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Formel 1: Ferrari muss nachrüsten Löcher statt flexible Flanken

— 29.07.2017

Löcher statt flexible Flanken

Im engen WM-Kampf schaut die FIA genau hin bei der Technik. Vor allem Ferrari musste zuletzt nachbessern, nun kann das den Roten aber sogar helfen.

Der Kampf Ferrari gegen Mercedes elektrisiert die Fans – und auch die Regelhüter von der FIA. Denn es wird an allen Ecken und Enden getrickst. Nach dem Kanada GP musste Ferrari Gerüchten zufolge einen zusätzlichen Öltank ausbauen. Während des Qualifyings hatte ein Team dem Sprit angeblich ein leistungssteigerndes Öl beigemischt. Angeblich handelt es sich um Ferrari. Seitdem dürfen die Teams maximal 1,2 Liter Öl auf 100 km verbrauchen. Die Direktive soll für 2019 noch einmal verschärft werden. Ein Mercedes-Mitarbeiter, der von Ferrari kam, soll den entscheidenden Hinweis gegeben haben, mit dem Mercedes die Scuderia bei der FIA anschwärzte.

Sebastian Vettel gibt im Training zum Ungarn GP Gas

In Österreich der nächste Schlag – unter anderem wieder gegen Ferrari. Seit Spielberg werden die Unterböden einem genaueren Test unterzogen. Über die gesamte Länge wird der Boden mit je zwei Kilogramm schweren Gewichten belastet und darf sich nur um einen Zentimeter verbiegen. Unter anderem Ferrari ist durchgefallen. Die Kanten neigten sich zu stark zur Straße hin, um den Boden abzudichten und den Abtrieb zu erhöhen. Konsequenz: Ferrari musste nachbessern – ähnlich wie Red Bull und Renault. An der entsprechenden Stelle befinden sich nun zwei Metallverstärkungen.

Aber: Die neue Regel ist auch der Grund, warum Ferrari ein eigentlich erst für Spa gedachtes Update schon nach Ungarn brachte. Die Evolution ist durch zusätzliche Schlitze im Unterboden gut zu erkennen. Mittlerweile sind es auf jeder Seite sieben Löcher (vorher vier), die den Luftfluss unterhalb des Autos abdichten und in Richtung Diffusor kanalisieren sollen. Das erhöht den Anpressdruck und damit den Kurvenspeed – ohne dass der Luftwiderstand steigt.

Damit aber nicht genug. Die Scuderia brachte zudem neue seitliche Luftabweiser und verbesserte den Bereich am Splitter vor dem Unterboden. Maßnahmen, die zeigen: Ferrari hält mit Mercedes’ Entwicklungstempo mit und setzt alles daran, Vettel in diesem Jahr zum Weltmeister zu machen.


Fotos:
Paolo Filisetti / Picture-Alliance