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Formel 1: Hamilton holt wieder Bestzeit Mercedes dominiert beide Trainings

— 10.11.2017

Mercedes dominiert beide Trainings

Die Silberpfeile geben in Sao Paulo den Ton an: Lewis Hamilton Schnellster vor Valtteri Bottas. Red Bull wähnt sich aber in Schlagdistanz und vor Ferrari.

Lewis Hamilton hat offenbar nichts von seiner WM-Form eingebüßt: Auch zwölf Tage nach seinem Titelgewinn in Mexiko ist der Mercedes-Star am Freitag in Interlagos der dominierende Mann. Zum Auftakt beim Brasilien GP dreht Hamilton in beiden Trainings die Bestzeit.

Auch Valtteri Bottas war am Freitag flott unterwegs

“Bis jetzt sieht das alles sehr gut aus”, freut sich Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda über seine Fahrer an der Spitze. Obwohl Hamiltons Zeit am Nachmittag wegen der sinkenden Streckentemperatur nicht an den neuen Rundenrekord heranreicht, den er am Vormittag selbst noch aufgestellt hatte – um 48 Tausendstel hat der Brite die Nase auch am Ende von Training zwei vor Teamkollege Valtteri Bottas.

Sebastian Vettel, der im WM-Klassement auf dem zweiten Platz 15 Punkte Vorsprung auf Bottas hat, fährt am Nachmittag in Sao Paulo noch hinter Daniel Ricciardo im Red Bull auf Rang vier.

“Mercedes war heute sehr schnell, vor allem mit viel Sprit. Mit wenig Benzin können wir aber mit ihnen mithalten”, glaubt Ricciardo. Der Australier weiter: “Relativ zu Ferrari hatten wir in jedem Fall einen ganz guten Tag.” Trotzdem wird Ricciardo wohl hinter der roten und silbernen Konkurrenz ins Rennen starten. Weil ein Teil seines Hybrid-Motors gewechselt werden muss, erhält der Australier zehn Startplätze Strafe.

Wo steht Red Bull relativ zu Mercedes und Ferrari?

Zu den Sieganwärtern zählt indes wieder Teamkollege Max Verstappen. Der Holländer, der zuletzt in Mexiko gewann, glaubt: “Unser Auto war bei den letzten vier Rennen oft das schnellste im Feld. Mercedes war zwar stark heute und wir brauchen noch mehr Höchstgeschwindigkeit – aber wenn wir ein paar Verbesserungen vornehmen können, sind wir dieses Wochenende vorne mit dabei.”

Helfen kann Verstappen in Brasilien einmal mehr der Wettergott. Ans Vorjahr, als er auf nasser Strecke in Interlagos in 17 Runden unglaubliche 14 Plätze gutmachte und mit einer sensationellen Fahrt Dritter wurde, hat der Holländer schließlich noch beste Erinnerungen. Auch für den Freitag war in Sao Paulo Regen angesagt, dieser blieb jedoch aus. Am Samstag besteht laut den Vorhersagen aber wieder erhöhtes Regenrisiko, das Rennen am Sonntag (17.00 Uhr/Sky und RTL) soll dann trocken sein.

So lief das erste Training:

Auftakt nach Maß für Lewis Hamilton: In seiner ersten Session als viermaliger Weltmeister gelingt dem Briten gleich ein neuer Streckenrekord in Brasilien: Mit einer Zeit von 1:09.202 Minuten knackt Hamilton die alte Bestmarke von Rubens Barrichello aus dem Qualifying 2004 und ist im ersten Kräftemessen des Wochenendes in Sao Paulo 0,127 Sekunden schneller als Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas.

Sebastian Vettel hatte noch deutlich Luft nach oben

Der Finne kämpft am Wochenende mit Sebastian Vettel noch um Rang zwei in der WM – aktuell hat Bottas 15 Zähler Rückstand auf den Ferrari-Star. Vettel kommt im ersten Brasilien-Training nicht über Platz sechs hinaus, mit 0,782 Sekunden Rückstand auf Hamilton. Das Zeitenbild trügt jedoch, weil Vettel seine schnellste Runde auf den superweichen Reifen nach einem Ausritt abbricht.

Auf den Longruns mit viel Benzin kann Ferrari mit den 1:13.0er Zeiten von Mercedes mithalten. Nicht so Red Bull: Das Siegerteam aus Mexiko hat vor allem mit den linken Vorderreifen Probleme, hinkt auch bei der Pace etwas hinterher. Max Verstappen beendet die Session hinter Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen als Vierter, mit etwas mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf die Spitze. Stallgefährte Daniel Ricciardo benötigt für seine Runde noch ein Zehntel mehr als der Holländer.

Motorschaden: Brendon Hartley kam nicht weit…

Schwach verläuft die Session einmal mehr für Renault: Nico Hülkenberg wird einen Platz hinter Teamkollege Carlos Sainz nur 16. – bei Renault-Kundenteam Toro Rosso gibt es indes den nächsten Motorschaden. Brendon Hartley muss sein Auto schon früh in der Session rauchend abstellen. Zuletzt in Mexiko waren gleich vier von sechs Autos mit Renault-Triebwerken ausgeschieden.

Nicht zum Fahren kommt in der ersten Session in Brasilien auch Pascal Wehrlein – der Deutsche pausiert bei Sauber allerdings plangemäß, um Ferrari-Junior Charles Leclerc Testkilometer zu ermöglichen.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff