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Formel 1: Ferrari trickst Hitze aus Alter Motor, neue Ohren

— 28.09.2017

Alter Motor, neue Ohren

Die Hitze spielt in Malaysia eine große Rolle. Ferrai hat sich deshalb für die Airbox etwas einfallen lassen. Das bringen die Ohren am Ferrari-Renner.

50 Grad im Cockpit, 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, drei Liter Flüssigkeit gehen flöten: Für die Fahrer ist der GP in Malaysia Schwerstarbeit! Die meisten Piloten trainieren deshalb mit Overall in der Sauna. Doch auch Autos und Asphalt sind höchsten Belastungen ausgesetzt.

Ferrari hat Sebastian Vettels Airbox deshalb zwei Ohren verpasst. Die Hutze über dem Kopf des Fahrers leitet Kühlluft zum Motor und Turbolader. Je größer die Öffnung, desto mehr Kühlung. Konkret hat Ferrari seitlich zwei weitere Löcher eingebaut. Die „Ohren“ leiten die Luft in deren Richtung.

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Allein: Auf die vierte Ausbaustufe des Motors verzichtet Vettels Team vorerst. Noch fahren der Hesse und sein Teamkollege Kimi Räikkönen mit dem jeweils dritten Motor – und der Sicherheit, dass der zuverlässig funktioniert. Die letzte Ausbaustufe soll erst in Japan oder Austin folgen. Mercedes hatte Antrieb Nummer vier bereits in Spa gebracht.

Sorgen um den bereits seit Spanien verbauten vierten Turbolader macht man sich bei den Roten ebenfalls nicht. Motoren-Einsatzleiter Luigi Fabroni erklärt: „Wir hatten die ersten Rennen ein paar Probleme. Die Wechsel der Komponenten sind nur Vorsichtsmaßnahmen, weil wir uns in einer strategisch wichtigen Phase der Saison befinden und keinen Fehler machen wollen. Von dem, was wir bislang sehen, sollten wir mit vier Komponenten der Power Unit bis zum Ende der Saison hinkommen.“

Angst vor der großen Kraft der neuen Formel-1-Renner in Kombination mit den hohen Asphalttemperaturen hat indes der Streckenchef. Datuk Razlan Razali: “Da die Fahrer nun später bremsen, frage ich mich, wie sich das auf unseren Asphalt auswirken wird. Wir werden das täglich von Freitag bis Sonntag genau beobachten, schliesslich ist drei Wochen nach der Formel 1 die MotoGP hier zu Gast», erklärte der Strecken-CEO ausserdem.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach


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