/Formel 1: Großer Jubel bei Red Bull Sieger Ricciardo tröstet Verstappen

Formel 1: Großer Jubel bei Red Bull Sieger Ricciardo tröstet Verstappen

— 26.06.2017

Sieger Ricciardo tröstet Verstappen

Die Formel 1 in Baku. ABMS liefert die besten Bilder vom Aserbaidschan GP. Gemischte Gefühle bei Red Bull: Ricciardo feiert, Verstappen wieder im Pech.

Großer Jubel bei Red Bull: Daniel Ricciardo triumphiert völlig überraschend in Baku! Möglich macht es ein chaotischer Rennverlauf auf dem engen Straßenkurs in Aserbaidschan. “Ein komplett verrücktes Rennen! Es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Selbst als wir die rote Flagge hatten, habe ich zu meinem Ingenieur schon gesagt: ‘Das ist ein gutes Rennen.’ Da war ich aber gerade mal auf P5…”

Doch es kam noch viel besser für den Australier. “Ich habe in der Pause das Replay von der Aktion zwischen Seb und Lewis gesehen und war mir sicher, Seb kriegt eine Strafe dafür. Als bei Lewis dann noch das Problem auftrat, lag es auf einmal in meinen Händen. Es war wirklich unreal, wie es abgelaufen ist.”

Doch Ricciardo dachte in der Stunde seines großen Erfolges nicht nur an sich selbst – sondern fühlte auch mit Teamkollege Max Verstappen, der von der Pace her das ganze Wochenende über eigentlich schneller als der Australier war, aber früh im Rennen und in aussichtsreicher Position durch ein Problem mit dem Öldruck ausfiel.

Sieg in Baku: Ricciardo konnte es kaum glauben

“Max hat im Moment viel Pech. Aber das wird sich bald drehen”, tröstete Ricciardo. “Wir pushen beide, um das Team in die richtige Richtung zu führen. Das Ziel ist es, dass wir bald wieder mit beiden Autos auf dem Podium stehen und nicht nur einer die Zielflagge sieht”, so der Baku-Sieger.

Verstappen selbst erklärte: “Es sah vielversprechend aus am Anfang, deswegen war es natürlich noch schmerzhafter, dass mich die Technik mal wieder im Stich gelassen hat. Sehr enttäuschend für mich.”

Teamchef Christian Horner versuchte seinen Schützling wieder aufzubauen: “Ich habe das starke Gefühl, dass auf Max schon bald ein richtig großes Resultat wartet – so wie Daniel es heute hatte. Er fährt so gut im Moment und wird bald auch so eine Performance haben.” Nach vier Ausfällen in den letzten sechs Rennen kann sich das Blatt für Verstappen eigentlich nur zum Guten wenden…

Die Bilder von der Ricciardo-Party bei Red Bull, dem aufregenden Rennen in Baku und alle weiteren Impressionen vom Wochenende gibt es in unserer großen Bildergalerie.

AUTO BILD MOTORSPORT liefert die besten Bilder vom bunten Treiben beim Aserbaidschan GP – die schönsten Impressionen aus Baku jetzt im Überblick:

Ricciardo erklärt Abflug

Ricciardo versenkte sein Auto im Quali in der Wand

Enttäuschung bei Red Bull: Nach zwei Bestzeiten am Freitag waren die Bullen mit großen Hoffnungen ins Qualifying gestartet. Doch Max Verstappen kam nach Problemen an seinem Auto, die ihn im Abschlusstraining auch schon zum Stehenbleiben gezwungen hatten, nicht über Rang fünf hinaus. “Das ist kein besonders tolles Ergebnis. Ich hatte wieder Schwierigkeiten mit dem Motor, das hat heute Zeit gekostet”, berichtete Verstappen und meinte: “Wir hätten zumindest Dritter sein sollen.”

Teamkollege Daniel Ricciardo versenkte den RB13 gleich ganz in der Mauer. “Natürlich ist es frustrierend, wenn man crasht. Aber in Q3 versucht man eben alles”, so Ricciardo. “Ich wusste, dass ich in Kurve sechs noch bisschen mehr rausholen könnte und habe es dort mit mehr Speed versucht. Am Ausgang habe ich dabei aber das Heck verloren und bin angeschlagen.” Das Fazit des enttäuschten Australiers: “Ich habe hart gepusht und war mit dem Grip am Limit. Natürlich bin ich nicht glücklich über den Fehler, aber das kann auf solchen Kursen leider passieren…”

Palmer unter Druck

Jolyon Palmer hatte in Baku mal wieder Probleme

Die unverzeihlichen Mauern von Baku. Vor allem in Kurve acht unter der Burg ist der Stadtkurs im Herzen der Hauptstadt von Aserbaidschan besonders eng. Nur sieben Meter breit ist hier die Durchfahrt für die F1-Boliden, zusätzlich eingeschränkt durch einen Kerb am inneren Kurveneingang. Kein Wunder also, dass die Stelle am Freitag im Training so manchem Fahrer zum Verhängnis wurde. Viele Piloten landeten im Notausgang – Sergio Perez am Vormittag und Jolyon Palmer am Nachmittag sogar in der Mauer. Besonders bitter für den Briten, der wegen seiner bis dato enttäuschenden Leistung in dieser Saison ohnehin schon schwer in der Kritik steht…

Force India immer pinker!

Force Indias Esteban Ocon: Pretty in pink?

Ob den Fahrern das wirklich so gut gefällt? Mit einem auch als ‘Pink Panther’ bezeichneten rosafarbenen Auto hat Force India diese Saison schon für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Immerhin: Bisher verschont von der Farbgebung des Sponsors BWT blieb größtenteils die Teamkleidung. Außer ein paar rosa Streifen war auf den Hemden der Mechaniker und den Overalls von Sergio Perez und Esteban Ocon nicht viel zu sehen von den neuen Teamfarben.

Mit dem Rennen in Baku hat sich das aber nun offenbar geändert. Am Donnerstag beim ersten Aufgalopp der F1 auf dem Stadtkurs in der Hauptstadt Aserbaidschans, posierte Ocon auf einmal in neuem Gewand in der Boxengasse. Viel rosa, viel weiß – immerhin eine gute Sache bringt der neue Zwirn aber mit sich. Mit den am Wochenende erwarteten hohen Temperaturen dürfte der Rennanzug leichter fertig werden als sein schwarzer Vorgänger…

Autor: Frederik Hackbarth


Fotos:
Picture-Alliance / Getty Images