alles zusammenkriegen. Aber der Lewis kann das zum Glück“, freute sich Lauda, für den Monza ein Schicksalsrennen im Titelkampf darstellt. „Mercedes muss hier gewinnen, mit Hamilton auf Nummer eins und Bottas auf Nummer zwei, wenn wir in der WM angreifen wollen“, forderte Lauda.

Ferrari war zuletzt in Spa schneller. Lewis hat dort nur wegen seiner Leistung gewonnen. Aber wenn wir die Dinge hier auf dieser Strecke nicht drehen können, wird die Schlacht früher vorbei sein als uns lieb ist“, erklärte Lauda. Der Grund für die martialischen Aussagen des Österreichers: „In Singapur verlieren wir mit Sicherheit. Wir brauchen die Punkte also, denn ich will, dass die Schlacht bis zum Finale in Abu Dhabi weitergeht.“

Chancenlos: Bottas konnte Hamilton nur gratulieren

Keiner der verbleibenden acht Kurse kommt dem Silberpfeil so sehr entgegen wie die Hochgeschwindigkeitsbahn von Monza. Die beste Ausgangsposition, um daraus am Sonntag Kapital zu schlagen, hat Hamilton im Qualifying bravourös eingefahren. Selbst Teamkollege Bottas, der Sechster wurde, nach Strafversetzungen der Red Bulls aber als Vierter losfahren darf, konnte da nur staunen: „Glückwunsch an Lewis. Er hat dieses Jahr schon so viele Rekorde gebrochen, er ist wirklich ein toller Fahrer und Qualifyer.“ Wer das Duell an der Playstation gewann, ließ Bottas allerdings unkommentiert. Man kann es sich an Hamiltons Super-Samstag in Monza denken.

Autor: Frederik Hackbarth