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Formel 1: Ferrari weiter schnell Nach Defekt: Vettel muss Motor wechseln

— 30.09.2017

Nach Defekt: Vettel muss Motor wechseln

Ferrari ist auch am Abschlusstraining vor dem Qualifying das Maß der Dinge, muss sich aber Sorgen um ein Technik-Problem bei Sebastian Vettel machen.

Ferrari dominiert auch das dritte Training zum Malaysia GP , die Freude bei den Italienern dürfte zwei Stunden vor dem Qualifying aber gedämpft sein. Denn: Sebastian Vettel ist während der Sitzung mit Elektrikproblemen an seinem Antrieb langsam an die Box gerollt. Wenig später steht fest: Ferrari muss den Motor tauschen. Damit bekommt Vettel den vierten V6 des Jahres eingebaut. 

Eigentlich sollte der vierte Joker für eine Ausbaustufe des Motors erst in Japan genutzt werden. Jetzt musste Ferrari den Einbau vorziehen und ganze sechs Rennen mit dem PS-stärkeren V6 bestreiten. Ein weiterer Motor würde eine Rückversetzung in der Startaufstellung nach sich ziehen. 

Schnellster am Samstagvormittag ist Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen – mit einer Bestzeit von 1:31,880 Minuten, rund eineinhalb Zehntel vor dem zweitplatzierten Heppenheimer. Mercedes, die im Training am Freitag noch große Probleme hatten, ist auch vor dem Qualifying (11.00 Uhr MESZ) noch deutlich langsamer als Ferrari.

Valtteri Bottas wird mit rund vier Zehnteln Rückstand auf Räikkönen Vierter hinter Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, erst hinter Bottas landet WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton mit rund sechs Zehnteln Rückstand. Renault-Pilot Nico Hülkenberg belegt mit fast zwei Sekunden Rückstand  den 14. Rang, Pascal Wehrlein ist im unterlegenen Sauber rund drei Sekunden langsamer als die Spitze und wird Letzter.

So lief der Freitag:

Schrecksekunde in Malaysia! Ein ausgehebelter Gullydeckel sorgt für einen Highspeed-Abflug von Romain Grosjean. Vor dem Franzosen fahren bereits Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen über die Drainage, reißen das Teil aus der Verankerung. Als dann Grosjean drüber brettert, schlitzt es den Hinterreifen des Haas auf, der sich unkontrolliert ins Kiesbett dreht und schließlich hart in die Reifenstapel einschlägt.

Der Gullydeckel zerfetzt den Reifen, Grosjean fliegt ab

“Es geht mir gut”, gibt Grosjean Entwarnung. “Ich habe nichts gesehen, nur einen großen Schlag gespürt und mich gedreht. Natürlich nicht ideal und schade, weil wir viel Zeit verloren haben.” Doch das gilt nicht nur für Grosjean sondern für alle Fahrer, denn die Session wird nach dem Vorfall abgebrochen.

Renndirektor Charlie Whiting und Stellvertreter Laurent Meckies fahren raus zur Unfallstelle und checken das große Loch im Kerb. Das herausgebrochene und verbogene Gitter hat ein Streckenposten da bereits entfernt. Für Samstag müssen die Gullydeckel nun verstärkt werden.

Whiting und Meckies besichtigen das Loch im Boden

Beim Abbruch fast 20 Minuten vor Ablauf der Uhr hat Sebastian Vettel die Nase vorne. Der Deutsche dreht im Trockenen die schnellste Runde, 0,604 Sekunden vor Teamkollege Kimi Räikkönen. Erste Ferrari-Verfolger sind mit acht Zehnteln Rückstand die Red Bulls von Daniel Ricciardo und Max Verstappen, die am Vormittag in der verregneten und verkürzten Session noch den Ton angegeben hatten.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wird hinter McLaren-Pilot Fernando Alonso nur Sechster, direkt vor Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. Beide haben bereits 1,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Nico Hülkenberg schafft es im Renault auf den neunten Platz, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wird 19. und Vorletzter.

So lief das erste Training:

Sebastian Vettel ist beim Formel-1-Auftakttraining zum Grand Prix von Malaysia direkt vor seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton auf Rang fünf gefahren. Der deutsche Ferrari-Pilot war am Freitag auf dem feuchten Sepang International Circuit etwas mehr als zwei Sekunden langsamer als Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Der Niederländer drehte vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo die schnellste Runde.

Dritter auf dem 5,543 Kilometer langen Kurs wurde McLaren-Mann Fernando Alonso vor Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen. Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wurde 17., Nico Hülkenberg setzte bei Renault zugunsten des Russen Sergej Sirotkin aus. Wegen heftigen Regens hatte die eineinhalbstündige Einheit erst mit 30 Minuten Verspätung beginnen können.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff


Fotos:
Picture-Alliance / Sky Sports