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Formel 1: Hamilton setzt aufs Qualifying Mercedes zu lang für Singapur?

— 14.09.2017

Mercedes zu lang für Singapur?

Warum die Länge Lewis Hamilton ausgerechnet in Singapur zum Verhängnis werden kann und auf welches Mittel der Mercedes-Star deshalb setzt.

Lewis Hamilton hat den Längsten! Gemeint ist damit aber nicht, was der Brite letztes Jahr mit seinem eindeutigen Jogginghosen-Selfie (s. Bild rechts) zur Schau stellte – sondern der Radstand seines Silberpfeils in Singapur. Wird Hamilton die Länge am Wochenende in Singapur zum Verhängnis?

Stichwort Länge: Hamiltons legendäres Hosen-Selfie

Auf vergleichbaren Strecken, wie etwa in Monaco oder Ungarn, hatte Mercedes dieses Jahr so seine Mühe, reist daher nicht als Favorit zum Nachtrennen. Ein Grund dabei: Auf stolze 3760 mm kommt der Silberpfeil beim Radstand, dem längsten im 2017er Feld. Zum Vergleich: Der von Ferrari beträgt 3594 mm, der von Red Bull sogar nur 3557 mm. Was auf Highspeed-Strecken ein Vorteil ist, wird auf dem 23-Kurven-Kurs zum Nachteil. Denn der Silberpfeil ist träger in den engen Ecken.

Auch Hamilton räumt ein: „Red Bull wird hier schnell sein, wir müssen aufpassen.“ Doch liegt die Würze auf dem engen Marina Bay Circuit wirklich nur in der Kürze? Hamilton glaubt vielmehr: auf die Breite kommt es an! „Die Autos sind noch breiter dieses Jahr. Deshalb ist das Qualifying der Schlüssel. Man kann hier nicht wirklich überholen, also ist die Positionierung nach dem Start ziemlich entscheidend.“

Das Layout in Singapur ist schlecht für den Mercedes

Hamilton dürfte das entgegenkommen, seit Monza ist er mit nunmehr 69 Poles der erfolgreichste Qualifyer der F1-Geschichte. Sein Plan lautet entsprechend: „Wir müssen das Auto fürs Qualifying richtig abstimmen, sodass wir dort stark sind.“ Dann sei auf der Anti-Mercedes-Strecke auch „mehr als Schadensbegrenzung“ drin.

Auch Mercedes-Boss Toto Wolff glaubt, dass sich Mercedes trotzdem nicht verstecken muss: „Manchmal sind gewisse Charakteristika einfach in der DNS eines Autos verankert. Aber ich glaube nicht, dass dieses Muster undurchbrechbar ist.“ Was dem Österreicher Mut macht: „Wir haben viel aus unseren Schwierigkeiten in Monaco gelernt, unser Performance-Niveau in Ungarn schon deutlich angehoben.“ Nun hofft Wolff auf den nächsten Schritt – damit der Längste im Titelkampf nicht zum Stolperstein wird.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff


Fotos:
Picture-Alliance / Lewis Hamilton Snapchat