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Formel 1: Hamilton dominiert Freitag Vettel fehlen anderthalb Zehntel

— 07.07.2017

Vettel fehlen anderthalb Zehntel

Bestzeit in beiden Freitagstrainings zum Österreich GP für Lewis Hamilton. Ferrari-Star Sebastian Vettel ist dem Mercedes-Piloten aber auf den Fersen.

Sebastian Vettel hat sich direkt hinter dem dominierenden Lewis Hamilton für seinen geplanten Sturm auf die Mercedes-Hochburg Spielberg warm gefahren. An dem Briten kam der deutsche Ferrari-Star im zweiten Freitagstraining aber nicht vorbei. Hamilton ließ sich auch von einer defekten Zündkerze nicht beirren und drehte wie schon in der ersten Einheit die schnellste Runde. Nach Platz vier konnte sich WM-Spitzenreiter Vettel, der sich auf dem 4,326 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs einmal ordentlich drehte, noch auf den zweiten Rang verbessern.

Am Ende fehlten dem viermaligen Weltmeister etwas mehr als 0,14 Sekunden auf Hamilton, der im vergangenen Jahr in der Steiermark gewinnen konnte. Dritter hinter Vettel auf dem Red-Bull-Ring wurde der Finne Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, der sich ebenso einen Ausritt leistete. Renault-Fahrer Nico Hülkenberg landete auf Position neun, Sauber-Mann Pascal Wehrlein kam ein Jahr nach seinem Formel-1-Premierenpunkt in Österreich nicht über den vorletzten Platz hinaus.

Vettel war am Nachmittag nah dran an der Spitze

An der Spitze aber steht auch das Spielberg-Wochenende im Zeichen des WM-Duells Rot vs. Silber: „Ferrari spürt ganz deutlich unseren Druck“, konstatierte Hamilton. Geht es nach dem Briten soll Spielberg weiter in Silberpfeil-Hand bleiben. Seit der Rückkehr in den Formel-1-Kalender 2014 war Mercedes auf der Power-Strecke nicht zu bezwingen. 2014 und 2015 trug sich Nico Rosberg in die Gewinnerleiste ein, in der vergangenen Saison folgte ihm Hamilton nach.

Der 32-Jährigebrachte sich für eine Wiederholung in Stimmung. Weitgehend unbeirrt von den Ausflügen der Konkurrenz ins Kiesbett spulte Hamilton, der in der WM-Wertung 14 Punkte Rückstand auf Vettel hat, sein Programm ab. Der Austausch einer Zündkerze zwang den Mercedes-Piloten kurz an die Box, ehe er wieder ausfahren konnte. Seine Tagesbestzeit von 1:05,483 Minuten holte niemand ein.

Vettel hingegen hat in der Steiermark einiges gutzumachen. Mit dem ausbalancierten Ferrari, der die Reifen auf die Temperaturen bringt, mit denen die schnellsten Zeiten möglich sind, sollen die ernüchternden Ergebnisse aus den Vorjahren getilgt werden. Ein Motorendefekt 2014 und ein geplatzter Hinterreifen 2016 sorgten für vorzeitige Rennenden bei ihm, 2015 verpasste Vettel als Vierter das Podium. Kurz vor Ende des zweiten Freien Trainings leistete sich der Hesse nochmals einen kleinen Ausrutscher bei Kurve drei. Mit dem knappen Rückstand zum Ende des Tages kann Vettel sicher gut leben.

So lief das erste Training:

Der erste Schlagabtausch auf der Strecke nach dem Aufreger von Baku zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton ging klar an den Briten. Hamilton erzielte im Auftakttraining zum Österreich GP am Freitag in Spielberg die Bestzeit. Mit 1:05.975 lag der Brite 0,190 Sekunden vor dem ersten Verfolger, Max Verstappen im Red Bull. Hamilton-Teamkollege Valtteri Bottas kam im zweiten Mercedes auf Rang drei.

Sebastian Vettel wurde zum Auftakt nur Vierter

Vettel sortierte sich als Vierter ein, mit fast einer halben Sekunde Rückstand. Wie auch Verstappen, Kimi Räikkönen und zahlreiche andere Piloten kam Vettel im Training vom Kurs ab. Nach einem Dreher in Turn 1 rollte er kurzzeitig rückwärts über die Strecke. Wenig später beruhigte der Deutsche sein Team aber am Funk. “Ich habe den Kerb auf der Innenseite getroffen und das Heck verloren. Das Auto ist aber okay, es sollte kein Problem sein.”

Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull und Räikkönen rundeten die Top-6 ab. Pascal Wehrlein wurde im Sauber 19. und Vorletzter – lag dabei aber satte 1,5 Sekunden vor Teamkollege Marcus Ericsson. Nico Hülkenberg nahm nicht an der ersten Session teil – Renault ließ planmäßig Ersatzfahrer Sergej Sirotkin ran.

Autor: Frederik Hackbarth


Fotos:
Frederik Hackbarth